geschehen. Wohin soL daS ab führe«, erwenn die elsässische Devölke- Mnz, deren Schulen für Frankreich sehr gut gewesen sein mögen Brrd dort zu den besten gehört haben, aber doch weit hinter den «t zurückstehm, wenn dort vergleichen erzählt wird, da sind ja enge Leute, die das glauben, während hier kein Mensch Satan glaubt, weil jeder weiß, daß eS nicht so ist.
Ich Möchte die Herren vom Elsaß bitten, zur Milderung ihres gerne« doch auch eini,ermaßen zurückzudcnkcn an die Art, wie wir zur Annexion gekommen sind.
Wir haben ein Bollwerk gebaut gegen die Irrup- Ikonen, die feit 260 Jahren diese leidenschaftliche, kriege, rische Völkerschaft, deren alleiniger direkt ausgesetzter Rachbar in Europa zu sein Deutschland daS Unglück und hie Unannehmlichkeit hat, — diesen Kriegern gegenüber haben wir die Spitze von Weißenburg, die tief in unser Fleisch hinetnragt, abbrechen müssen, und gerade in dieser elsässischen Spitze wohnt ein Theil der früher französischen Bevölkerung, der an Kriegslust, an echt deutschem Haß gegen den Rachbarstamm, den Galliern, in keiner Weise etwas nachgiebt. Sind die Herren, die hier find, ganz unschuldig an dieser 206jährigen Vergangenheit, an diesen Kriegen, die endlich zur Ablösung deS Elsaß von Frankreich wieder geführt haben? Sic haben den Franzosen, «nd das ist eine ehrenvolle Anerkennung, mit di« besten Soldaten dazu gestellt, jedenfalls die besten Unteroffiziere. Die Mitwirkung der elsässischen Klingen in den französischen Kriegen gegen Deutschland ist eine, die wir al8 Gegner hoch haben schätzen lernen, und so Gott will, als Freunde, wenn wir mit ihren Kindern die unserigen in Reih' und Glied sehen, schätzen lernen werden.
Wenn sie protestiren hätten wollen, so hätten sie bei dem Ausbruch deß Krieges protestiren müssen, so hätten Jie bei vielen anderen Gelegenheiten protestiren sollen. Iber nachdem sie geholfen haben, daß die Fluth herrin- brach, daß ein Krieg geführt wurde, der doch noch ganz andere traurige Verhältnisse in feinem Ge folge gehabt hat, so möchte ich sagen, daß Zeder, der auch nur ein Dreißigmillionstel der Mitschuld und Verantwortlichkeit an dem so ruch- kosenAngriffSkriege gegen uns trug, doch sollte an seine Brust schlagen und fragen: habe ich damals meine Schuldigkeit gethan?
Wenn eS sich um die Frage handelt: will der Reichstag den Antrag annchmen oder nicht? Will der Reichstag ihn in eine Kommission verweisen? — Der Antrag, der heute gestellt ist, findet seine Interpretation durch den ersten Antrag vom 18. Februar. Es sind dieselben Herren Unterzeichner
Wenn Sie den Antrag annehmen oder ablehnen, so haben Sie dabei die Wahl, wollen Sie durch die Ablehnung dieses Antrages das Vertrauen aussprechen, daß die RèichSregirrunÄ auch ferner einen Mißbrauch mit diesem ihr gegebenen Rechte, welches sie nicht entbehren zu können glaubt, nicht treiben werde,- wenn Sie ihn aber annehmen, was ich nicht voraussetze, so würden Sie damit für daS Elsaß gewissermaßen eine Befriedigung des Reichstages über daS Auftreten seiner diesmaligen Abgeordneten hier aussvrechen, und es würde darin eine Aufforderung liegen auf diesem Wege fortzufahren Es läge darin ein Zeugniß gegen Ihre Reichsregierung
Eine andere Frage ist hier angeregt: die Sache in eine Kommission zu schicken. Ich möchte aber von diesem Wege abrathen, weil daS Ende einer Kommissisnsberathunz bei den vielen und dringendm Geschäften deS Reichstage» nicht mit voller Sicherheit auf Tag und Woche sich berechnen läßt. In der ganzen Zeit aber, in der die Kommission hierüber tagen würde, würde man :m Elsaß und auch im Ausland? unter dem Eindrücke leben, daß der Reichstag doch nicht die Sache so flat gesunden hat, um den Antrag kurzweg und von vornherein abzulebnen
Ich möchte deshalb von dem Wege aus diesem sachlichen Fntcr- effe, aus diesem Interesse an dem Eindruck, der davon abhängig ist, abreben üyd Sie bitten, der Reichsregierung ein volles und festes Berirauensvotum dadurch geben zuweilen, daß Sie den Antrag abiebnen
(Der Reichstag lehnte in der That den Antrag bet Elsaß-Lothringer mit einer Mehrheit von 196 gegen 138 Stimmen ab, obwohl außer den Eisässern, hm Uüramonkmtni Polen und Sozialdemokraten auch die ssortschrittèpaitei zum größten Theil für die Prüfung des Antrages stimme ;
Die Stellung der prenHisäer? Negierung zur Ber- Wndiguug der päpstlichem Unfehibrrrkei^
!Ein Rückblick.)
. Das neueste Rundschreiben der preußischen Bischöfe hat durch feine Anklagen gegen die Regierung naturgemäß den Anlaß geboten, wiederholt aus die Thatsache hinzuweisen, daß die gegenwärtigen kirchlichen Kämpfe ihren Grund und Ausgangspunkt in der Verkündigung der päpstlichen -Unfehlbarkeit
Wnd in der auf derselben begründeten absoluten Unterordnung der Dischöft unter die Machtgebote der römischen Politik haben.
