Einzelbild herunterladen
 

«bounemeutr- Preiè

(inet. etemeel)

Jährlich 3 Thlr. , Halbj. Thlr. 1.15.

PierteljLbrlich »8 69t. 6 Pf. .

Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag. Die ein,eine Num­mer 1 6gt.

HanalmAiyeiaer

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

^§82

Donnerstag den 9. April

Jnsertinnè.

Preiè :

Die lfhaltigè "

Garmondzeile ob deren Raum

1 Sgt.

Die »fhält. Seite 1 6er.

Die»f»alti«e8eile 3 Sgt.

1874

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Bürgermeister wollen darauf achten, daß die Gemeinde-Rechnungen pro 1873 im laufenden Monat aufge­stellt und dann alsbald an die Gemeindebehörde abgegeben und offen gelegt werden.

Mitte Mai cr. erwarte ich Bericht über den Stand der Angelegenheit.

Hanau am 1. April 1874.

Tagesschau.

Berlin, 8. April. Se. Majestät der Kaiser und König haben im Namen des Deutschen Reiches den Kaufmann Otto Muhm in Valdivia (Chili) zum Consul des Deutschen Reiches zu ernennen geruht.

DerReichs- und Staats-Anzeiger" enthält: Gesetz, betreffend einige Abänderungen und Ergänzungen des Gesetzes vom 27. Juni 1871 über die Pensionirung und Versorgung der Militärpersonen rc., vom 4. April 1874.

Die durch eine Rutschung des Bahnkörpers auf Bahn­hof Rothfließ in der Nacht vom 5. zum 6. d. M. plötzlich ent­standene Senkung ist 40 Meter lang, 32 Meter breit und 4 bis 6 Meter tief. Das alsbald begonnene Umgehungsgeleis ist heute fertig geworden, so daß die Züge wieder durchgeführt werden können und das Umsteigen der Paffagiere aufhört.

Die Verhandlungen der Regierung des Reichslandes mit dem suspendirten Gemeinderath von Straßburg haben sich schließ­lich doch noch zerschlagen, theils weil der frühere Maire, Apo­theker Klein, es ablehnte, das Amt wieder zu übernehmen, theils weil der abgesetzte Maire und jetzige Reichstagsabgeordnete Lauth noch ganz zuletzt mit einer fast höhnischen Erklärung hervortrat, worin er jede Verständigung mit der deutschen Regierung zurück­wies. Aus Beidem geht allerdings klar hervor, daß die Beru­higung der Gemüther im Reichslande und dessen Hauptstadt noch keine so vollständige ist, um ihm die Verwaltung seiner Ange­legenheiten wieder in die Hand zu geben. Insbesondere ist die Ablehnung Klein's, welcher eine Verständigung mit der Regie­rung lebhaft wünscht, aber in kluger Berechnung seinen Einfluß nicht durch voreiliges Hervortreten verschmerzen will, maßgebend für die Beurtheilung der Verhältnisse im Elsaß. (Hess. Mgztg.)

Die zur Berathung eines allgemeinen ersten Planes für ein allgemeines bürgerliches Gesetzbuch vom Bundesrathe berufene Commission hat, nach derHess. M.", ihre Sitzungen geschlossen und das Resultat ihrer Arbeiten in einem Berichte an den Bun­desrath niedergelegt. Als zuverlässig theilt dieC. S." mit, daß von einer Zertheilung in einzelne Gesetze Abstand genommen worden und, wie seiner Zeit das allgemeine preußische Landrecht, ein großes Gesammtgesetz ausgearbeitet werden soll. Es würden darin auch das Familien- und Erbrecht einbegriffen sein, wie beim sächsischen bürgerlichen Gesetzbuch der Fall ist; Staats­und Kirchenrecht bleiben dagegen ausgeschlossen. Unter solchen Umständen werden bis zur Vollendung des deutschen bürgerlichen Gesetzbuches noch Jahre vergehen.

