Einzelbild herunterladen
 

ASonnements-

Preis (iktcl. Sremvel')

Jährlich 3 Thlr. , Halbj. Thlr.l. 15.

Lierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf.

Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag. Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

HanMerÄzeiaer

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspoudeuz.

M 61.

Freitag den UL März.

Insertion <- Preis:

Die Ifpaltiye Garmondzeile yb deren Rauru

1 Sgr.

Li- Llpalt. Seile 2 Sgr.

Die 3fpaltige Zeile

3 Sgr.

1874

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Es ist vorgekommen, daß Eltern, welche ihres Gewerbe­betriebes wegen sich vorübergehend außerhalb ihrer Heimath aufhielten, ihre bei ihnen befindlichen schulpflichtigen Kinder gänzlich unbeschult ließen, woraus in Folge eingetretener Ver­wilderung, die bedauerlichsten Nachtheile für die Einzelnen, so­wie für die Schule überhaupt sich ergeben haben. Die Herren Bürgermeister werden veranlaßt behufs Handhabung der noth­wendigen Schulbesuchs-Controlle streng darüber zu wachen, daß diejenigen ortsfremden schulpflichtigen Kinder, welche vor­übergehend in einer Gemeinde des Kreises wohnen, der betreffenden Ortsschule jedesmal alsbald zugeführt werden. Die Herren Lokalfchulinspektoren werden ersucht in jedem einzelnen Falle, wo ein schulpflichtiges Kind des Gewerbebetriebes wegen den Heimathsort für einige Zeit verläßt, unverzüglich dem Schul­vorstande feines neuen Domicils direkte Nachricht geben zu wollen unter Beifügung eines summarisch gehaltenen, vom Leh­rer auszustellenden Zeugnisses, und daß dem resp. Schulkinde aufgegeben werde, bei seiner Rückkehr einen Nachweis über den jenseitigen Schulbesuch zu produciren.

Hanau den 12. März 1874.

Für das Jahr 1873 ergibt sich bezüglich des telegraphi­schen Verkehrs im Kreise Hanau folgendes Resultat:

Von der Station Hanau wurden expedirt:

von Hanau nach innerhalb des deutschen Reiches 10684 und nach dem Auslande 2596 Depeschen. Angekom­men sind bei der Station Hanau 14082 Depeschen.

Von dec Station Bockenheim wurden expedirt:

von Bockenheim nach innerhalb des deutschen Reiches 1394 und nach dem Auslande 293. Angekommen sind bei der Station Bockenheim 2660 Depeschen.

Hanau am 3. März 1874.

Bewerber um die erledigte Schulstelle in Oberissigheim wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen baldigst einrei­chen. Mit der Stelle ist ein Einkommen von 280 Thlr. bis 330 Thlr. verbunden, außerdem werden 30 Thlr. für Feuerung und freie Wohnung gewährt.

Hanau am 9. März 1874.

Behufs der Controlle ordnungsmäßiger Stempelverwen­dung ist es erforderlich, daß bei jeder einzelnen Pachtlicitation stets die Zeitdauer der Pacht im Protokolle genau angegeben wird.

Die Herren Bürgermeister des Kreises wollen hierauf achten.

Hanau am 9. März 1874.

Tagesschau.

— Berlin, 12. März. Im ferneren Verlaufe seiner gestrigen Sitzung erledigte der Deutsche Reichstag noch einige Wahlprüfungen. Den Anträgen der betreffenden Abtheilungen gemäß wurden die Wahlen der Abgeordneten Grumbrecht, Graf Stolberg-Stolberg (Daun), v. Behr, Dr. Kraaz, v. Arnim- Heinrichsdorf, Dr. Bähr (Casfel), v. Kalkstein und Uhden für

gültig erklärt. — Hierauf ging das Haus zur Berathung von Petitionen über. — In der heutigen (16.) Sitzung stand zu­nächst der von 15 Mitgliedern unterstützte Antrag der Abgg. Vahlteich und Hasenclever zur Diskussion:

Der Reichstag wolle beschließen: 1) Die Aufhebung der gegen die Abgeordneten Bebel und Liebknecht erkannten Haft für die Dauer der gegen­wärtigen Sitzungsperiode zu verlangen; 2) den Herrn Reichs-Kanzler zu er­suchen, zur Ausführung dieses Beschlusses bas Nöthige zu veranlassen.

