Einzelbild herunterladen
 

RbonnementS» Preiè

(iucl. Siemvel)

Jährlich 3 Thlr. /

-albj. X61r. 1,15. Aierteljâbrlich 22 Sgr. 6 $f.

Für auswärtige Abonnenle» mit dem betreffen­den Postausjchlag. Die einzelne Num­mer 1 6gr.

Hanauer Anzeiger

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Insertion-. Preiè :

Die Ifpalttge Garmond-eile od deren Raum^

1 6gr.

Die -spalt. Zeile 2 6gr.

DiebspalttgeZetle 3 Sgr.

Mittwoch den 25. Februar

Tagesschau.

DerReichs- u. Staats-Anzeiger" enthält: Allerhöchste Cabinets-Ordre vom 5. Februar 1874, betreffend Rekrutirung der Armee pro 1874/1875.

Berlin, 24. Februar. Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung des Deutschen Reichstages ergriff in der ersten Berathung der Gesetzentwürfe, betreffend die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben d-s Reiches und betreffend die Ein­richtung und Beiugnisse des Rechnungshofes nach dem Abg. v. Benda der Abg. Richter (Hagen) das Wort, der eine Kodi- fizirung des Etatrechtes für schwierig erklärte, weil die Rechts­bildung sich immer im Flusse befinde. Der Abg. V. Maltzahn- Gültz hoffte, daß eine Einigung über diesen Gesetzentwurf zu Stande kommen würde, da derselbe den Wünschen des Reichs­tages entgegenkäme. Die beiden Gesetzentwürfe wurden an Commissionen von 14 Mitgliedern verwiesen.

Die Allgemeinen Rechnungen des Norddeutschen Bundes von 18671870 wurden ohne Diskussion einer Commission von 7 Mitgliedern überwiesen. Nachdem noch der Gesetzentwurf, betreffend die einer besonderen Genehmigung bedürfenden ge­werblichen Anlagen, in dritter Lesung definitiv angenommen worden war, erfolgte der Schluß der Sitzung um 2 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. (R. u. et. k.)

In der heutigen Sitzung des Hauses der Abgeordneten, welcher am Ministcrtische die Staatsminister Camphausen, Graf zu Eulenburg, Dr. Leonhardt, Dr. Falck und Dr. Achenbach mit zahlreichen Commissaricn beiwohnten, wurde zunächst der Ein­gang eines Gesetzentwurfes, betreffend die Kosten, Stempel und Gebühren in Vormundschaftssachen, von den Ministern der Finan­zen und der Justiz angezeigt. Außerdem waren zwei Schreiben des Justizministers cingegangen, betreffend die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung der Eupener Zeitung und betreffend Aufhebung des Strafverfahrens gegen den Abg. Graf Alfred zu Stolberg-Stolberg, welche der Geschäftsordnungs- resp, der Justiz-Commission überwiesen wurden. Dann trat das Haus in die Berathung des aus dem Herrenhause verändert zurückge­kommenen Gesetzentwurfes, betreffend die Beurkundung des Per­sonenstandes und die Form der Eheschließung.

In der Generaldiskussion sprach gegen den Gesetzentwurf der Abg. Windthorst (Meppen), für denselben der Abg. Miquel, der sich mit den Aenderungen des Herrenhauses einverstanden erklärte; nur hinsichtlich des §. 54 äußerte er einige Bedenken, welche der Abg. Virchow theilte. Damit schloß die General­diskussion. In der Spezialdiskussion ergriff zu §. 54 das Wort der Minister der geistlichen u. s. w. Angelegenheiten, vr. Falck, itm_ eine Erklärung betreffs der Interpellation des Al. 2 des § 54 abzugeben. Im klebrigen wurde das Gesetz ohne jede weitere Diskussion angenommen.

Nachdem noch Seitens des Staats-Ministeriums der Antrag eingebracht war, das Haus möge in eine Vertagung bis zum 13. April willigen, erfolgte Schluß der Sitzung P/2 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch ll1^ Uhr. R. u. St.-A.

