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(ihcL Stemvel) Iäbrlicb 8 Thlr.

Halbs. Tblr.i. 15. ^ierteliäbrücb 22 Sgr. 6 Pf.

Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag.

Hanauer Anzeiger

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.

Lieeinzelne Num. mcr 1 ègr.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

ziisertionr.

Preis: , Die llPaltigc Garmond, eile ob bereu Raum

1 Sgr.

Die Apalt. geile 2 Sgr.

DieSipaltigeLeile

3 Sgr.

^§39.

Montag den 16. Februar.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Von der im diesjährigen Amtsblatt Nr. 4 veröffentlichten Instruktion über die Erhebung der Klassensteuer, sind Exemplare zum handlichen Gebrauch, in Octav formirt und mit Umschlag versehen, geheftet, â Exemplar 2^2 Sgr. von der Waisenhaus- Verlags-Verwaltung in Cassel in Verlag genommen und zu be­ziehen.

Hanau am 4. Februar 1874.

Die Herren Bürgermeister werden veranlaßt, die zur Reinigung der Bäume, Hecken und Sträucher von Raupen er­forderlichen Maßregeln ungesäumt zu treffen und in Aus­führung bringen zu lassen. Die Reinigung ist in den Gärten, auf Baumstücken und an den Wegen vorzunehmen. Besonders ist zu achten auf die an den Obstbäumen noch hängenden Blätter, welche gewöhnlich ein Raupennest in sich schließen, das mit dem Blatt an den Baum angesponnen ist. Die Raupen und Nester sind zu verbrennen. Nach §. 368 des Strafgesetz­buches wird die Unterlassung mit Geld- resp. Gefängnißstrafe geahndet.

Die Gensdarmen und der Kreisbote werden mit der Con­trolle beauftragt,

Bis zum 10. März sehe ich der Anzeige der Herren Bürgermeister über das Geschehene entgegen.

Hanau den 14. Februar 1874.

Tagesschau.

— 6. Plenarsitzung des Deutschen Reichstages, Montag den 16. Februar 1874, Vormittags 11 Uhr. Tagesordnung: 1) Dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Gewährung von nachträglichen Vergütungen für Kriegsleistungen der Gemein­den auf Grund der Zusammenstellung in Nr. 25 der Drucksachen. — 2) Dritte Berathung des Auslieferungs-Vertrages zwischen dem Deutschen Reiche und der Schweiz, auf Grund der in zwei­ter Berathung unverändert angenommenen Vorlage. — 3) Dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Feststellung eines Nachtrages zum Haushaltsetat des Deutschen Reichs für das Jahr 1874 auf Grund der in zweiter Berathung unverändert angenommenen Vorlage. — 4) Erste Berathung des Entwurfs eines Reichs-Militürgesetzes. lR. u. St. A.)

— Neben den Fachcommissionen haben sich im Reichstage schon oft und mit gutem Erfolge nach allen Richtungen hin wiederholt sogenannte „Freie Commissionen" gebildet, und in Bezug auf wichtige Principienfragen, welche in Vorlagen zum Austrag kamen, erheblichen Nutzen namentlich für die Vorarbeiten und Vorbereitungen zu den Plenardebatten gestiftet. Auch jetzt hat sich wieder eine freie Commission für Grundbesitz und land- wirthschaftliche Gewerbe constituirt und zum Vorsitzenden den Abg. Krieger (Lauenburg), Reichsbevollmächtigten für Zölle und Steuern, zu dessen Stellvertreier den Abg. v. Brauchitsch und zu Schriftführern die Abg. Scipo und Graf Kleist gewählt.

— Berlin, 14. Febr. Wir machen darauf aufmerksam, daß die mit Packeten zur Post geschickten Boten viel schneller abgefertigt werden, wenn die Packete frankirt sind. Außerdem wird beim Frankiren der Strafgroschen erspart. Die Post ver­laust Freimarken zu 2V2 und 5 Sgr., welche zweckmäßig zum

Frankiren der Packete nach dem neuen einfachen Tarif verwendet werden können.

