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M 33.

Montag den 9. Februar.

1874.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Neue Jagdscheine erhielten: Bary, Fabrikant zu Offen­bach, Heinrich Bechtel, Kaufmann zu Hanau, Georg Brenn­eis, Jagdaufseher zu Großkrotzenburg, Hugo V. Deines zu Aschaffenburg, Jacob Diehl, Oekonom zu Dottenfelder-Hof, Conrad Emmel II., Feldschütz zu Seckbach, Friedrich Fix, Jagdaufseher zu Fechenheim, Conrad Heck zu Dörnigheim, Heck, Gemeinderathsmitglied zu Rüdigheim, Rudolph Kl ei n, Oeconom zu Klein-Steinheim, Jacob Lapp zu Dörnigheim, Philipp Lapp II. zu Dörnigheim, Johannes Lind zu Oberissigheim, Pfadt, Buchhalter zu Langendiebach, Johannes Puth zu Wachenbuchen, Carl Rauch zu Dörnigheim, Jacob Ruth zu Langendiebach, Friedrich Wilhelm Seng zu Dörnigheim, Friedrich Stark, Verwalter zu Baumwieser-Hof, Adam Stör­kel zu Erbstadt, I. Stück, Rentner zu Hanau, Johannes Traudt zu Windecken, Carl Weber, Hanau, Weber, Jagd­aufseher zu Bruchköbel, Christoph Weiß zu Mittelbuchen, Carl Zeh, Feldschütz zu Seckbach.

Hanau, 3. Februar 1874

Für den Konrad Christian Theodor Stirn, Sohn des Pfarrers Stirn zu Eschersheim, ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanenverbande, behufs Auswanderung nach Amerika, nachgesucht worden.

Hanau am 2. Februar 1874.

Tagesschau.

— Der Reichstag hat sich durch die Rücksicht auf die ihm neu beitretenden Vertreter Elsaß-Lothringen's, welche mit ihrem Pro­test in der Tasche heranrücken, zur Hinausschiebung der Präsi­dentenwahl bis auf Montag bestimmen lassen. Es ist das keine unverdiente Höflichkeit gegen den neuen clericalen Ersatz, sondern ein Gebot der Gerechtigkeit, da jene Mitglieder nach Lage der Lache nicht früher zur Stelle sein können. Das Haus wird bei der diesmaligen Neubildung seines Bureaus einen schweren Ver­lust zu beklagen haben. Simson, der altbewährte „geborene Präsident" vermag die Bürde des bisherigen Amtes nicht weiter zu tragen und will einer jüngeren Kraft den lange und mit Ehren inne gehabten Sitz überlassen. Nur Wenige sind berufen, diese Lücke auszufüllen, und unter ihnen ist Forckenbeck, auf den sich die Blicke jetzt richten, jedenfalls einer der Würdigsten. Die Anforderungen auch an die körperliche Leistungsfähigkeit des Prä­sidenten, werden in der That für die bevorstehende Session nicht gering sein. Den Ultramontanen ist durch das Ergebniß der Wahlen gewaltig der Kamm geschwollen und auch die Social­demokraten in ihrer jetzigen Stärke lassen nichts Gutes ahnen. Da bedarf es einer festen Hand, welche die Zügel führt, und einer ungeschwächten, der Aufregung trotzenden körperlichen Kraft; in dieser Ueberzeugung wird die liberale Partei sich in den Ver­lust Simsou's, so bedauernswerth er ist, fügen müssen. (Trib.)

— Berlin, 7. Februar. Dem Reichstage sind vorgelegt worden: Entwurf eines Reichs-Militärgesetzes mit Erläuterung I. Die allgemeine Rechnung über den Haushalt des Norddeutschen Bundes für das II. Semester 1867, die allgemeine Rechnung über den Haushalt des Norddeutschen Bundes für die Jahre 1868, 1869 und 1870.

Entwurf eines Gesetzes, betreffend einige Abänderungen und Ergänzungen des Gesetzes vom 27. Juni 1871 über die Pensio- nirung und Versorgung der Militärpersonen und Bericht der Kommission über Vorschläge zur Wahl eines Platzes für das Reichstagsgebäude.

Dem Maschinenfabrikanten W. Fuchs in Göppingen ist unter dem 5. Febr. 1874 ein Patent auf eine Steindruckpresfe in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zusam­mensetzung, ohne Jemanden in der Anwendung bekannter Theile zu beschränken, auf drei Jahre von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats worden.

— Falliment Dessauer in Aschaffenburg. Die Ueberschul- dung Dessauer's soll sich auf nahezu 2 Millionen belaufen. Der­selbe hatte ursprünglich ein Vermögen von 3—400,000 fl. Die Börsenspekulationen zehrten dasselbe aber nicht allein auf, sondern stürzten den Genannten auch in die collosale Ueberschuldung.

Neue Franks. Pr.

— Zu den Fleischpreisen. Ganz unerklärlich erscheint es uns, so schreibt das „Maunh. Tagbl." aus Mannheim, daß sich hier der Preis des Kalbfleisches auf der Höhe von 24 Kreuzern zu erhalten vermag, während man diese Fleischsorte in Karls­ruhe nur mit 20 und in Freiburg sogar nur mit 14 Kreuzern per Pfund bezahlt.

— München, 6. Februar. Die Ausschüsse des libe­ralen Kreisvereins für Oberbayern und des Wahlvereins der Fortschrittspartei in München haben folgendes Telegramm an die morgen in Berlin unter Vorsitz des Herrn Prof. Dr. Gneist stattfindende Versammlung gerichtet: „Auch wir im Süden des deutschen Vaterlandes sprechen der Versammlung von Kampf­genossen gegen die Uebergriffe der Hierarchie unsere dankende Zustimmung zu der Resolution des Londoner St. James-Mee­tings unter der Hoffnung aus, daß die Freunde der Bildung in al­len Völkern gemeinsam und in lebendiger gegenseitiger Fühlung den Feind bekämpfen werden, welcher seine Herrschgelüste hinter dem Vorwande einer Gefahr für die Religion versteckt."

(Augsb. Abdztg,)

— In verschiedenen Kirchen Münchens sind nach einer Mit­theilung der „V. Z." dieser Tage Bittämter, Predigten und Litaneien zur Abwendung der Choleragefahr verordnet worden. Daß dies erst jetzt geschieht, wo die Cholera im Abnehmen be­griffen ist, läßt schließen, daß die Ultramontanen sich den Ruhm sichern wollen, die Epidemie durch ihre frommen Uebungen ver­trieben zu haben.

— Weißenburg, 5. Febr. Die Freude über die Wahl des Herrn Bezirksgerichtsrath Herz zum zweiten deut­schen Reichstag ist unter der hiesigen Bürgerschaft so groß, daß gestern Abend nach Bekanntgabe des Wahlresultates Freudenfeuer von unsern Bergen leuchteten und Böllerschüsse weithin in die Thäler ertönten. Nachstehendes Telegramm ging an die Wähler des dritten Wahlbezirks in Berlin ab, das den­selben den Dank dafür aus dem Wahlkreise Eichstätt-Weißen­burg überbringt. Es lautet: „Den Wählern des dritten Reichs­tags-Wahlkreises von Berlin zu Händen des Herrn Parisius dortselbst. Wir wissen uns im Einverständniß mit sämmtlichen liberalen Wählern unseres Wahlkreises, indem wir Ihnen unsere innige Freude über die Wahl des Mannes unseres Vertrauens,