Der Oberpräsident der Provinz Preußen befindet sich, nach demBerl. Tgbl.", gegenwärtig auf der Rundreise in sei­ner Provinz, um aus eigener Anschauung die Angelegenheiten der einzelne« Städte und Kommunen kennen zu lernen. Solche

Rundreisen pflegen von guter Wirkung zu sein und würden wohl noch erfolgreicher werden, wenn die Herrn Oberpräsidenten sich, wie weiland ihr Kollege v. Vincke in Westfalen, in einen landesüblichen Bauernkittel steckten, um sich desto gründlicher von den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung unterrich­ten zu können.

Das Reichseisenbahnamt hat dem Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirthschaftlichen Interessen in Rheinland und Westphalen, der sich am 4. d. Mts. mit einer Vorstellung gegen die Erhöhung der Eisenbahntarife an den Reichskanzler wandte, erwidert,daß die Nothwendigkeit einer Tariferhöhung als nach­gewiesen zur Zeit nicht erachtet werden kann, und saß selbst, wenn dieser Nachweis gefühlt werden sollte, die Reichsbehörde doch Anstand nehmen würde, zu einer Erhöhung der Tarife für diejenigen Gegenstände, welche als erste Lebensbedürfnisse der minder wohlhabenden Volksklassen anzusehen sind, ihre Mit­wirkung eintreten zu lassen."

Der wucherischen Agitation gegenüber, welche den Ver­kehrswerth der Polnischen Achtgroschenstücke und der Braun­schweigischen Zwölftelthalerstücke auf das Aeußerste zu drücken sucht, erinnertSal. Brs.-Bl." daran, daß von den umlaufen­den drei Sorten Polnischer Drittelthalerstücke bei dem gegenwär­tigen Silberpreise die schlechteste Sorte einen Metallwerth von 8 Sgr. 7 Pf., die beste aber einen Werth von 9 Sgr. 2 Pf. hat; daß aber die bezeichneten Zwölftelthalerstücke auch nach Ausgabe der neuen Reichsmünze ihren bisherigen Nennwerth be­halten, also vom Reiche zum Preise von einer Viertelmark ein­gezogen werden.

München, 20. Febr. Der Verwaltungsrath der baye­rischen Ostbahngesellschaft hat in seiner gestrigen Sitzung be­schlossen, die Gehalte sämmtlicher Beamten und Bediensteten gleichheitlich aufzubessern in der Art, daß für jeden Gulden 2 Mark eingesetzt werden. Diese Gehaltsmehruug wird vom 1. Januar 1874 ab nachbezahlt werden.

Luzern, 23. Febr. Die hiesige katholische Kirchen­gemeinde hat den Antrag des liberalen Stadtraths, betreffend die Handhabung des Kollaturrechts und die Wahl des Kirchen- rathes, einstimmig angenommen.

Im österreichischen Abgeordnetenhause ist vor einigen Tagen die Aufhebung des Zeitungsstempels abgelehnt worden. Für die österreichische Presse hat dies seine ganz besonders trau­rige Bedeutung, weil dort gerade die besser situirten Blätter sich nicht des Rufes der Unabhängigkeit erfreuen, die minder gut do- tirten Unternehmungen aber, welche sich die Aufgabe gestellt, der Corruption der Wiener Publicistik entgegenzutreten, durch diesen Beschluß nahezu mundtodt gemacht worden. Würde man in der Majorität des Abgeordnetenhauses sich die Gründe für die jüngste. Börsenkatastrophe aufrichtig und unbefangen klar gemacht haben, so hätte man sich besinnen müssen, die unwissenden Massen rath- los zu machen und die Machinationen des Großkapitals zu mo- nopolisiren. (Trib.)

Paris, 21. Febr. Es scheint, daß der Bruch zwischen dem Prinzen Napoleon und der Ex-Kaiserin ein ernstlicher ist. Der Prinz sagt Jedem, der es hören will, die Kaiserin verderbe die Sache der Bonapartisten, indem sie sich mit den Ultramon- tänen verbinde; diese Allianz werde die bonapartistische Partei