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M 79. Samstag den 4. April. 1874.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Die Herren Bürgermeister zu Bergen, Bischofsheim, Bruchköbel, Dörnigheim, Gronau, Hochstadt, Hüttengesäß, Kesselstadt, Kilianstädten, Langendiebach, Langenselbold, Marköbel, Mittelbuchen, Oberissigheim, Niederissigheim, Nieder-Rodenbach, Ostheim, Ravolzhausen, Roßdorf, Rückingen, Rüdigheim, Wachenbuchen, Windecken wollen sich Montag den 8. April c., Vormittags 10 Uhr, auf dem Landrathsamt zu einer Besprechung wegen Einquartierungs-Angelegenheiten einfinden.
Hanau den 2. April 1874.
Die Herren Bürgermeister des Kreises wollen die ihnen per Couvert zugehenden Loosungs-Scheine und GestellungsAtteste an die betreffenden Militairpflichtigen aushändigen.
Hanau, den 2. April 1874.
Tagesschau.
— Berlin, 2. April. In Ausführung des Gesetzes vom 6. Februar d. I. wurde gestern Mittag die Vereinigung des hiesigen Ober-Appellationsgerichts mit dem Ober-Tribunal in dem großen Sitzungssaals des letzteren durch den Justiz-Minister Dr. Leonhardt vollzogen.
— Berlin, 2. April. Se. Majestät der Kaiser uud König haben unterm 10. v. M. eine Verordnung über die Ergänzung des Offizier-Corps der Marine genehmigt, welche die älteren entgegenstehenden Bestimmungen, insbesondere der Verordnung vom 16. Juli 1864 aufhebt.
— Berlin. Se. Majestät der Kaiser und König haben im Namen des Deutschen Reiches dem Kaufmann V. B. Jen- toft in Bodo zum Vice-Konsul des Deutschen Reiches zu ernennen geruht.
Beim Reichs-Eiseubahnamte sind: der Eisenbahn-Kalkulator August Goedcke und der Bureau-Diätar Carl Reinhold Eckelt als Geheime expedirende Sekretäre und Kalkulatoren angestellt worden.
— Köln, 30. März. Die hiesigen Eisenbahn-Verwaltungen sind Seitens der Militärbehörde ersucht worden, eine Anzahl Kolliwagen für die alljährlich wiederkehrenden Uebungen der Mannschaften im Ein- und Aussteigen bereitzustellen. In Folge hiervon wird von einer Seite, die fortwährend bemüht ist, durch die Behauptung, daß ein Krieg mit unseren westlichen Nachbarn in naher Aussicht stehe, die Gemüther zu beunruhigen, das lächerliche Gerücht verbreitet, es seien Truppensendungen nach den Grenzen Frankreichs angeordnet. (Köln. Z.)
— Die „Tribüne" schreibt in ihrer Tagesschau in Bezug auf die Militärfrage: Die Wähler in den national gesinnten Bezirken Deutschlands werden in diesen Tagen Gelegenheit haben, sich ihren Abgeordneten gegenüber zu äußern, und die Abgeordneten ihrerseits, wenn sie auch nach der Verfassung an keine Instruktion gebunden sind, haben Angesichts der gegenwärtigen Lage doch die Pflicht, bestimmte Erklärungen von ihren Wählern zu fordern. Es ist zu wünschen, daß hierbei der Oeffentlichkeit der weiteste Raum gewährt und die Kundgebungen womöglich in irgend einer Form an den Reichstag selbst gerietet werden. Nur so läßt sich mit einiger Sicherheit das Material gewinnen, welches für eine richtige Beurtheilung der Volksstimmung noth
wendig ist, und das zugleich einen Maßstab für den politischen Werth allgemeiner Neuwahlen enthält. Stellt sich dabei heraus, daß die große Mehrheit des Volkes der Uebereinstimmung mit ihren Vertretern nicht entbehrt, so wird vermuthlich auch die Haltung der verbündeten Regierungen eine andere werden und der Reichskanzler nicht Alles auf eine Karte setzen, indem er dem Zufall eines neuen Wahlergebnisses das Schicksal des Vaterlandes anvertraut. Findet sich aber, was wir nicht glauben, in jenen Kundgebungen der Wähler Grund genug für die Annahme eines Zwiespalts zwischen ihnen und ihren Vertretern, so läuft man wenigstens nicht blind in die Gefahr eines neuen Wahlkampfes hinein, bei dem viel höhere Interessen auf dem Spiele stehen, als die Durchdringung des Militärgesetzes. Wäre die politische Theilnahme in Deutschland eine so allgemeine und alle Klassen durchdringende, wie z. B. in England, so würden wir gegen die Absicht des Reichskanzlers in Bezug auf eine abermalige Berufung an das Volk nichts einzuwenden haben, denn wir sind überzeugt, daß eine überwältigende Mehrheit im deutschen Volke die Gegner des jetzigen politischen Symstems in Schranken halten würde. Wir wissen indeß nur zu wohl, daß gerade die Klasse der Gebildeten, auf welche sich dieses System stützt, zu politischer Thätigkeit oft unter den dringendsten Gefahren nicht aufzurütteln ist.
— München, 1. April. Prinzessin Ludwig von Bayern wurde in der vergangenen Nacht in der Villa Amsee bei Lindau von einem Prinzen glücklich entbunden.
— München, 1. April. Der Ausschuß des bayerischen Landesvereins zur Unterstützung der katholischen Reformbewegung hat unterm 24. d. M. beim Königlichen Staats-Ministerium der Justiz eine an Se. Majestät den König gerichtete und die Einführung der obligatorischen Civilehè betreffende Petition eingereicht.
— Mannheim. Für alle Diejenigen, welche sich für Laubsägearbeiten interessiren und selbst in diesem Artikel thätig sind, wird die Mittheilung von Interesse sein, daß der Berliner Tischler H. N. Koste eine Laubsägemaschine erfunden hat, die sich sowohl durch ihre Billigkeit, wie durch ihre praktische Con- struction auszeichnet. Die Berliner Gewerbekammer hat dem Constructor ein Ehrendiplom ertheilt.
— Nürnberg, 1. April. Der Courierzug Wien-Frankfurt verfehlte heute den Anschluß in Nürnberg wegen Zugentgleisung auf der bayerischen Ostbahnstrecke. Personen unverletzt.
— Aus dem Wahlkreis Speyer-Frankenthal, 30. März, schreibt man dem „Pfälz. Kur.": Unsere Reichstagsabgeordneten sind von Berlin nach Hause zurückgekehrt, die wichtigste Vorlage aber, die dem Reichstag diesmal gemacht wurde, das Militärgesetz, haben sie unerledigt zurückgelassen. Nach Ostern soll es endlich im Plenum an die Reihe kommen; so lange noch müssen wir zwischen Hangen und Bangen schweben, wie bisher. Hoffentlich kann man dann sagen: was lange währt, wird gut. Ganz Deutschland sieht in gespannter Erwartung auf den Reichstag, daß er in dieser wichtigen Angelegenheit seinen Entschluß fasse zum Heile des Vaterlandes ; ganz besonders aber liegt das uns Bewohnern einer Provinz am Herzen, die, vor Kurzem noch Grenzland, es aus eigener Erfahrung zu würdigen weiß, was es heißt, Schutz, ausreichenden, sicheren Schutz gegen die Anfälle