Dem gegenüber ist nicht blos von den Blättern, welche unmittelbar und bewußt der Iesuitcnpartei dienen, sondern namentlich auch von der „Neuen Preußischen Zeitung" behaup- tet worden, daß die preußische Regierung von vorn herein der Frage der Unfehlbarkeit gegenüber eine ganz andere, anscheinend gleichgültige Stellung eingenommen Habe,- sie habe die Sache als ein Internum, eine rein innere Frage der katholischen Kirche behandelt, — noch am 10. März 1872 habe der Reichskanzler nicht den llnfthibarkeüsglaubcn, sondern ledig, sich die Bildung der katholischen Fraktion im Reichstage als Ursache des Kampfes erklärt, - jetzt aber solle es das Unfehl- barkeitsdogma ohne praktische Folgen desselben fein, welches den Kampf nothwendig gemacht habe.
Diese Darstellung beruht auf einer offenbaren Entstellung und Fälschung des geschichtlichen Hergangs.
Ein kurzer Rückblick auf die thatsächlichen Vorgänge und Erklärungen feit dem Jahre 1869 wird beweisen, daß die Re- gierung schon seit dem Beginn des vatikanischen Konzils in Uebereinstimmung mit den deutschen Bischöfen die damals noch bevorstehenden Beschlüsse als die Quelle möglichen schweren Zwiespalts zwischen Staat und Kirche betrachtete, daß sie vorgängige Maßregeln zur Wahrung der StaatS- intereffen vor Allen» deshalb ablehnte, weil sie zunächst dem gesunden Sinn deS deutschen Volkes, be- sonders auch der deutschen Katholiken, vor Allem auf Grund der damaligen Erklärungen der deutschen Bischöfe, vertrauen zu dürfen meinte, daß sie aber bald nach der Verkündigung des neuen Glaubenssatzes und vollends aus die ersten Anzeichen der veränderten Stellung der Bischöfe auch ihrerseits die Folgen für die Beziehungen zwischen Staat und Kirche klar erkannte und unter bestimmtem Hinweis auf die vatikanischen B-schlüsse bereits im Sommer 1871 die ersten der neuen Lage entsprechenden Maßregeln ergriff.
Bei der ersten Besprechung des römischen Konzils, am 8. Dezember 1869, schrieb die „Provinzial -Correspondenz": •
»Es war von vom herein nicht anzunehmen, daß das Konzil sich mit reinm GlaubcnSfragcn beschäftigen werde/ bcachiungS- werthè Andeutungen au8 Rom ließen erkennen, daß es sich zunächst um die Frage von bet Unfehlbarkeit des PüpiicS, ferner um eine Reihe kirchiich-politischer Auffassungen handeln werde, welch« der Papst in bim sogenannten Syllabuk vom 8. Dezember 1864 M bis »hauptsächlichsten Irrthümer unserer Zeit- in religiöser, .politischer und w$iakr Bczichung verurtheilt batte, und deren Ver- sammung durch Beschluß des Konzils eine endgültige Bestätigung als kirchliche Giaubcnssatzung erhalten solle.
Was zunächst die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes betrifft, so ist dieselbe nicht blos von religiöser, sondern auch von großer politischer Bedeutung. »Wenn die Unfehlbarkeit der Päpste zum Glaubensgrundsatz erhoben wird,' sagt eine katholische Stimme, -so erhält damit zugleich die von den Päpsten seit Gregor Vli. ausgestellte Lehre von der Unterwerfung bet Monarchen und Königreiche unter die auch auf das Wcliiichc und Politische sich erstreckende Herrschaft deS Römischen Studis die Geltung eines GlüubcnssatzeS. Zeder katholische Christ ist dann verpflichtet, es als eine von Gott offenbarte Lehre zu glauben, daß die Päpste eine unbeschränkte Macht über alle Fürsten und Obrigkeiten, über alle Staaten und Gemeinwesen haben, daß sie in alle staatlichen Angelegenheiten auS unbeschränkter Machlfülle cingreifen, bie Fürsten abfetzen, Gesetze umfia§mf über Krieg und Frieden verfüge;? können.»
Nicht minder sind in dem -Syllübus« Auffassungen und Lehren enthalten, deren unbedingte Feststellung und Befolgung seitens der katholischen Kirche dazu führen müßte, die Beziehungen der- selben zu den weltlichen Gewalten überall zu erschüttern.------
Die Bedenken, welche aus ettraig-n Beichlüsscn dcs Konzils in bei erwähnten Richtung für die Beziehungen zwischen Staat und Kirche entstein müßten, haben in Deutschland, wie anderwärts bie Güster .vielfach bewegt und auch innerhalb der katholischen Güft- itchkci! ernste Beachtung gefunden.
Die deutschen Bischöfe zumal, welche sich im September d. I. zur Vorbesprechung für daS Konzil in Fulda Bersammeltm, sprachen m einem gemeinsamen Hirtenbriefe offen aus, »daß Selbst von warmen und treuen Gliedern der Kirche Besorgnisse gehegt werden, welche geeignet sind, das Vertrauen abzuschwâchen. — So werden Befürchtungen laut, als ob daS Konzil neue Glaubenslehren verkündigen und Grundsätze aufstellen werde, welche den Interessen d« Kirche'nachtheilig, mit den berechtigten Ansprüchen des StaateS, der Zivilisation und der Wissenschaft, sowie mit der rechtmäßigen Freiheit und dem zeitlichen Wohle der Völker nicht verträglich seien, - daß das Konzil benutzt werden solle, um bie Macht des päpst-