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^94. Donnerstag den 23. April. 1874.
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; Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Die Herren Bürgermeister der Gemeinden mit Fabriken, worin jugendliche Arbeiter beschäftigt sind, werden an baldige Einsendung einer Abschrift von den über letztere geführten Listen erinnert.
Hanau am 21. April 1874, â^Aii^ .'-Ui l, >> > 1 I ,.i .N.vqjM^I» !-.■ I I uj..- ,j - I . p, . .
1 Tagesschau.
— B e r l i u, 22. April. * Jin ferneren Verlaufe der gestrigen Sitzung setzte der Deutsche Reichstag die erste Berathung des Gesetzentwurfes,, chetreffend die Verhinderung der unbefugten Ausübung von Kirchen'ämtern, fort. Nachdem der Abg. Dr. v. Schulte sich für hèstftlbèst ausgesprochen hätte, sprach der Abg. Dr. v. Buß gegen denselben. Der Abg, v. Sastckeit-Tarputschen erklärte sich für den Gesetzentwurf, weil mit demselben das Ziel sèrstèt Pärtei, Bèfteiung des Individuums, erreicht würde. Der Abg. Bayrhammer sprach sich gegen den Entwurf aus, weil er das religiöse WLmKtM erschüttern würhe. Zürn Schluß trait dann der Abg. Graf v. Frankenberg für denselben ein, als Mittel, die Existenz des Deutschen Reichs gegen schädliche Einflüsse zu sichern. — Damit schloß die erste Lesung. — Schluß 5 Uhr. P .
In der heutigen (38.) Sitzung des Deutschen Reichstages beäütwortete der Stüaks-Mittfftsr vr. Delbrück, folgende Juter- pMGn.des. Nba Hr. Schulze (Delitzsch): , > ^.s mißt Das unterzeichnete Mitgsted des Reichstags richtet an den Herrn Reichskanzler die Anfrage:
I) Stèht die verheißene Gesetzvorlage über die Hülfs- und Unterstützungskassdn der Arbeiter für die nächste Reichstags- Session zu sichrer Aussicht?7 / ' 2) Sind, in Berücksichtigungder Bestimmung des §. 141, Alinea 2 der Gèwerbe-Ordnung, Seitens des Bundesrathes Schritte zu erwarten, um die in Folge jener Zulassung von den Arbeitern gegründeten, auf Gegenseitigkeit beruhenden sogenannten freien Kassen der bezüglichen Art in den einzelnen deütsch'en Staaten, bié zur definitiven reichsgesetzlichen Regelung der Angelegenheit, in ihrem Bestände zu erhalten? ;
Eine zweite Interpellation des Abg, Soehnlin:
Das unterzeichnete Mitglieddes Reichstages richtet an den Herrn Reichskanzler die Anfrage: 1) Wird das Gesetz vom .27. Mai 1872, betreffend den Bau der Eisenbahnlinie- Col- mär-Breisach, nicht zur Ausführung gebracht werden? 2) In , welcher Frist könnte derselbe zur Ausführung gebracht werden? beantwortete bét Bundes-Kommissar, Direktor der Abtheilung des Michskanzler-Amtes für Etfaß-Lvthringen, Wirklicher Gehèt- D^.Mr-Iegtèrllngs-'Rath Hertzog. Dann erledigte das Haus zahlreiche Petitionen und trat demnächst in die dritte Berathung des GesetzeNtwurses, bètrMd die Ausgabe von Reichs-Kassen- Hetnen, ein. Ml. der Mneraldiskuision sprach sich'der Abg. V. Kar.dom, der bei Schluß des Blattes das Wort noch hatte, gegen das Geich aus. a
o • — Germersheim. Die Pfalz, st schreibt die „AugÄ. Odtg.ch darf sich ohne Ueberhebung rühmen, daß ähre 20 Abgeordneten in der bayerischen Kammer die liberale und deutsche Megierung Mes Hönigs unterstützen, daß ihre sechs Reichs- «u^« ^p^«o«. veriMvmerren boten lyl deutschen Parlamente, in der Wehrfrage, unbestritten | perhoreszirten Boden der Verfassung ■
