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6051 Mark 28 Pf. 2-Pfennigstücke, 5774 Mark 42 Pf. 1-Pfen- nigftüde. Vorher waren geprägt: an Goldmünzen: 819,369,060 Mark 20-Markstücke, 202,166,750 Mark 10-Markstücke; an Sil­bermünzen: 10,927,399 Mark 1-Markstücke, 3,921,323 Mark 80 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 1,338,065 Mark 30 Pf. 10-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 227,060 Mark 72 Pf. 2-Pfennigstücke, 56,807 Mark 21 Pf. 1-Pfennigstücke. Mithin sind im Ganzen geprägt: an Goldmünzen: 1,021,535,810 Mark; an Silbermünzen: 16,044,046 Mark 40 Pf.; an Nickelmün­zen : 1,460,032 Mark 20 Pf.; an Kupfermünzen: 295,693 Mark 63 Pf.

— Nach einer Mittheilung aus Mayen ist es auch zu Polch zu einem Krawall gekommen, der in den kirchlichen Verhältnissen seinen Grund hat. Der dortige ftaplan Volk war längere Zeit in Koblenz eingesperrt gewesen, und als er entlassen wurde, holte ihn ein großer Schwarm von Polcher Eingeborenen ab und ge­leite ihn nach Hause, wobei es wiederholte Konflikte mit der Gensdarmerie und Hiebe mit flacher Klinge setzte. Am Abend wurde das Pfarrhaus gestürmt, die Pfarrersköchin geschlagen und der krank im Bette liegende Pfarrer, der dem Kaplan nicht gewogen sein soll, mit den gröbsten Schimpfreden überhäuft. Der Lärm nahm so überhand, daß die Polizei requirirt werden mußte, die verschiedene Verhaftungen vornahm. (Berl. Tagbl.)

— Aus Zerbst ist ein stark unterzeichneter Protest gegen das neue Schullesebuch abgegangen, welches das herzogliche Con- sistorium soeben einzuführen gedenkt. Es wimmelt von ganz orthodoxen und pietistischen Anschauungen, und wenn nur ähn­liche Prostete auch von andern Seiten kommen, so wird die an- haltische Regierung kaum wagen dürfen, ein so unzeitgemäßes Machwerk den Bürgern zum Trotz aufrecht halten zu wollen.

— Gotha, 15. April. Zufolge einer heute ausgegebenen Verordnung ist auf Grund des Reichsmünzgesetzes voni 9. Juli v. Js. von den Verwaltungen der öffentlichen Kassen in den Herzogthümern Coburg und Gotha die Reichsmarkrechnung vom 1. Juli L Js. ab zur Anwendung zu bringen.

— München, 18. April. Die zur Berathung in der Ci- vilehegesetzgebung im Staatsministerium der Justiz niedergesetzte Kommission ist aus folgenden Mitgliedern gebildet: Den Vorsitz führte Se. Exz. der königl. Justizminister Dr. v. Fäustle (wel­cher sich morgen nach Berlin begibt), beigezogen sind Oberregie­rungsrath Brennfleck; Regierungsrath Kopp, beide vom Staats­ministerium des Innern; Regierungsrath M. Stenglein und Be­zirksamtsassessor Chr. Heuner, beide vom Kultusministerium, Appellationsgerichtsrath Wilh. Kastner vom Justizministerium. Als Schriftführer sungirt Accessist Hoffmann.

— Wien, 20. April. Die „Montagsrevue" meldet, die Commission des Herrenhauses zur Vorberathung der confessionellen Gesetzvorlagen habe das Gesetz über die äußeren Rechtsverhält­nisse der katholischen Kirche nunmehr in der von dem Abgeord­netenhanse vorgeschlagenen Fassung angenommen.

— Bern, 20. April. Bei den Wahlen zum Großen Rath im Kanton Neuenburg wurden 90 Radikale und 11 Couservative gewählt. In der Stadt Bern sind die Conservativen vollständig durchgefallen. Auf dem Lande sind die Wahlen zum Großen Rath meist liberal ausgefallen. — Bei der gestrigen Abstimmung über die Annahme der Bundesrevision stimmten nach dem jetzt bekannten Gesammtresultat 2/s mit ja, Vs mit nein. In der Abstimmung der Stände haben 14V'2 Kantone für, 7Vs Kantone gegen die Annahme gestimmt.

— Madrid, 19. April. Der Marschall Serrano und der Admiral Topete haben, nach aus Somorrostro eingetroffenen Nachrichten vom 18. d., nach der Rückkehr des Letzteren in das Hauptquartier eine längere Zusammenkunft gehabt. Morgen werden die sämmtlichen Truppenführer zu einer Berathung zu- sammeutreten. Die Flotte ist bereit, ihre Operationen an der Mündung des Nervion sofort zu beginnen.

