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M 75. Montag den 30. März. 1874.
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Die Expedition.
(Waisenhaus, Hammergasse Nr. 9.)
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Das Fahndungsschreiben vom 22. Januar d. J. (Hanauer Anzeiger Nr. 22) gegen den Eisengießer Konrad Hofacker aus Langenselbold, wird hiermit als erledigt zurückgezogen.
Hanau, am 28. März 1874.
Tagesschau.
— Berlin, 28. März. Im ferneren Verlaufe der gestrigen Sitzung des Deutschen Reichstages ergriff in der Diskussion über §. 49 des Gesetzes über die Beurkundung des Personenstandes nach dem Abg. v. Mallinckrodt der Abgeordnete Dr. Hinschius das Wort, worauf der Paragraph angenommen wurde. Ebenso wurden die §§. 50 und 51 angenommen. Es folgte die zweite Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend einige Abänderungen und Ergänzungen des Gesetzes vom 27. Juni 1871 über die Pensi^nirung und Versorgung von Militärpersonen. Das Gesetz wurde ohne erhebliche Diskussionen nach den Beschlüssen der Commission angenommen. Auf Antrag des Abg. Berger wurden nur die §§. 16 und 24 der Commissionsbeschlüsse gestrichen. Nachdem sich der Reichstag noch dafür entschieden hatte, die Sitzungen vom 28. März bis 9. April zu vertagen, wurde die Sitzung um 5 Uhr geschlossen. — In der heutigen (26.) Sitzung des Deutschen Reichstages wurde zunächst folgender Antrag des Abgeordneten Hasselmann und Genossen angenommen:
Der Reichstag wolle beschließen: auf Grund des Artikels 31 der Reichsverfassung zu verlangen, daß das gegen den Reichstags-Abgeordneten Hasenclever bei dem Appellationsgericht zu Naumburg resp, dem Ober-Tribunal zu Berlin schwebende Strafverfahren wegen Beleidigung des Reichskanzlers, für die Dauer der gegenwärtigen Reichstagssession eingestellt werde, und den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, zur Ausführung dieses Beschlusses das Erforderliche zu veranlassen.
Dann erledigte das Haus fast ohne Diskussion die dritte Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend einige Abänderungen und Ergänzungen des Gesetzes vom 27. Juni 1871
über die Pensionirung und"Bersorgung der Militärpersonen, und die dritte Berathung des von den Abgg. Dr. Hinschius und Dr. Völk vorgelegten Entwurfs eines Gesetzes über die Beurkundung dès Personenstandes und die Form der Eheschließung.
Bei" Schluß des Blattes befand sich das Haus in der zweiten Berathung des Gesetzentwurfs über die Ausgabe von Reichs- kassenscheinen. (R. u. St. A.)
— Berlin, 26. März. Der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Frhr. Schenk v. Stauffenberg wird heute Abend von hier auf sein im Würtembergischen gelegenes Gut zurückkehren, um sich von einem nicht unbedeutenden Gichtanfalle, der ihm gestern auch die Theilnahme an der Sitzung des Reichstages unmöglich machte, zu erholen. Hoffentlich wird die Nationalpartei nach den Osterferien diesen begabten Führer wieder in ihren Reihen sehen. Auch der klerikale Reichstagsabgeordnete Pfarrer Kirchner (Kronach) ist wegen Unwohlseins bereits vor einigen Tagen nach Hause zurückgekehrt. Sein Leiden besteht in einer heftigen Neuralgie. Ueber das Befinden des fortschrittlichen Abgeordneten Föckerer (Bayern) waren in den letzten Tagen ziemlich beunruhigende Gerüchte verbreitet; nach den letzten Mittheilungen aus Btünchen scheint die unmittelbare Lebensgefahr jetzt glücklich beseitigt. taugse. Abdztg.)
— Berlin, 27. März. Der einzige Artikel des vom Bundesrath beschlossenen Gesetzentwurfs über die Behandlung der österreichischen Vereinsthaler bestimmt, daß die in Oesterreich bis Ende 1867 geprägten Vereinsthaler und Vereinsdoppelthaler unter Berechnung des Thalers zu drei Mark an Stelle der Reichsmünzen bis zur Außercourssetzung bei allen Zahlungen anzunehmen sind.
— Berl in, 28. März. Der Kaiser hat befohlen, daß sämmtliche Artillerie-Regimenter der Armee des deutschen Reichs bei den nächsten Uebungen bereits mindestens mit einer neuen Batterie schießen sollen. Deshalb herrscht bei Krupp in Essen eine gesteigerte Thätigkeit zur Beschaffung des Materials und ebenso in den Artillerie-Werkstätten zu Spandau, Straßburg und Deutz, welche die Lasteten zu liefern haben.
— Berlin, 28. März. Im Justiz-Ministerium sind in