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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Die IfDaltige

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Die 2fbalt. Zeile 2 Sgr.

Die31palttge Zeile S Sgr.

^ 72. Donnerstag den 26. März. 1874.

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Die Expedition.

(Waisenhaus, Hammergasse Nr. 9.)

Tagesschau.

— Berlin, 25. März. Im ferneren Verlaufe der gestrigen Sitzung erledigte der Deutsche Reichstag in erster Be­rathung den von den Abgg. Dr. Völk und Dr. Hiuschius ein« gebrachten Gesetzentwurf über die Civilstandsregister. Nachdem der Abg. Dr. Völk das Bedürfniß für denselben nachgewiesen, sprach Abg. Westermayer vom Standpunkt eines katholischen Geistlichen gegen, der Abg. Dr. v. Schulte für denselben. Der Abg. v. Maltzahn-Gültz verwarf die Vorlage als eine das reli­giöse Bewußtsein des Volkes gefährdende, Abg. Baumgarten sah dagegen in ihr das einige Mittel, die Kirche von der jetzt herr­schenden Heuchelei zu befreien. — Die Verweisung an eine Com­mission wurde nicht beschlossen. Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 10 Uhr.

— Darmstadt, 23. März. Das heute ausgegebene Groß­herzogliche Regierungsblatt Nr. 16 enthält eine Bekanntmachung, betreffend den zwischen Hessen und Preußen wegen Herstellung einer Eisenbahn von Mainz über Wiesbaden zum Anschlusse an eine Eisenbahn von Frankfurt a. M. über Camberg zur Lahn­thalbahn abgeschlossenen Vertrag.

— Aus Hannover wird in Sachen des kirchlichen Kon­fliktes ausnahmsweise einmal von einem einigermaßen nachge­benden Schritte berichtet. Der verstorbene Dechant Nürnberg nämlich war zugleich Vorsteher einer Waisenhausstiftung, die un­ter bifchöflicher Verwaltung steht. Der Bischof von Hildesheim, dem die Ernennung des Waisenhausvorstehers zusteht, hat dem e Operpräsidenten angezeigt, daß er dies Amt, sowie die Pfarre Hemeckerode dem Pastor Pape in Wolfenbüttel zu übertragen beabsichtige und die Genehmigung dieses Vorhabens beantrage, die denn auch ertheilt ist.

— München, 23. März. Wenn auch die Resultate der diesmaligen Prüfungen für den einjährigen Freiwilligendienst etwas günstiger sind, als bisher, so können dieselhen noch lange nicht als befriedigend erklärt werden, und ist die Durchschnitts- ziffer der in der Prüfung bestandenen Kandidaten — 62 Pro­zent — nur dadurch erreicht, daß an einzelnen Orten ein ganz

außerordentlich gutes Resultat zu Tage trat. An den Prüfungen in den acht Brigadebezirken hatten sich 217 Kandidaten bethei- ligt, von welchen 134 oder 62 Proz. das Befähigungsattest er­langten, während 83 oder 38 Proz. als nicht befähigt erklärt werden müßen. In München haben von 38 Prüflingen nur 17 oder 45 Proz. bestanden; in Speyer von 51 nur 25 oder 49 Proz.; Landshut hat bei 2 Kandidaten 50 Proz.; hieran reiht sich Augsburg, wo 15 sich der Prüfung unterzogen, von welchen 8 oder 53 Proz. bestanden; Regensburg erreicht mit 29 Be­standenen von 45 Prüflingen schon 64 Proz.; Würzburg steigt auf 71 Proz., nämlich 22 von 31; Ansbach, wo von 28 nur ä nicht beständen, hat 89 Proz. und Bayreuth, wo sämmtliche

7 Theilnehmer bestanden, 100 Proz. (Augsb. Abdztg.)

— Wien, 24. März. Das Abgeordnetenhaus verhandelte heute in sechsstündiger Sitzung über die Bewilligung der Sie Innsbrucker Universität betreffenden Position des Budgets. In namentlicher Abstimmung wurde der Antrag des Abg. Dr. Beer, die Gehalte der Professoren der theologischen Fakultät in Inns­bruck in das Extraordinarium einzustellen, und ebenso der vom Abg. Dr. Kopp und dem Budgetausschuß gestellte Antrag, ge­ringere wie die anschlagsmäßigen Gehaltssätze zu bewilligen, verworfen und darauf die ganze von der Regierung beantragte Summe im Ordinarium angenommen. Eine vom Budgetaus­schusse vorgeschlagene Resolution, betreffend die Aufhebung der theologischen Fakultät in Innsbruck, und eine Resolution von Dr. Beer betreffs Reorganisation derselben wurden abgelehnt. Sm Laufe der Debatte würde von dem Kultusminister v. Stremayr besonders betont, daß die Regierung sich zur Aüfrechthaltuug der katholisch-theologischen Fakultät in Innsbruck verpflichtet er. achte, gegen deren Aufhebung von dem Landesausschuffe Tirols Einsprache erhoben worden sei. Von dem Minister Unger wurde Hervorgehoben, daß in jener Fakultät auch andere Geistliche als Jesuiten zu Professoren ernannt werden könnten.

— Genf, 24. März. Der Große Rath hat mit 55 gegen 16 Stimmen beschlossen, die reüibtrte Bundesverfassung anzu­nehmen, aber keine Proklamation an das Volk zu richten. Den