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thuender Abwechslung ermöglichten. Diesen Empfindungen entsprach sicher mit die sympathische Begrüßung, welche ganz besonders unsrer Landsmännin der Frau Schmidt-Gödde und mit allem Recht zu Theil geworden ist. Hoffen und wünschen wir, daß uns der Instrumental-Verein noch recht viele so genußreiche Abende wie diesen bereiten möge!
B. Von Mitgliedern unserer Bühne sind für die nächste Saison wieder angagirt worden: Frl. Löss er (also nicht nach Königsberg), Frl. Schäfer und Herr Retty. Die Nachricht daß auch Herr Hoffmann wieder gewonnen, bestätigt sich hoffentlich nicht. Daß es nun der Direktion nicht gelungen ist Herrn Faber (Herr Faber geht ebenfalls nach Königsberg) für die nächste Saison zu engagiren, macht das von Ihrem—i—-Corre- spondenten angedeutete Unglück unvermeidlich, denn einen entsprechenden Ersatz für Herrn Faber gibt es nicht! Ob sich Hanau wohl zu trösten weiß?
C. Nachdem vor einiger Zeit Herr Rechts-Anwalt von Stark die Güte hatte, die Mitglieder des hiesigen Krieger- Vereins durch einen Vortrag über den Fürsten Blücher zu erfreuen, hatte sich für gestern Abend Herr Lehrer Ruth bereit finden lassen einen solchen über den großen Schweiger Grafen v. Moltke zu halten, welcher ganz geeignet war die Zuhörer lebhaft zu interessiren. Dies dankt der Vortragende der Wahl seines Stoffes und des genauen Eingehens auf einen Lebens-Abschnitt des großen Mannes, welcher in den weitesten Kreisen weniger bekannt ist. Nachdem der Redner in kurzen Zügen sich über seine Bedeutung für Deutschlands Geichicke aus- gelassen, das Wichtigste aus seinem Familienleben dargelegt, kam die Rede auf Moltkes Reisen und seinen Aufenthalt im Orient. Der Vortragende bediente sich hierbei theilweise Äoltke's eigener Briefe über den Orient, aus welchen Redner Bruchstücke zum Vortrag brachte. Die Art wie Moltke sich in denselben über Bewohner, Sitten, Familienleben und Frauen ausspricht, ist im höchsten Grade interessant und lehrreich und es bleibt zu bedauern, daß viele der Mitglieder versäumt haben, sich einen genußreichen Abend zu verschaffen. Herr Lehrer Rut h hatte die Güte eine Fortsetzung dieses Vortrags für den nächsten Vereins-Abend in Aussicht: zu stellen und ist zu hoffen, daß bei dieser Gelegenheit die Betheiligung eine größere ist. Dem geehrten Vortragenden an dieser Stelle nochmals Dank.
Eingesandt.
—g. Seit dem Benefiz eines Fräulein Herwegh (Soubrette) unter der Direktion Sulzer's haben wir ähnliche Triumphe nicht feiern sehen, wie sie gestern Abend unserer liebenswürdigen Soubrette Fräulein Enima Fiebach dargebracht wurden. Wir sagen ihr daher unseren besten Dank für den (trotz etwas Heiserkeit) uns gebotenen Genuß und wünschen ihr, bei ihrem Streben, eine recht glänzende Zukunft.
—d. Markt reich befahren, Preise mittlere, und zwar: Butter 36—40 kr., Eier 4 Stück je nach Größe 7, 8 und 9 kr., Käse 6 und 7 Heller, Kartoffeln 3—302 kr., Zwiebeln 8 kr., Erbsen, Bohnen und Linsen 12 kr. â Doppelliter, Barben 17, 18—20 kr., Stroh 10—11 kr. â Gebund und Holz (weniger angefahren) fl. 8 per Meter.
— Wasierstand des Main-Pegels heute früh 9 Uhr 0,28 Meter.
** Morgen Vormittag 10 Uhr findet in der Stadtkirche zu Offenbach altkatholischer Gottesdienst durch den Prediger der dortigen Gemeinde Herrn Pfarrer Professor Dr. Rieks statt.
— Fulda, 12. März. Wie vorauszusehen war, so schreibt die „N. Frankf. Pr.", hat das Domcapitel in seiner gestrigen Sitzung den Capitular Conrad Hahne einstimmig zum Capitular- vicar gewählt und es hat dessen Wahl für diesen schwierigen Posten in allen regierungsfreundlichen Kreisen die freudigste Sensation erregt, da ja allgemein angenommen wird, daß er vor Allen dazu berufen ist, das versöhnende Medium zwischen Staat und Kirche bilden zu können. Einstmals Hauscaplan des ewig unvergeßlichen Bischofs Johann Leonhard, hatte er sich für seine ganze spätere priesterliche Laufbahn dessen ungewöhnlich tolerante und liberale Lebensanschauung angeeignet und sich dadurch als nachheriger Stadtpfarrer der Residenzstadt Kassel namentlich bei den Andersgläubigen die wärmsten Sympathieen erworben. Möge
er diese mildversöhnliche Gesinnungsweise auch als oberster Leiter der Diöcese bethätigen !
