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Mas. hohe Staatsregierung — in gleicher Weise, wie bei Gelegenheit der am 4. Juni v. I. stattgefundenen Bischofswahl, — die Erklärung zu richten, daß sie den ihrerseits zur Synode De- legirten den Auftrag gegeben haben, an den synodalen Berathungen nur unter dem ausdrücklichen Vorbehalte theilzunehmen, daß die bayerischen Altkatholiken allen denjenigen Beschlüssen der Synode, welche die Jurisdiktion des von ihnen erwählten Bischofs znr Voraussetzung' haben, einstweilen und bis zur eventuellen Anerkennung des Bischofs von Seiten Ew. königl. Maj. hohen Staatsregierung für bayer. Unterthanen keine Giltigkeit beilegen können. In allertiesster Ehrfurcht beharrt — München, 21. Mai 1874 — die Vorstandschaft des bayer. Landesvereins re. Dr. C. A. Cornelius. Graf v. Moy." — Eine Erklärung desselben Inhalts werden die bayer. Delegirten auch der Synode gegenüber und noch vor Beginn der synodalen Verhandlungen abgeben. (Augsb. Abdztg.)
— Landshut. Die als Agentin des Spitzederschwindels bekannt gewordene Besitzerin der Gastwirthschaft „zum Feuerbräu", M. Schmid, wurde vom kgl. Bezirksgericht München wegen Betrugs und Meineids zu 4 Jahren Zuchthaus, ihre Tochter zu 9 Monat Gefängniß verurtheilt.
— Das „Elsässer Journal" veröffentlicht eine von 80 der angesehensten altstraßburger Bürger und Handelsfirmen unterzeichnete Petition an den Reichskanzler, in welcher um die Genehmigung einer beschleunigten Erweiterung der Stadt nach- gesncht wird. Im Eingang der Adresse wird unter Hinweis auf die Haltung des Reichstagsabgeordneten Lauth hervorgehoben, daß die Stadt eines Vertreters im Reichstage entbehre und sich deshalb vertrauensvoll unmittelbar an den Reichskanzler als den beredtesten und unermüdlichsten Vertreter ihrer Wünsche und Beschwerden wende. Die Adresse gedenkt mit großer Anerkennung der Maßregeln, welche zur Linderung der Nachwehen des Krieges getroffen seien, und spricht besondere Befriedigung aus über das Aufblühen der neuen Hochschule, durch welche die Stadt bald wieder ihren alten Platz unter den Universitätsstädten einnehmen werde. Es wird schließlich der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß, wenn Straßburg seine politische und geographische Lage richtig verwerthe, es bald wieder sein könne, was es schon einmal war: eine bedeutende Handelsstadt und ein Emporium für ganz Süddeutschland.
— Bern, 23. Mai. Bis jetzt haben sich 16 Priester zur Ausnahme in das neue katholische Ministerium des Kantons Bern gemeldet.
— Paris, 23. Mai. Ueber den Empfang des deutschen Botschafters geht der „Nat.-Ztg." folgendes Privattelegramm zu: Heute um 1 Uhr Nachmittags fand der feierliche Empfang des deutschen Botschafters, Fürsten Hohenlohe, statt. Drei Galawagen mit Piqueurs â cheval holten den Botschafter aus dem Botschaftshotel ab; im ersten Wagen saß Fürst Hohenlohe, ihm gegenüber Herr Mollard, der Jntroducteur der Gesandten. Im zweiten Wagen befanden sich dec Botschaftsrath, Graf von Wes- dehlen, die Botschafts-Sekretäre, Baron von Holstein, von Dehn und Herr Lindau. Die Militär-Attachès Major v. Bülow, Hauptmann Theremin und Lieutenant Brandes folgten in Galauniformen im dritten Wagen. Bei der Ankunft im Elyseepalast bildete ein Infanterie-Bataillon mit Fahne und Musik Spalier; die Truppen präsentsten das Gewehr, während die Musik die Nationalhymne anstimmte. Im großen Elys6e erwartete der Marschall Mac Mahon, welcher über der Marschallsuniform den Schwarzen Adler-Orden trug, den Botschafter. Dem Marschall zur Seite standen der Minister des Aeußern Herzog von Decazes, der Kriegsminister General de Cissey und dec gejammte militärische Hofstaat. Die Unterhaltung des deutschen Botschafters und des Präsidenten war eine sehr herzliche. Fürst Hohenlohe erklärte, er sei beauftragt die freudschaftlichen Beziehungen Deutschlands und Frankreichs aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln, worauf der Marschall Mac Mahon erwiderte, er sei glücklich, als Botschafter eine so hohe Persönlichkeit zu empfangen, auch theile er die vom Botschafter ausgesprochene Gesinnung. Vor dem Elyche war eine große Menschenmenge versammelt, die sich jedoch jeder feindseligen Kundgebung enthielt.