Nachdem der Abg. Vahlteich seinen Antrag begründet, er­griff der Abg. Meyer (Thorn) das Wort, um die Verfassungs­widrigkeit des Antrages nachzuweisen. Bei Schluß des Blattes nahm der Abg. Mallinckrodt das Wort, um sich ebenfalls gegen den Antrag als einen verfassungswidrigen zu erklären.

— Das Civilehegesetz ist am letzten Dienstag vom Kö­nige unterschrieben worden. Damit fallen die thörichten Re­densarten, wonach der König an der Unterzeichnung Anstand genommen hat, in ihr Nichts zusammen. Die Sanctionirung des Gesetzes verzögerte sich nur durch die Abwesenheit des Cul­tusministers, wegen dieser war es erst am Montag möglich das Gesetz und den dazu gehörigen Bericht dem Monarchen zu unterbreiten." In den nächsten Tagen schon wird die Publikation durch den Staatsanzeiger erfolgen und damit die Geschichte der preußischen Gesetzgebung eines ihrer bedeutendsten Capitel zum Abschluß bringen

— Die Preßgesetzkommission war am 10. d. M. versammelt, um den Bericht ihres Referenten über die zwei Lesungen des Entwurfs anzuhören. Nachdem derselbe gedruckt ist und 4 Tage lang in den Händen der Mitglieder sich befunden hat, kann die Plenarberathung beginnen. Referent für das Plenum ist der Abgeordnete Marquardsen, Korreferent v. Forkade de Biaix.

— Die Bezirksregierungen sind nunmehr in den Stand ge­setzt, bedürftigen Knaben, welche sich dem Lehrerberufe widmen wollen, durch Gewährung von Unterstützungen während der Prä- parandenzeit zu Hilfe zu kommen, wenn die diesfälligen Gesuche durch Vermittelung der Präparandenbildner und Schul-Jnspekto- ren an die Behörde gelangen.

— Gegen den Impfzwang stimmten am Freitag das ganze Centrum, die Polen, die drei Partikularsten, v. Adelebsen, Dr. Ewald und Dr: Rieper, 4 Fortschrittsmänner, Ausfeld, Dr. Banks, Kisker un^ Klöppel, 11 Nationalliberale, Diederichs, Fenner, Dr. HiuMus, Jacobs, Jäger, Krause, Dr. Lenz, Dr. Sommer, Valenti, Dr. Wagner und Dr. Römer, 2 Konserva­tive, v. Arnims >fi:öchlendorf und V. Könneritz und sämmtliche Sozialdemokraten

— Nach einer Mittheilung der „Deutsch. Nachr." hat die Corvette „Arcona" mit Rücksicht auf die in Japan ausgebroche­nen Unruhen telegraphisch den Befehl erhalten, sich sofort aus den australischen Gewässern nach Japan zu begeben. Außerdem sollen auch der „Kronprinz" und die „Augusta", letztere bereits kürzlich in Dienst gestellt, senkbar gemacht werden, um auf ge­gebenen Befehl sofort in die ostasiatischen Gewässer abgehen zu können.

— Von Seiten der Altkatholiken in Köln wird eine Peti­tion an den Reichstag in Circulation gesetzt, die sich mit der Schulfrage der Altkatholiken beschäftigt.

— Bei der Einjahrig-Freiwilligen Prüfung in Ansbach ha­ben von 28 Kandidaten 23 die Prüfung bestanden.