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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
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Jtë 85. Montag den 13. April. 1874.
Bekanntmachung,
betreffend den Remonte-Ankauf pro 1874.
Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei, ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Bereich der Königlichen Regierung zu Cassel für dieses Jahr nachstehende, Morgens mit 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar:
en 13. Juni in Cassel,
den 27. Juni in Fulda,
„ 15. „ „ Eschwege,
„ 30. „ „ Neuhof,
„ 16. „ „ Sontra,
„ 4. Juli „ Ziegenhain,
„ 18. „ „ Rotenburg,
„ 6. „ „ Gemünden,
„ 19. „ „ Melsungen,
„ 7. „ „ Frankenberg,
„ 20. „ „ Gensungen,
„ 9. „ „ Kirchhain,
„ 22. „ „ Fritzlar,
„ 10. „ „ Marburg,
„ 23. „ „ Homberg,
„ 16. „ „ Hanau,
„ 25. „ „ Hersfeld,
„ 2. Sept. „ Rinteln,
„ 26.....Hünfeld,
„ 8. „ „ Hofgeismar.
Die von der Militair-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückzunehmen ; auch sind Krippensetzer vom Kaufe ausgeschlossen.
Die Verkäufer find ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und Ringen versehen, eine starke Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei, mindestens zwei Meter langen, starken Hanfstricken — ohne besondere Vergütung — mitzugeben.
Berlin den 3. März 1874.
Kriegs-Ministerium,
Abtheilung für das Remonte-Wesen.
gez. von Schön. von Klüber.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 27. März 1874.
Der Landrath : Schrötter.
Neue Jagdscheine erhielten Friedrich Brosch zu Mittelbuchen, Fliedner, Gerichtsasfessor zu Hanau, Johann Konrad Rohr, Jagdaufseher zu Ravolzhausen, Balthasar L orge, Kaufmann zu Großauheim, Christoph Schäfer zu Oberissigheim, Wilhelm Stroh, Buchhalter zu Großauheim, Friedrich Schäfer, Kaufmann zu Offenbach, Conrad Ullrich, Waldschütz zu Kilianstädten, Premierlieutenant Wagner zu Hanau, G. Wolf, Gymnasiallehrer zu Hanau.
Hanau am 7. April 1874.
Tagesschau.
— Berlin, 11. April. Im ferneren Verlaufe der gestrigen Sitzung setzte der Deutsche Reichstag die Wahlprüfungen fort. Es wurden die Wahlen des Abgeordneten: Stumm (6. Wahlkreis des Reg.-Bez. Trier), Dr. Haenel (7. Schleswig- Holsteinscher Wahlkreis), Abeken (für den 2. Braunschweigischen Wahlkreis) und Dr. Brande (9. Wahlkreis von Hannover) für
gültig erklärt; die des Abg. v. Woedtke (7. Wahlkreis des Reg.- Bez. Stettin) beanstandet. Schluß 4^2 Uhr.
— In der heutigen (29.) Sitzung des Deutschen Reichstages wurden zunächst die Wahlen der Abgeordneten Schmidt (Zweibrücken) für den 4., Dr. Zinn für den 6. Wahlkreis der Rheinpfalz, Graf v. Preysing für den 2. Wahlkreis von Niederbayern, Georgi für den 22. sächsischen Wahlkreis, Schöttler für den 2. braunschweigische Wahlkreis, Friderich für den 9. badischen Wahlkreis, Koch für den 3. braunschweigischen Wahlkreis und Struckmann (Osnabrück) für den 4. hannoverschen Wahlkreis für gültig erklärt. Bei Schluß des Blattes wurde über die Wahl des Fürsten Lichnowski für den 8. Oppelner Wahlkreis diskutirt. (R. u. st A.)
— Berlin, 11. April. In der heutigen Sitzung der nationalliberalen Reichstagsfraction machte der Vorsitzende die Mittheilung, daß die Zustimmung der Rcichsregierung zu der Feststellung der Präsenzstärke auf sieben Jahre erfolgen werde, wenn die Bestimmung des § 42 des Militärgesetzes, wonach die Offi- ciere von den Communalsteuern befreit sind, wiederhergestell! werde. Die Fractionsmitglieder beschlossen mit allen gegen eine Stimme, die Befreiung der Officiere von den Communalsteuern anzunehmen. Man rechnet für die Annahme der Militärvorlage in dieser Fassung nunmehr auf ca. 220 Stimmen. Montag beginnt die Plenarberathung über das Militärgesetz, wobei die officielle Erklärung der Regierung erfolgen wird.
— Die neue Abstimmungsweise durch Verlassen des Saals ist gestern zum ersten Male im Reichstag zur Anwendung gekommen. Die Mitglieder begleiteten den „Hammelsprung", wie man diesen Abstimmungsmodus in England nennt, mit großer Heiterkeit, und es hatte in der That etwas Komisches, als plötzlich der gigantische Hausinspektor mit Würde und Hoheit und mit den Zeichen seines Amtes angethan, dem großen Sonnenschilde im Knopfloch, in den Saal trat und an die Thür links vom Bundesrathe einen Zettel mit dem Worte „nein" und an die gegenüberliegende einen Zettel mit dem Worte „ja" annagelte, und die Mitglieder aus den Thüren hinauseilten und später durch die Seitenthüren hineingezählt wurden. Aber, wie das Resultat beweist, ist das Verfahren recht praktisch, denn die Zählung hatte nur 10 Minuten erfordert. Die namentliche Abstimmung kann übrigens in jedem Augenblicke durch 50 Mitglieder nach wie vor beantragt, und es kann also in allen wichtigen Fragen wie bisher die Abstimmung controlirt und die Abwesenheit der einzelnen Mitglieder constatirt werden. Trib.
— Das dem Fabrikanten Rudolph Dreyscharff zu Chemnitz unter dem 15. Dezember 1871 ertheilte Patent auf eine selbstthätige Feinspinnmaschine in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Verbindung, und ohne Jemanden in der Benutzung bekannter Theile zu beschränken, ist aufgehoben.
— In der Woche vom 22. bis 28. März 1874 sind geprägt worden an Silbermünzen: 1,012,913 Mark 1-Markstücke, 204,285 Mark 20 Pfennige 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 104,282 Mark 50 Pf. 10-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 18,565 Mark 52 Pf. 2-Pfennigstücke, 9719 Mark 51 Pf. 1-Pfen- nigstücke. Vorher waren geprägt: an Goldmünzen 819,369,060 Mark 20-Markstücke, 202,166,750 Mark 10-Markstücke; an Silbermünzen : 9,914,486 Mark 1-Markstücke, 3,717,038 Mark 60