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HamuerAnseiaer

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Die Ispalttge

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3 Sgr.

Mittwoch den 3. Juni.

1874.

I om 1. Juli S J. an wird durch Wegfall der Stempelsteuer den Zeitungen eine Erleichterung ge­schaffen und wollen wir nicht ver­fehlen den dadurch entstehenden Nutzen unsern Abonnenten zum aller­grössten Theil abzutreten.

Von dem genannten Tage an wer­den wir daher denHanauer Anzei­ger66, der sich einer immerwährend bedeutend steigernden Verbreitung zu erfreuen hat, zu dem seitherigen Preise in grösserem Formate erscheinen lassen.

Den Eesern bieten wir damit mehr Stoff und dem inserirenden Publi­kum durch breitere Spalten bei un­verändertem Insertionspreis eben- wohl einen bedeutenden Vortheil.

Wir empfehlen hiermit denHa­nauer Anzeiger66 auch in seiner neuen Gestalt dem Wohlwollen des ver- ehrlichen Publikums.

Redaction & Expedition des Hanauer Anzeiger.

Tagesschau.

Wie vorauszusehen war, wird die Nachricht von einer in Ems stattfindeuden Wiederholung der Dreikaiserzusammen­kunft in Abrede gestellt; es liegt in der Natur der Sache, daß mit derartigen Ereignissen kein Luxus getrieben wird, und über­dies war auch in den Reisedispositionen Kaiser Wilhelms nichts ^enthalten, was aus eine derartige Entrevue schließen ließe. Der Kaiser von Rußland geht bereits am 18. Juni von Ems nach Jugenheim zum Besuch des großherzoglich hessischen Hofes. Die Ankunft der russischen Kaiserin daselbst wird am 14. Juni erwartet.

Durch Beschluß des Königlichen Staats-Ministeriums ist für sämmtliche Ministerien in Bezug auf das formelle Ver­fahren bei Abfassung amtlicher Schriftstücke die Anordnung ge­troffen worden, daß zur Erleichterung des Geschäftsganges fortan in der oberen linken Ecke der ersten Seite aller amtlichen Schrift­stücke die Bezeichnung der absendenden Behörde stattzufinden habe. Gleichzeitig ist es als erwünscht bezeichnet worden, daß der Hauptinhalt amtlicher Schreiben und Berichte kurz am Rande bezeichnet werde.

Fürst Bismarck wird den Juni hindurch in Varzin, wohin er am Sonntag abgereist ist, verbleiben und dann wahr­scheinlich nach Krssingen zur Cur sich begeben. In Varzin hat,

wie dem Fürsten schon durch den dortigen Förster gemeldet war, der Frost in den Waldungen großen Schaden gethan. In der letzten Woche fühlte sich der Fürst in Berlin wohl, daß er täg­lich einige Zeit in seinem Garten mit Reiten zubrachte. Vor seiner Abreise sind die rückständigen diplomatischen Angelegen­heiten erledigt worden und hat auch eine Verständigung über die neue Reichsbehörde stattgefunden, welche dem Reichskanzler beigegeben werden soll. An die Spitze derselben wünscht Fürst Bismarck den Geh. Rath Bucher gestellt zu sehen. Das Weitere wird in den nächsten Monaten sich zu entwickeln haben. Trib.

Dem Direktor des Observatoriums zu Rio de Janeiro Herrn E. B. Liais aus Cherbourg ist unter dem 29. Mai 1874 ein Patent auf eine elektrische Uhr, soweit dieselbe nach der vorgelegten Zeichnung und Beschreibung für neu und eigen­thümlich erachtet worden ist, auf hrei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats er­theilt worden.

Das dem Fabrikanten Heinrich Bertrams zu Kaltenher­berg im Kreise Solingen unter dem 3. Juni 1871 auf die Dauer von drei Jahren für den Umfang des preußischen Staates aus eine durch Zeichnung und Beschreibung erläuterte, für neu und eigenthümlich erachtete mechanische Vorrichtung zur Anfertigung von Knieblechröhren ohne Jemand in der Benutzung bekann­ter Theile zu beschränken ertheilte Patent ist um zwei Jahre, also bis zum 3. Juni 1876 verlängert worin n.

In der Woche vom 10. bis 16. Mai 1874 sind geprägt worden, an Silbermünzen: 675,717 Mark 1-Markstücke, 163,243 Mark 80 Pfennige 20-Pfennigstücke; an Nickelmüuzen: 124,436 Mark 70 Pf. 10-Pfennigstücke, 32,115 Mark 40 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 12,774 Mark 88 Pfennige 2-Pfennigstücke, 3084 Mark 40 Pf. 1-Pfennigstücke. Vorher waren geprägt: an Goldmünzen: 819,369,060 Mark 20-Mark­stücke, 202,800,640 Mark 10-Markslücke; an Silbermünzen: 16,347,445 Mark 1-Markstückc, 5,120,521 Mark 80 Pfennige 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 1,856,163 Mark 80 Pf. 10-Pfennigstücke, 87,115 Mark 50 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfer­münzen: 334,496 Mark 98 Pf. 2-Pfennigstücke, 95,561 Mark 56 Pf. 1-Pfennigstücke. Mithin sind im Ganzen geprägt: an Goldmünzen: 1,022,169,700Mark; an Silbermünzen: 22,306,927 Mark 60 Pf.; an Nickelmünzen: 2,099,831 Mark 40 Pf.; an Kupfermünzen: 445,917 Mark 82 Pf.

Bonn, 29. Mai. Die gestrige zwanglos-gemüthliche Zusammenkunft der Synodal-Abgeordneten in den Räumen der Lese- und Erholungègesellichaft war wieder ein Herz und ein Sinn bei aller Mannigfaltigkeit der deutschen Eigenart, wie sie in den Vertretern der vaterländischen- Gaue repräsentirt war. Professor Reusch brachte dem greisen Stiftspropst v. Döllinger, als dem geistigen Vater der Führer in der Bewegung, einen markigen Trinkspruch und betonte darin der perfiden ultramon­tanen Taktik gegenüber, daß der edle Mann mit Herz und Hand der unsere geblieben ist, w e es seine Briefe aus den jüngsten Tagen bezeugen. Auf Antrag des Juftizraths Schulz aus Bochum fandte darauf die Festversammlung folgendes Telegramm nach München: Herrn Stistspropst v. Döllinger. Die in fröhlich- festlichem Kreise veriammclieir Mitglieder der Synode und zahl­reiche Genossen von Bonn und Umgegend rufen ihrem gefeierten