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Zugleich Amtliches Orga« für Kreis und Stadt Hanau.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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^§81.
Mittwoch den 8. April.
Bekanntmachung.
Der diesjährige Frühjahrsfaselmarèt des landwirth- schaftlichen Bezirksvereins Friedberg soll zu Butzbach am 16. April d. I., abgehalten werden.
Sämmtliche aufgetriebenen Fasel werden von einer durch uns zu bestellenden Commission gemustert und den Besitzern der als preiswürdig erkannten Thiere Geldprämien zugebilligt, zu welchem Behufe von dem landw. Bezirks-Verein und der Stadt Butzbach entsprechende Beiträge zur Disposition gestellt sind. Die Prämiirung erfolgt ohne Ansehung, ob die Thiere im Kreise Friedberg und von dem Besitzer gezüchtet sind oder nicht. Fasel, welche für Gemeinde Dienste thun, und solche, die um 9 Uhr Vormittags noch nicht am Platze, sind von der Preisbe- werbung ausgeschlossen. Den Besitzern tauglich befundener, aber nicht prämiirter und nicht verkaufter Fasel wird auf Verlangen eine Wegvergütung ausgezahlt. Nicht genügend gefesselte und geführte Thiere, werden vom Platze weggewiesen.
Es wird gebeten, alle Verkäufe dem am Platze anwesenden Gr. Bürgermeister von Butzbach anzuzeigen.
Wir laden alle Landwirthe und sonstige Interessenten zum Besuche des Marktes ein.
Friedberg am 20. März 1874.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trapp.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Dem Philipp Rauch in Dörnigheim ist ein gelber Windhund, dem Amtsboten Geißel in Windecken ist ein brauner kleiner Hund zugelaufen. Die Eigenthümer wollen sich bei dem betreffenden Herrn Bürgermeister melden.
Bei Offenbach wurden ca. 25 Stück Weißbindergerüststangen aus dem Main geländet.
Hanau, den 7. April 1874.
Mit Bezugnahme auf die im Amtsblatt publizirte Bekanntmachung vom 20. d. M., betreffend die Ausspielung von Pferden rc. in Mannheim, wollen die Ortsvorstände Anordnung treffen, daß dem Vertriebe der fraglichen Loose kein Hinderniß entgegengestellt werde.
Hanau, den 29. März 1874.
Tagesschau.
— Berlin, 7. April. Nach einer Mittheilung von der Ostbahn ist in der Nacht vom 5. zum 6. d. auf Bahnhof Rothstieß der Bahnkörper nebst drei Geleisen in erheblicher Länge versunken. Bis auf Weiteres findet bei den Personenzügen Umsteigen statt. Die Wiederherstellung wird mehrere Tage in Anspruch nehmen; es wird jedoch versucht, mit einem Hülfsgeleis die Stelle zu umgehen. (R. u. St. A.)
— In der Woche vom 15. bis 21. März 1874 sind geprägt worden an Goldmünzen: 819,369,060 Mark 20-Markstücke, 202,166,750 Mark 10-Markstücke; an Silbermünzen: 9,914,486 Mark 1-Markstücke, 3,717,038 Mark 60 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 1,233,782 Mark 80 Pf. 10-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 208,495 Mark 20 Pf. 2-Psennigstücke, 47,0871
Mark 70 Pf. 1-Pfennigstücke. Vorher waren geprägt: an Goldmünzen: 819,369,060 Mark 20-Markstücke, 202,166,750 Mark 10-Markstücke; an Silbermünzen: 9,016,133 Mark 1-Markstücke, 3,483,301 Mark 60 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen : 1,121,607 Mark 20 Pf. 10-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 191,241 Mark 44 Pf. 2-Pfennigstücke, 44,174 Mark 72 Pf. 1-Pfennigstücke. Mithin sind im Ganzen geprägt: an Goldmünzen: 1,021,535,810 Mark; an Silbermünzen: 13,631,524 Marl 60 Pf.; an Nickelmünzen: 255,582 Mark 90 Pf.
— Da sich herausgestellt hat, daß schwere Unglücksfälle in Fabriken bisweilen derartig verspätet zur Kenntniß der zuständigen Behörden gelangen, daß eine gründliche amtliche Untersuchung über den Hergang und die Ursache des Unglücks durch den Verlauf der Zeit vereitelt oder doch erschwert wird, so ist die Verfügung abermals in Erinnerung gebracht worden, daß schwerere Unglücksfälle in Fabriken u. s. w. von deren Inhabern in kürzester Frist der Ortspolizei anzuzeigen sind. Diese Anzeigen sollen auch den vorgesetzten Bezirksregierungen thatsächliche Unterlagen für die Beaufsichtigung der Fabriken gewähren.
— Cöln, 3. April. Wer geglaubt hat, dieJnhaftirung des Erzbischofs Paulus ändere die Physiognomie der Stadt, ist im Irrthum. Dieselbe Lustigkeit, wie vorher. Man sieht nicht einmal Trauerfahnen am Dome u. s. w. Im Jahre 1837, als Clemens August (v. Droste-Vischering) abgeführt wurde, konsig- nirte man das Militair, sperrte die Straßen ab; im Jahre 1874 muß selbst die ultramontane „Volkszeitung" zugeben, daß gar keine besondere Polizeimacht aufgeboten wurde. Das Volk gewöhnt sich bald daran, daß die „Hochwürdigsten" ernten, was sie gesäet. Hoffentlich werden die Gerichte zur Einsicht gelangen, daß die Pfändungen bei den Herren Bischöfen ohne Zweck sind und unnöthiger Weise zu Auszügen führen. Wenn die Herren nicht zahlen, hole man sie ab. Die Muße im Arreste wird sie mehr, als alles Andere, dazu bringen, mit sich zu Rathe zu gehen. Die drei „sitzenden" Bischöfe von Posen, Trier und Cöln werden den hohen Herren schon die Ueberzeugung eingeflößt haben, daß der Staat die Macht und den Willen hat, seine Gesetze auszuführen. Ist diese Ueberzeugung, welche bisher fehlte, erst recht fest im Klerus gewurzelt, so wird er geschmeidig werden. (Nat.-Ztg.)
— München, 6. April. Der Kirchenrath Uhlich, Professor am Lyceum zu Dillingen, ist vom Bischöfe von Augsburg wegen formaler Ketzerei von seinen geistlichen Funktionen als katholischer Priester suspendirt worden.
— Die bezüglich der Central-Forstlehranstalt in Aschaffenburg eingesetzte Kommission begutachtet die Vereinigung derselben mit der Universität in München.
— Die klerikale „Augsburger Postzeitung" beklagt sich darüber, daß liberal gesinnte Geistliche auf die wichtigsten geistlichen Posten befördert werden. „Je geschmeidiger oder zweifelhafter in Grundsätzen und Sitten heute ein Priester sich zeigt", meint das Blatt, „desto besser sind seine Chancen, wenn eine einflußreiche geistliche Stelle zu besetzen ist. So ist es dahin gekommen, daß allen wahren Freunden der Kirche bange wird, wenn eine Domherrnstelle oder eine einflußreiche Pfarrstelle erledigt wird — aus Furcht, ein unkirchlich Gesinnter oder moralisch zweideutiger Geistlicher werde sie erhalten. Man