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ZFür auswärtige Abonnenten «it dem betreffen­den Postaufschlag. Dieeinzelne Num­mer 1 Sgr.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, . und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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J£ 123- Freitag den 29. Mai. 1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Dem Schäfer Georg Müller in Hochstadt ist ein schwar­zer Hund, männlichen Geschlechts, entlaufen.

Hanau am 23. Mai 1874.

Tagesschau.

Se. Majestät der Kaiser und König haben den König­lich bayerischen Kron-Oberst-Kämmerer, Reichsrath und Staats- rath im außerordentlichen Dienst, Fürsten Clodewig zu Hohen­lohe-Schillingsfürst zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter bei der französischen Republik zu ernennen geruht.

DerR. u. St.-Anz." enthält das Gesetz, betreffend die außerordentliche Tilgung von Staatsschulden. Vom 26. Mai 1874.

Der Bau des provisorischen Reichstagsgebäudes wird mit Aufbietung aller Kräfte gefördert. Schon erhebt sich an der Straßenfront das neu aufzusetzende Stockwerk und man denkt in längstens 6 Wochen den Neubau unter Dach und Fach zu bringen. Die nächsten Wochen werden ausreichen, um das Innere zu vollenden, so daß bis Ende September der Bau für seine Bestimmung fertig gestellt sein dürfte. Es würde dies aber auch uuabweislich nothwendig werden, wenn man anders daran festhält, in der ersten Octoberwoche den Reichstag zu berufen Und dies wiederum wird unvermeidlich, wenn die Reichstags­session Angesichts der überaus umfassenden Arbeiten, welche ihrer harren, bis Weihnachten beendet sein soll.

Berlin, 28. Mai. DieNordd. Allgem. Ztg." constatirt, daß ihre auch von der Provinzial-Correspondenz ge­theilte Ansicht, daß nämlich Frankreich bei einem Kriege gegen Deutschland über Belgien herfallen werde, in Belgien erfreu­licherweise Verständniß gefunden habe. Für den Weltfrieden sei es von Bedeutung, wenn Belgien sich der Einsicht erschließe, daß Deutschland kein anderes Interesse und keinen anderen Wunsch in Betreff Belgiens hatte und hat, als die Unabhängig­keit und die Neutralität desselben aufrecht zu erhalten, während Beides von derfelben Seite in Frage gestellt werde, die Deutsch­land mit einem Rachekriege bedrohe.Bei uns", schließt der Artikel,herrscht hierüber kein Zweifel; die gleiche Einstimmig­keit der Ueberzeugung bricht sich in Belgien Bahn und scheint dazu angethan, die Seele seiner auswärtigen Politik zu bilden."

Reue grants. Pr.

Der Empfang des deutschen Botschafters in Paris hat am Sonnabend stattgefunden und ist die Erwiderung des Mar­schalls Mac Mahon auf die Anrede des Fürsten Hohenlohe be­reits telegraphisch skizzirt worden. Der vollständige Wortlaut derselben lautet nun nach derAgence Havas" folgendermaßen: Ich bin glücklich, zu vernehmen, daß Se. Majestät der deutsche Kaiser mir durch Ihren Mund von Neuem den Wunsch ausspricht, die gegenwärtigen guten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln. Ich theile diese Gesinnungen und beglückwünsche mich, daß Ihr Sou­verän, um ihn bei uns zu vertreten, Ew. Durchlaucht gewählt hat, welche durch Ihren hohen Rang und Ihre persönlichen Ei­genschaften für diese wichtige Mission ganz besonders geeignet erscheinen. Auch von anderer Seite wird bestätigt, daß Mar­schall Mac Mahon den Empfang des deutschen Botschafters als

Drücker gebraucht hat, um noch einige schwankende Ministerkan­didaten zum schleunigen Eintritt in das neue Kabinet zu be­wegen. (Berl. Tagbl.)

Der hiesige amerikanische Gesandte G. Bancroft hat be­kanntlich feine wissenschaftliche Ausbildung größtentheils auf euro­päischen und namentlich deutschen Universitäten erhalten. In dankbarer Erinnerung daran hat Hr. Bancroft nach derK. Z." in der amerikanischen Universität Cambridge bei Boston einen Fonds von 10,000 Dollars gestiftet, von dessen Zinsen, die nach unserem Gelde 7800 Thlr. jährlich betragen, junge Amerikaner, die auf dem europäischen Kontinent und besonders in Deutsch­land studiren, ein Stipendium erhalten sollen.

Mittellose gewerbetreibende Deutsche werden vor der Auswanderung nach Frankreich gewarnt. Es unterliegt den größten Schwierigkeiten, dort Beschäftigung zu finden und die Kosten der Rückkehr nach der Heimath sind, da die französischen Eisenbahnen fast durchweg keine Fahrbillets zu ermäßigten Prei­sen gewähren, erheblich. Das Reichskanzleramt hat schon früher Veranlassung genommen, den deutschen Regierungen zu empfeh­len, die Personen, welche nach Frankreich auswandern wollen, hierauf bei der Einhändigung der Legitimationspapiere aufmerk­sam zu machen.

Breslau, 27. Mai. In der heutigen Hauptsitzung der Versammlung deutscher Lehrer wurden u. A. folgende Re­solutionen angenommen:Die Allgemeine deutsche Lehrerver­sammlung spricht die Ueberzeugung aus, daß die einheitliche Entwickelung des deutschen Volkes gebieterisch fordere, die Ge­setzgebung über das Schulwesen im Deutschen Reiche dem Deut­schen Reichstage zu übertragen," und ferner:Die öffentlichen Gemeindeschulen sind in Bezug auf die Konfession nicht zu trennen."

Während des heutigen Festmahles sandte die Versamm­lung unter stürmischer Begeisterung einen telegraphischen Gruß an Se. Majestät den Kaiser. Auch an den Fürsten Bismarck und den Kultusminister Dr. Falk wurden begrüßende Tele­gramme gesandt.

Bonn, 27. Mai. In der Abendsitzung hat die Sy­node die von der Synodal-Repräsentanz aufgestellten Sätze über die Reform der Beichtpraxis mit unwesentlichen Aenderungen angenommen.

Darmstadt, 28. Mai. Karl Johann Hoffmann, Mit­glied der Fortschrittspartei und Präsident der Abgeordnetenkam­mer, ist gestern Abend in Folge eines Schlaganfalls plötzlich ge­storben.

Augsburg, 26. Mai. Nach heute Nachmittag hieher gelangtem Prirattelegramm, fo schreibt dieAugsb. Abdztg.", ist Hr. v. Mallinkrodt, der bekannte Führer der Ultramontaneu im Reichstage und im preußischen Abgeordnetenhause in Folge einer schnell verlausenden Lungenentzündung gestorben. Herr von Mallinkrodt, für dessen Wiedergenesung in München am Sonn­tag in der Frauenkirche gebetet wurde, war erst 53 Jahre alt. Er hatte sich vor wenigen Wochen in München mit einer Schwester seiner ersten Frau trauen lassen.

Einer der hervorragendsten und hoch begabtesten Füh­rer der ultramontanen Partei in Deutschland hat die heißen Kämpfe um das Rechtsgebiet, welches Staat und Kirche gleich-