— Madrid, 26. Mai. Die Carlisten haben einen Eisenbahnzug zwischen Saragossa und Madrid angehalten. Von hier sind Truppen an den betreffenden Ort abgegangen.
— Barcelona, 26. Mai. Don Alphons von Bourbon und die Gemahlin von Don Carlos befinden sich in Solsona, um dort eine Truppenabtheilung zu organisiren, welche ihre Eskorte nach Maestrazgo bilden soll. — Der General-Kapitän von Katalonien hat von der Regierung Verstärkungen von wenigstens 4000 Mann verlangt und im Falle eines abschlägigen Bescheides seine Entlassung begehrt.
— Das „Telegraphen-Korrespondenz-Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 23., daß dort auf den Direktor des österreichischen Lloyd Nikolitsch ein Mordanfall gemacht und derselbe durch einen Pistolenschuß schwer verwundet worden ist. Wie ein weiteres Telegramm mittheilt, ist derselbe am 25. Morgens seiner Wunde erlegen. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, seines Mörders habhaft zu werden.
— Die „Neue Frftr. Pr." schreibt unterm 26. Mai aus Frankfurt a. M.: Im Zoologischen Garten, welcher während der Feiertage von mehr als 5000 Personen besucht war, wurde ein schwarzer Schwan von seinen Genossen erwürgt. — In Offenbach trug sich am Samstag ein bedauerliches Unglück zu. Ein junger Mann fuhr mit zwei Pferden einen Wagen in den Main, wie er es gewöhnlich Abends zu thun pflegte. Kaum war das Gespann aber im Fluß, als es in ein Loch gerieth, so daß der Wagen sammt dem Fuhrmann fortgerissen wurde. Ein Knecht wollte retten und büßte sein Leben ebenso wie sein junger Herr ein. Die Leiche des Ersteren ist gestern gefunden worden, die des Letzteren wird noch vermißt.
Lokales und ProvmzieKes.
Hanau, 27. Mai 1874.
— Herrn Staatsanwaltsgehülfe Sporleder dahier wurde der Charakter als Staatsanwalt ertheilt.
— In der Richtung nach Hanau bezw. Offenbach findet auch bei Einführung des Sommerfahrplans mit Zug 13 und in umgekehrter Richtung mit den Zügen 14 und 20 Beförderung auf Arbeiter-Wochenbillets statt.
— Gestern Abend gegen Vail Uhr stürzte sich ein bis jetzt noch unbekannter Mann an der Wilhelmsbrücke ins Wasser; Theile seiner Kleidung (Hemd und Schuhe) wurden vorgefunden und liegen auf hiesigem Landrathsamt zur Ansicht bereit.
—r. Daß das hiesige Publikum regen Antheil an den von hiesiger Civilkapelle in den herrlichen Schloßgärten abgehaltenen Concerten nimmt, beweist wiederum der starke Besuch des gestrigen Nachmittags-Concert und können wir nur wünschen, daß die Civilkapelle sich dadurch veranlaßt fühle die schönen Sommertage zu benutzen und recht fleißig zu concertiren.
— Die Bahnhofsrestauration zu Schlüchteru wird vom 1. Juli ab vergeben und sind Offerten bis zum 10. Juni er. unter der Aufschrift: „Offerten zur Uebernahme der Restauration auf dem Bahnhof zu Schlüchtern" unter der Adresse Königl. Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. einzusenden. — Vom 1. Juli er. übernimmt der seitherige Restaurateur im Schlüchterner Bahnhof Herr Deckelmeyer, die hiesige Bebra-Frankfurter Bahnhofsrestauration.
— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 0,83 Meter.
— Fulda, 26. Mai. Zu den vier in Fulda bereits erscheinenden Zeitungen soll sich nun vom 1. Juli d. J. an noch eine fünfte gesellen. Der Herr Buchdruckereibesitzer A. Ney jun., der auch bereits als Novellist unter dem Namen Edmund Hahn rühmlichst bekannt geworden ist, hat nämlich die Absicht, ein Organ der Fortschrittspartei hierselbst zu gründen. Das neue Blatt soll vorerst nur zweimal in der Woche erscheinen und es wird sich demselben zugleich ein rein belletristisches Sonntagsblatt anschließen. (Hess. Mgztg.)
— Die königl. Renterei in Friedewald wurde, nach dem „N. C.-A.", Anfangs dieses Monats einer außerordentlichen Revision unterzogen, bei dieser Gelegenheit wurde entdeckt, daß der dasige Rentmeister B. zum Zwecke der Täuschung mehrere 50 Vi