— Aus Westfalen. Als Beweis, wie es mit dem Kohlengeschäfte steht, bringt die „Hagener Ztg." einen Artikel, in dem es heißt: Die oftmals in öffentlichen und General- Versammlungen tendenziös gehaltenen Reden: „es sei fürs ganze Jahr 1874 bereits contrahirt," beweisen sich heute als Fälschungen, ums Publikum auszubeuten, und während man im Oktober noch für Gaskohlen 34 bis 36, für Puddel- und Schweißkohlen 30, für Kesselkohlen 26—28 Thlr. forderte, offerirt man heute willig zu 27—28, 20—22 und 16—18 Thlr. pr. 100 Ctr., und wir glauben, man geht, bevor der Sommer da ist, noch 5 Thlr. im Preise herab, und aus Cassel wird geschrieben: Für den augenblicklichen Rückgang des Kohlenverkehrs von West­falen ist wohl sehr bezeichnend, daß die Direction der Bergisch- Märkischen Eisenbahn ein Ausschreiben erlassen hat, wonach vorerst keine Wagen fremder Bahnen zum Steinkohlentransport benutzt werden, vielmehr die eigenen Lowrys ausschließliche Verwendung finden sollen. Selbst sür den Transport der für die einzelnen Bahnen bestellten Dienstkohlen werden die hierfür bestimmten Wagen zurückgewiesen. (Mannh. T°gbi.)

— München, 12. Febr. Hmte Vormittags haben die schriftlichen Prüfungen an der hiesigen Kriegsschule begonnen. Dieselben werden 8 Tage dauern. Es unterziehen sich ihr 76 Portepee-Fähnriche und ungefähr 40 Offiziere aller Waffen­gattungen unserer Armee. Augsb. Abztg.)

— Nürnberg, 13. Februar. Das hiesige Altkatholi- kenkomite hat an den preußischen Abgeordneten Petri (Wiesba­den) folgendes Schreiben gerichtet: „Hochverehrter Herr Appell­rath! Die unterzeichneten Vertrauensmänner der hiesigen Alt­katholiken erlauben sich, Ihnen, hochverehrter Herr, für Ihre in der Sitzung des preußischen Landtages vom 29. v. Mts. ge­haltene, ebenso mannhafte wie warm empfundene Vertheidigung unserer gemeinschaftlichen Sache den innigsten Dank auszuspre­chen. In dem zwischen Kaiser und Papst neuentbrannten Kampfe wird jeder selbstständige katholische Mann in Kurzem sich für den Einen oder den Andern entscheiden müssen. Zur Zeit, als die große Masse unseres Volkes in tiefer, geistiger Nacht lag und die römische Kurie nicht allein die geistige, sondern auch eine furchtbare politische Gewalt in ihren Händen konzentrirt hielt, hat die Macht der Wahrheit im gleichen Kampfe schon einen Sieg errungen, der die Grundlage der heutigen Macht­stellung des deutschen Volkes bildet. Das durch das wiederer­standene deutsche Reich neuerwachte nationale Bewußtsein, der höhere Bildungsgrad der Masse unseres Volkes und das durch die Lüge der päpstlichen Unfehlbarkeit allgemein erschütterte ka­tholische Gewissen sichern uns den Sieg in dem erneuten Kampfe. Genehmigen Sie, hochverehrter Herr, die Versicherung ausge­zeichneter Hochachtung und Verehrung, womit verharren (folgen die Unterschriften). — Auch von Erlangen und den übrigen Or­ten, welche zusammen die fränkische Gemeinde bilden, werden ähnliche Kundgebungen beabsichtigt. _ (Augsb. Abdztg.)

— Wien, 10 Febr. Graf Beust hat Wien in bester Laune verlassen. Man hat seine Anwesenheit zu einem förm­lichen Romane benützt und ihn mit aller Welt und gegen Alle intriguiren lassen. Die Neigung dazu mag bei dem Grasen