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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Freitag den 1. Mai

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Die Upalttge Garmond,eile ob deren Raum

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Die bspaltige Keile 3 Sgr.

1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden und die Orts­vorstände der selbstständigen Gutsbezirke des Kreises ersuche ich, Sich zu einer Besprechung über wichtige Gemeinde-Angelegenhei­ten Mittwoch den 6. Mai d. I., Vormittags 10 Uhr, in meinem Geschäftslokale präcis einfinden zu wollen.

Sollte bei einzelnen Bürgermeistern und Ortsvorständen /ine Verhinderung zu dem Termin eintreten, so bestimme ich zur Besprechung für diese den darauf folgenden Tag.

Hanau, am 23. April 1874.

Tagesschau.

DerReichs- u. Staats-Anzeiger" enthält: Gesetz, be­treffend die Abänderung des Artikels 18 des in den vormals bayerischen Gebietstheilen gültigen Gesetzes vom 17. November 1837 über die Zwangsabtretung von Gruudeigenthum für öffent­liche Zwecke, vom 9. März 1874.

Berlin, 30. April. In der heutigen (55.) Sitzung des Hauses der Ageordneten wurde zunächst der Eingang zweier Gesetzentwürfe mitgetheilt: von den Ministern des Innern und der Justiz ein Gesetzentwurf, betreffend die Aufhebung des Ho- magialeides, von den Ministern der Finanzen und der Land­wirthschaft ein Gesetzentwurf, betreffend die Bewilligung von Schauprämien für Vollbluts- und Zuchtpferde. Dann setzte das Haus die zweite Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend die Enteignung von Grundeigenthum, fort und erledigte bis zum Schluß des Blattes die §§. 4050. (§§. 4550: Wirkungen der Enteignung)

Ein Berliner Korrespondent derMagd. Ztg." berichtet: Der Centrumsfraktion des Reichstages, namentlich ihren süd- und westdeutschen Mitgliedern verursachen die fortgesetzten Nie­derlagen ihrer Partei ein nicht geringes Unbehagen. Sie sprachen in den letzten Tagen den Wunsch aus, daß ein vielgenannter deutscher Prälat nach Rom ziehen möchte, um den Papst zur Herstellung eines modus vivendi zwischen der Kurie und dem deutschen Reiche zu bewegen. Wie wir indessen von zuverlässiger Seite hören, hat sich der Reichskanzler entschieden gegen eine Unterhandlung ausgesprochen, welche nicht seitens der Kurie auf der Basis einer vollständigen Anerkennung der Staatssouveränität geführt würde. Ob sich die Ultramontanen entschließen werden, die Maigesetze und die übrigen kirchenpolitischen Reichsgesetze au- zuerkennen, das bestreiten einsichtige Politiker, so lange überhaupt die fanatisirte katholische Bevölkerung ihren gegenwärtigen Füh­rern blinde Folge leistet.

Der Domherr Dulinski in Gnesen hat den Protest des Domkapitels, der nach Art der von uns erwähnten Eingabe des Paderborner Kapitels abgefaßt ist, nicht mitunterzeichnet und wird dafür von dem ultramontanenKur. Pozn." auf's Heftigste angegriffen.Dulinèki", ruft dieses Blatt,hat seine Unter­schrift verweigert. Die Sache richtet sich selbst und man hat seinen Grund, solche Leute auch einmal in öffentlichen Blättern Ju schonen. Man drücke auf seine Stirn das Brandmal heftiger Entrüstung und überlasse ihn seiner versäuernden Ruhe." So greift ein christliches Blatt einen Priester an, dessen Würdigkeit selbst von seinen Gegnern gerühmt wird. Und sein ganzes Ver­

brechen besteht darin, daß er nicht gegen die Obrigkeit Wider­spruch erheben will. (Berl. Tagbl.)

Jena, 29. April. Die Eröffnung des Betriebes der Saalbahn findet, nachdem heute die staatliche Genehmigung er­folgt ist, auf der ganzen Strecke am 1. Mai d. I. statt.

Mainz, 29. April. Die heutige Generalversammlung der Aktionäre der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft be­schloß, eine Gesammtdividende von 9 pCt. zu vertheilen und 250,000 fl. dem Erneuerungsfonds der alten Linien, 12,630 fl. dem Reservefonds, endlich 20,000 fl. der Pensionskasse zu überweisen.

Wien, 25. April. Ganz Oesterreich sieht jetzt erwar­tungsvoll auf die von Zeit zu Zeit zur Veröffentlichung gelan­genden Berichte über den Saatenstand; in der That hängt das Schicksal des Kaiserstaates in gewisser Beziehung von der dies­jährigen Ernte ab. Fällt diese günstig aus, dann ist Hoffnung auf eine durchgreifende Erholung; die Aussichten sind bis in den letzten Tagen, wo die große Hitze einige Beunruhigung hervvr- rief, ziemlich befriedigend gewesen. Von den günstigen Ernte- Aussichten haben bisher übrigens nur die Eisenbahn-Papiere Nutzen gezogen, weil Ungarn, im Falle es Heuer wieder mit ei­ner reichlichen Ernte gesegnet sein sollte, unter allen Umständen in der Lage ist, am frühesten mit seinem Getreide auf dem Markte zu erscheinen, was natürlich den Exportbahnen sehr zu statten kommen muß; abgesehen davon, daß eine gute Ernte auf den Handel und auf die Industrie befruchtend einwirkt und dadurch der Bahnverkehr energisch belebt wird. Auch den Banken kann nur eine gute Ernte aufhelfen, und da überdies alle größeren Banken bereits ihre Bilanz veröffentlicht und ihren Status klar gelegt haben, so wartet die Spekulation mit fieberhafter Unge­duld auf den weitern Verlauf der Entwickelung der Saaten.

Man müßte die Franzosen, so schreibt dieTribüne", schlecht kennen, wenn man sich wundern sollte, daß ein Ereigniß, wie die famose separatistische Rede des Deputaten Piccon in Nizza, noch immer und vielleicht noch wochenlang das Tages­gespräch bildet. Mit wahrer Wuth stürzen die Pariser Journale über den Unglücklichen her und suchen ihn aus der National­versammlung, ja womöglich aus dem Lande heraus zu schreien. Das französische Parlament hat nun auch seinen Teutsch ge­funden, wird aber schwerlich so glimpflich mit ihm verfahren, wie das deutsche. Upb trotzdem ist Herr Piccon als Nizzarde Italiener von Geburt, während Herr Teutsch seine Schmähungen gegen die deutsche Nation mit unverkennbar deutscher Zunge verübte. Der Deutsche nahm die grundlosen Forderungen seines verirrten Landsmannes mit Heiterkeit und geduldiger Ironie entgegen, der Franzose fällt über die gerechten Ansprüche eines ihm künstlich beigesellten Fremden wie über ein gemeines Ver­brechen her. Wir gestehen offen, daß wir dem deutschen Charakter gern etwas von dem edlen Zorn gekränkten Nationalsinnes gönnten; vor einer so lächerlichen Grimasse von Hochmuth und Eitelkeit aber, wie sie das französische Volk auch in diesem Falle wieder zeigt, wird die deutsche Nation trotz ihrer Macht und Größe sich hoffentlich auch ferner bewahren.

Barcelona, 28. April. Nach hier eingetroffenen Meldungen sind die Cailfftenführer Prades und Flix mit ihren Banden in einer Stärke von 1500 Mann in Alforja (Provinz