— Fulda, 12. März. Gestern Nachmittag wurde in einem hiesigen Privathause eine Parthie Weißzeug durch einen Berliner Gauner auf eine unerhört freche Weise gestohlen, indem derselbe vorher vier bewohnte Zimmer zu passiren hatte, ehe er die betreffenden Gegenstände entwenden konnte. Der Schutzmannschaft gelang es, den Dieb schon vorher zu ergreifen, ehe noch der Eigenthümer die Gegenstände vermißt hatte. (Fuld. Kreisbl.)
— Der Coinmunal-Landtag des Regierungsbezirks Cassel wird voraussichtlich Anfangs Juni d. J. zusammenberufen werden.
— Der ständische Verwaltungsausschuß zu Cassel wird Donnerstag den 19. d. M. Vormittags 10 Uhr zu einer Sitzung zusammentreten.
— Seitens des Korpsgerichtes des 11. Armeekorps in Kassel wird Folgendes bekannt gemacht: „Durch das unterm 19 Jan. d. Js. ergangene und mittelst allerh. Kabinetsordre vom 17. Februar d. Js. bestätigte kriegsgerichtliche Erkenntniß ist der Oberstlieutenant Clemens v. Engel wegen mehrfacher Urkundenfälschungen mit Entfernung aus dem Heere, Zuchthaus von drei Jahren und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre bestraft worden."
Säötel Adler.
Fremden-Liste vom 14. März 1874.
Die Herren: 1) Schmidt, Kaufmann aus Darmstadt. 2) Scheuter, Kaufmann aus Crefeld. 3) Hirsch, Kaufmann aus Cölu. 4) Fakeldey, Kaufmann aus Emmerich. 5) Haas, Kaufmann aus Colmar. 6) Kühn, Kaufmann aus Frankfurt. 7) Hofmanu, Kaufmann aus Stuttgart. 8) Lehmann, Kaufmann aus Berlin. 9) Rosenthal, Kaufmann aus Frankfurt.
Auszüge aus dem Oeffentlichen Anzeiger zum Amtsblatt der Königl. Regierung zu Cassel.
Burg Gelnhausen. Nachdem laut vorliegender Quittung das Darlehen der 525 fl., welches nach Obligation vom 27. März 1835 Bernh. Schuster und dessen Ehefrau, Wilhelmine, geb. Kühbuch, zu Burg Gelnhausen von dem Postmeister Reuel dahier erborgt haben, zurückgezahlt, die darüber ausgestellte Schuld- und Pfandverschreibung aber abhanden gekommen ist, so werden auf Antrag des dermaligen Grundbesitzers alle diejenigen, welche aus dieser Urkunde etwa noch Ansprüche zu machen haben, zu deren Geltendmachung, und zwar innerhalb vier Wochen, hierdurch aufgefordert, widrigenfalls dieselbe für erloschen erklärt werden wird.
Auszug aus dem Amtsblatt.
Die am 11. d. Mts. ausgegebene Nummer 10 des Amtsblattes enthält: 1) eine Bekanntmachung des Ministeriums der geistlichen Unterrichts- und Medicinal-Ängelegenheiten zu Berlin, vom 10. Februar d. I., die diesjährige Anfang August stattfindende Aufnahme von Zöglingen in die evangelische Bil- dungs- und Erziehungs-Anstalt zu Droyssig bei Zeitz betr.; 2) eine dergl. Königlicher Regierung zu Cassel, vom 27. v. M., in Einlösung der Vs und Vs Tha-erstücke deutschen Gepräges betr.; 3) eine dergl. Königl. Seminar-Direktion zum Homberg, vom 6. d. Mts., a. die Feststellung der Vorprüfung der Aspirantinnen, welche in das evangel. Lehrerinnen-Seminar zn Droyssig einzutreten beabsichtigen, auf den 29. April d. I.; b. die am 11. April d. J. in der Präparanden-Anstalt zu Homberg stattfindende Aufnahme-Prüfung betr.
Personal-Chronik.
Des Kaisers und Königs Majestät haben dem Fabrikanten Karl Backes zu Hanau die Erlaubniß zur Annahme und Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes des Kaiserl. Oesterreichischen Franz-Joseph Ordens allerguädigst zu ertheilen geruht.