die wichtigste und die gefährdetste, treu zu Kaiser und Reich standen, obwohl zwei derselben ihre Sitze auf den Bänken der Fortschrittspartei genommen und lieber die Fraktion als das Vaterland verlassen haben. Aber mit gewissem Stolz sieht die Pfalz, daß einer ihres Söhnè, den Verhältnisse und Ueberzeugung zu den Socialdemokraten führten, in dieser eminettt nationalen Frage die heiligste Pflicht „an's Vaterland, an's theure anschließt" ünb' über die Parteiforderungen erhebt; der Reichstagsabgeord- üete Geib, ein Pfälzer, hat mannhaft diese letztere dem Vaterlande untergeordnet. Es mag uns gestattet sein, auf solche höch- erfreuliche Thatsachen hinzuweiseN. Wie lange ist es her, und man hat uns Pfälzer vielfach französischer Sympathien beschuldigt, Franzosen haben uns Viele zu schelten gewagt, weil wir bewährte Institutionen werth und dachst festhielteü, nicht weil, sondern obgleich die französische Fremdherrschaft sie uns gegeben hat. Kein Land, keine Provinz hätte unter den räuberischen Gelüsten des FraNzosenvolks so lange und so viel zu erdulden wie die 'Pfalz. Ist'2g0 Jährèu wütdè sie mehr als zwölfmal von diesen kriegslustigen Nachbarn zertreten. Wenn die Mord« brennerhorderr eines Turenne, eines Melac und wie die Scher- gen des allerchristlichsten Königs Heißest mögen, wenn die Ohne- Hosen-Banden eines Eustine, Pichègrü, Jourdan und Anderer unsere Städte plünderten und verbrannten, unsere Groß- und Urgroßeltern erbarmungslos von Haus und Hof vertrieben, mißhandelten usid mordeten, da schönten unsere- Voreltern vergeblich nach eines Vaterlandes Hilfe und Schutz. Das Reich war machtlos, wehrlos durch die Selbstsucht "feiner Dynastien, durch die Selbstsucht des Kaiserhauses, durch die Intriguen des Auslandes; durch den Verraty unserer von Jesuiten blind geleiteten Neuburger Kurfürsten war das Elend dieses gesegneten Landes unerträglich geworden! Wie ist das alles anders geworden. Das Rè'ich und der deutsche Kaiser sind mächtig gebietend erstanden. Die Sehnsucht nach einem einigen, schützenden Gesammtvaterland tzät sich in hingebende Reichstreste und iâitze Vaterlandsliebe bei dem Pfälzer aufgelöst.
— Glänzend hat das österreichische Herrenhaus die Erwartungen gerechtfertigt, welche Me gejammte liberale Partei Oesterreichs der Abstimmung des (13. April über das konfessionelle Gesetz vertrauensvoll entgegenbrächte. Mit 77 gegen 43 Stimmt, eine Majorität, die stärket ist, als selbst die sanguinischen Freunde der kirchenpolitischen Reform gehofft hatten, und welche auch die Mehrheit in der konfessionellen Debatte des Jahres 1868 bei weitem übertrifft, wurde der Antrag der Klerikalen auf Verwerfung des Gesetzes über die äußeren Rechtsverhältnisse her ^Lttzölischèn MM abgèlehnt ; (auch der griechisch-katholische Erzbischof Bendella stimmte gegen den Antrag der Klerikalen), und nach einer kurzey Spezial-Debatte wurde der Gesetzentwurf mit jenen wenigen Abänderungen, welche die Majorität der .KvinMisstvn vorgeschlagen hatte, endgiltig genehmig,, Die Agi« .tütionen der. Kirchenfürsten, die Prohungèn her kirchlichen Armee, die vernehmbar schon während.- (ber< Debatte mit den Waffen flirrte, der, schmeichelnde Appell an -den Komeivatismus,. den man in Oesterreich so gern mit' dem AltramMtanisMus verwechselt, ■ selbst die über Pacht vollzogene Diversion der Mt der staats- rechtlicheu Opposition verschwisterten Feudalen auf den lange
< — Alles scheiterte an der