— Im Vatikan hat sich, wie man der „D. Ztg." aus Rom schreibt, dieser Tage wieder eine interessante Scene abgespielt, und zwar zwischen dem Papste, Kardinal Antonelli und dem neube­glaubigten Nuntius beim Wiener Hofe, Monsignore Jacobini, 'eenlaß dazu gaben Depeschen des Ex-Nuntius Falcinelli an den

Staatssekretär, in denen er mittheilte, daß Katholikenführer und zahlreiche Adelige, mit denen er Gelegenheit gehabt, sich zu un­terhalten, ihn ersucht hätten, bei Antonelli dahin zu wirken, daß er gegen Oesterreich strengere Saiten aufziehe und, wenn nöthig, es sogar auf einen eklatanten Bruch mit dem Kaiserstaate ankom­men lasse. Diese Depeschen legte der Kardinal-Staatssekretär sogleich dem Papste vor, welcher nicht wenig Lust zeigte, die von Wien ertheilten Rathschläge auch zu benützen. Der schleunigst herbeigeholte neue Nuntius Monsignore Jacobini, dessen Ansicht der Papst auch in dieser Angelegenheit zu hören wünschte, wollte jedoch nicht mit der Sprache heraus, worauf ihm Kardinal An­tonelli zu Hilfe kam, indem er meinte, daß falls Se. Heiligkeit auch mit Oesterreich brechen sollte, dann der Vatikan in Europa nicht eine befreundete Großmacht mehr besitzen werde, da man sich jetzt auch mit Frankreich der „Oreuoque"-Angelegenheit we­gen überworfen habe. (Die zum Schutze des Papstes vor Civita- Vecchia ankernde französische Fregatte „Orenoque" hatte nämlich zu Ehren des Regierungsjubilüums Viktor Emannels die italie­nische Flagge aufgehißt.) Es sei daher doch gerathen, mit Oester­reich auf freundlichem Fuße zu bleiben. Nun bekam auch Mon­signore Jacobini Muth und legte Seiner Heiligkeit klar dar, daß jeder eklatante Bruch mit Oesterreich dieses mehr und mehr in die Hände der Liberalen treiben würde und daß er, wenn nur einmal in Wien auf seinem Posten, es nicht unterlassen werde, Oesterreichs Staatsmänner Rom geneigter zu machen. Diese Sprache machte auf Pius IX. den lebhaftesten Eindruck und er ersuchte den neuen Nuntius, seine Abreise nach Wien zu beschleu­nigen. Zugleich fügte der Papst den Wunsch hinzu, noch vor der Abreise des Letzteren nach seinem Bestimmungsorte ausführ­licher mit ihm über seine dem Wiener Hofe gegenüber einzuneh­mende Stellung sprechen zu können, und möge dann auch der Kardinal-Staatssekretär dieser Unterredung beiwohnen. (Msgr. Jacobini ist mittlerweile in Wien eingetroffen.) iAugsb. Mdztg.)

— Der General-Consul der Vereinigten Staaten von Nord­amerika für Spanien ist gegenwärtig ein geborener Fuldaer, Namens Friedrich Scheuch, ein Sohn des verstorbenen Land­richters Scheuch. (Fuld. Ztg.)

— Die „Neue Frftr. Pr." schreibt unterm 20. April aus Frankfurt a. M.: Der Herzog von Nassau wird noch bis Ende Mai in Wien verweilen und alsdann hier oder in Königstein residiren. Das vom Herzog gekaufte Haus in Wien liegt in der Reisner'schen Straße (ehemals v. Metternich'scher Garten), ist noch nicht ganz vollendet, wird aber bis zum November d. I. beziehbar. Die Ratification dieses Hanskaufes ist längst vollzo­gen und daher die gegeutheilige Notiz des „N. W. F." voll­ständig unbegründet. — Der diesjährige hiesige Frühjahrspferde- martt wird am 27., 28. und 29. d. M. abgehalten werden. Am 27. d. M. findet in der ehemaligen Gendarmerie-Caserne von Morgens 8 Uhr ab die Prämiirung der besseren dem Markte zugeführten Pferde statt und darauf die Vertheilung der Preise an die Besitzer derselben im Hotel de Russie Mittags 1 Uhr. — Der hier unter dem Verdachte, den Mord an der Fräulein Frey begangen zu haben, aus Aschaffenburg eingelieferte Becker, hat sich als unschuldig erwiesen, wird aber, da er noch unter einer anderen Anklage steht, noch nicht in Freiheit kommen.

Lokales und Provinzielles.

Hanau, 21. April 1874.

— Für Kunstfreunde dürfte es interessant sein zu ver­nehmen, daß in dem Schaufenster des Herrn Uhrmachers H. Raabe eine Pendule ausgestellt ist, deren Pendel scheinbar ohne Impuls, ganz frei hängend, schwingt, und ist es bei der schärf­sten Beobachtung nicht möglich zu constatiren, wodurch die Schwingungen unterhalten werden.

— In letzter Zeit sind in verschiedenen Wirthschaften neue Billard's aufgestellt worden und werden dieselben alle benützt, also ein Zeichen, daß sich dieses unterhaltende solide Spiel ^hier so recht eingebürgert hat. . Unterm Heutigen läßt Herr Jean Zeh in den 3 Günsen in seinem letzten Herbst hergerichteten neuen geschmackvollen Lokale auch ein zweites neues Billard, aus