München, 4. April. Die Generaldirektion der Ver­kehrsanstalten hat, nach derAugsb. Abdztg.", auf eine Vor­stellung der Vorstandschaft des Münchener Handelsvereins, dahin gehend:darauf hinzuwirken, daß im internen Verkehre die erste.

Zone für den Portosatz zu 9 kr. auf Entfernungen bis zu min­destens 25 Meilen ausgedehnt werde", erwidert, daß vorerst mindestens das Ergebniß eines Betriebsjahres und die Höhe der Anforderungen abgewartet werden müßten, die sich im allgemei­nen Verkehrs-Interesse etwa noch weiters geltend machen und berücksichtigt werden müssen. Sollte es durch die Zunahme des Verkehrs und durch die damit herbeigeführte Steigerung der Ein­nahme möglich werden, die erste Zone auf weitere Entfernungen auszudehnen, so werde besonders in Bezug auf den internen Verkehr mit Vergnügen dafür eingetreten werden.

Am 7. April, Abends 8s/t Uhr, ist der berühmte Maler und Direktor der Akademie der Künste zu München, Wilhelm v. Kaulbach, an der Cholera verstorben.

Von den Münchener Geschäftsleuten haben sich, nach derN. Frankftr. Pr.", 776 für das Oeffnen und 623 für Schließung der Läden an Sonn- und Feiertagen ausgesprochen. In heutiger Sitzung des Handelsvereins wurde beschlossen, künf­tig an Sonn- und Feiertagen die Läden spätestens um 2 Uhr zu schließen. Die Stunde der Eröffnung ist freigestellt.

Aus Wurzen wird berichtet, daß es der dortigen Gendarmerie gelungen sei, der dort erfolgten Anfertigung resp. Verausgabung falschen Geldes auf die Spur zu kommen. Die Falsifikate sollen in Zweithalerstücken, Einthalerstücken, Eingul­denstücken sächsischen, preußischen und österreichischen Gepräges bestehen und die Großprodukte aus Zink und Zinn bestehen.

Bern, 8. April. Der Berner Große Rath beschloß mit 162 gegen 12 Stimmen, die Bundesrevision anzunehmen und eine diesbezügliche Proklamation an das Volk zu erlassen, dessen Bestimmung gleichzeitig als Staatsvotum gilt.

Wien, 7. April. Wie dieNeue freie Presse" ver­sichert, ist das Antwortschreiben des Kaisers auf das aus Ver­anlassung der neuesten kirchlichen Gesetzesvorlagen an ihn ge­richtete Schreiben des Papstes am Ostersonntage abgegangen. Gleichzeitig dürfte, demselben Blatte zufolge, ein Telegramm des Grafen Andraffy an den österreichischen Gesandten beim päpst­lichen Stuhle, Grafen Paar, als officielle Erwiderung Oester­reichs auf die Encyclica des Papstes an die österreichischen Bischöfe abgesandt sein.

Wien, 8. April. DerNeuen freien Presse" zufolge hat der Verwaltungsrath der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn über die von der Verwaltung im Kostgeschäfte erlittenen Verluste, die unter den süddeutschen Aktionären eine lebhafte Agitation her­vorgerufen haben, den Direktor Paul Schiff zum Berichterstatter an die Generalversammlung ernannt.

DieLibertè" veröffentlicht ein Schreiben des Herzogs de Gramont an den ehemaligen Deputirten Herrn Latour du Moulin, den Verfasser des demnächst erscheinenden Buches Autorité et Liberté. DieLibertè" will in diesem Schreiben des Herzogs de Gramont eine sehr bestimmte Bestätigung finden, daß bei dem Ausbruche des Krieges 1870 geheime Verträge be­standen, welche Italien und Oesterreich an Frankreich gebunden hätten. Die betreffende Stelle des Briefes lautet aber sehr unbe­stimmt wie folgt:Heute ist es nicht mehr von Wichtigkeit, auf die auswärtigen Beziehungen Frankreichs im Jahre 1870 zurück­zukommen und deren Charakter zu präcisiren. Die Niederlagen des Krieges und die Unfälle der Revolution haben eine neue