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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

^ 41.

Mittwoch den 18. Februar.

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Die tspaltige

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DieSspaltigeZetle 3 Sgr.

1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die von der Ist-Einnahme mit 1 Procent zu berechnenden Veranlagungskosten von der Klassensteuer pro 1873 werden durch Vermittelung der betreffenden Steuerkaffen an die einzelnen Ge­meinden ausgezahlt werden, wovon ich die Herrn Bürgermeister und Ortspolizeiverwalter in Kenntniß setze.

Hanau, am 13. Febr. 1874.

Der Landrath.

Tagesschau.

Berlin, 17. Febr. Im weiteren Verlaufe der gestri­gen Sitzung des Deutschen Reichstages ergriff nach dem Grafen Moltke, der Abg. Graf Bethusy-Huc das Wort, der für die Fixirung der Friedenspräsenzstärke als Grundlage für die Kriegs­präsenz eintrat. Einzelne Theile des Gesetzes wären wohl der Verbesserung fähig, aber §. 1 sei absolut nothwendig. Der Abg. Hasenclever sprach sich für eine Herabsetzung der Dienstzeit bis auf ein Jahr aus. Der Abg. Dr. Lasker hielt dafür, daß es keinem Parlamente einfallen würde, die für die Vertheidigung des Landes nothwendigen Mittel zu verweigern; aber daß zur Erhaltung der Wehrkraft eine fixirte Friedenspräsenz nothwendig sei, könnte er nicht zugeben, denn dadurch würde das Budget­recht des Reichstages beeinträchtigt. Der Abg. Dr. Gneist trat für den § 1 ein; durch die Fixirung der Friedenspräsenz würde zwar das Budgetrecht alterirt; aber das geschehe ja bei einem jeden Gesetz. Die Wehrkraft dürfte nicht je nach dem Belieben der Vertretung vermindert werden, wenn vielleicht eine schlechtere Finanzlage einträte. Hiermit schloß die erste Berathung. Das Gesetz wurde an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen.

Schluß 4 Uhr. m. u. st. A.)

Seit dem 2. Febr. tagt in Berlin eine in Folge eines Bundesrathsbeschlusses zusammenberufene Kommission von Forst­technikern und Statistikern zur Ausarbeitung eines Planes für die deutsche Forststatistik. Dieselbe besteht aus dem Direktor des statistischen Amts des deutschen Reichs, Becker, als Vorsitzenden, dem Geheimen Regierungs-Rath Dr. Meitzen, erstem Mitgliede des statistischen Amts, dem königlich preußischen Forstmeister Bernhard aus Neustadt-Eberswalde, dem königlich bayerischen Professor der Forstwissenschaft an der Central-Forstlehranstalt, Gayer aus Aschaffenburg, dem königlich sächsischen Ober-Forst- meister und Director der Forsteinrichtungsanstalt, Roch aus Dres­den, dem großherzoglich hessischen Ober-Forstrath Bose aus Darmstadt und dem großherzoglich sächsischen Geheimen Ober- Forstrath Dr. Grebe aus Eisenach. Voraussichtlich wird das kaiserliche statistische Amt demnächst mit dec Bearbeitung der Forststatistik betraut werden.

Dem Mühlenbesitzer C. H. Schneider zu Lobsens ist unter dem 13. Februar 1874 ein Patent auf eine Weizen-Rei­nigungs-Maschine in der durch Zeichnung und Beschreibung nachge­wiesenen Zusammensetzung, ohne Jemanden in Anwendung be­kannter Theile derselben zu beschränken, auf drei Jahre von jenem Tage an gerechnet und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

Das dem Herrn Charles James Fox zu London unter dem 25. Juni 1872 ertheilte Patent auf eine Maschine zur Her­stellung von Bürsten ist aufgehoben.

Die Elsaß-Lothringer sind vorgestern in den Reichstag eingetreten, haben jedoch die dicht besetzten Tribünen durch das protestlose Einnehmen ihrer Sitze arg getäuscht. Mögen die Herren durch den Lärm, der seit Wochen in der deutschen Presse ihretwegen geschlagen wird, in Verlegenheit gebracht sein, mögen sie unter einander sich über die Form ihrer Demonstration nicht haben einigen können, Thatsache bleibt, daß ihr bisheriges unentschlossenes und zauderndes Verhalten sehr wenig dazu an­gethan ist, uns Achtung vor ihrer politischen Stellung einzu­flößen. Wer sich eine so prononcirte Rolle zutheilen läßt, wie die Abgeordneten der neuen Reichslande, im Augenblick aber, in dem er auftreten soll, nach der Frist weniger Tage hascht und selbst nach diesem Aufschub noch nicht weiß, wie er seine Sache anfangen soll, läuft Gefahr, in das bedenklichste Genre zu verfallen, welches es in der Politik giebt, nämlich in das der Lächerlichkeit. An diesem Schicksal ändert sich nichts, wenn die reichsländischen Deputirten ihren Protest etwa bis zur ersten Abstimmung, welcher sie beiwohnen, aufsparen wollen. Es würde daraus folgen, daß sie bei jedem neuen Beschluß des Hauses ihren französischen Standpunkt abermals geltend machen müßten, mit andern Worten, daß sie in deutschen Angelegen­heiten berathen, aber nur nach französischen Interessen beschließen wollen. Das deutsche Reich würde dadurch nicht aus den Angeln gehoben werden, die französischen Patrone der Elsaß-Lothringer aber dürften schwerlich eher befriedigt sein. Wollten die neuen Abgeordneten, wie sie in ihrem Wahlprogramm gethan, sich als unterdrückte Nationalität" mit einigem Erfolg geberden, so mußten sie gestern vor Eintritt in die Tagesordnung gegen jede nationale Gemeinschaft mit dem deutschen Volke protestiren und die Theilnahme an dessen politischen Arbeiten ablehnen. Wie es scheint, hat man jedoch gefürchtet, daß nicht nur der Reichs­tag, sondern auch die öffentliche Meinung, ohne viel Worte zu verlieren, über diesen Protest zur Tagesordnung übergehen und sich nicht sonderlich darüber grämen würde, die fünfzehnPro­testanten" wieder aus dem Sitzungssaal verschwinden zu sehen.

(Trib.)

Wie derK. Ztg." von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, ist für die Stelle eines zweiten katholischen Schulraths im Schul-Collegium der Rheinprovinz, welche im diesjährigen Etat genehmigt worden ist, der jetzige Director des Matthias- Gymnasiums in Breslau Dr. Reis acker, bis Ostern 1868 Director des Gymnasiums zu Trier, in Aussicht genommen. Dr. Reis­acker hat seiner Zeit einen Protest gegen das Jnfallibilitäts- Dogma unterzeichnet und ist auf diesem Standpunkt stehen ge­blieben.

Bern, 16. Febr. Heute ist der Austausch der Rati­fikationsurkunden zu dem zwischen der Schweiz und Italien ab­geschlossenen Vertrage über den Anschluß der Gotthardbahn an die oberitalienischen Eisenbahnen erfolgt.

Paris, 16. Febr. Folgender Brief ist nach derN. Frankf. Pr." in der Provinz in zahllosen Exemplaren verbreitet worden:

Paris, 1. Februar 1874.

Mein Herr! Am 16. März d. I. tritt, wie Sie wissen, Seine Hoheit, der kaiserliche Prinz, in das 19. Lebensjahr. Von allen Seiten meldet man uns, daß viele unserer Freunde