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Mittwoch den 4. Februar.
1874.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Gefundene Gegegenstände. 2 fl. 10 fr. Eine Stalllaterne. Ein Korb mit 2 Taschentücher. Eine Serviette und 3 Handschuhe. Ein Alpaca-Schirm. Eine Kette. Zwei goldene Ringe. Eni Pelzstauchen. Zwei Marken L */* Sgr. Ein Fünfpfennig-Stück und ein Dreikreuzer Stück. Ein Gesangbuch. Ein Portemonnaie mit 17 kr. Ein do. mit 24 kr. Drei wollene Handschuhe. Ein roth weißes Taschentuch. Ein brauner Schleier. Ein Zirkel. Ein Messer. Ein Taschentuch. Eine Brille mit Futteral. Ein Buch „bibl. Historien." Ein goldener Ring. Ein Paar braune wollene Strümpfe. Eine gedruckte Schürze. Eine Spule baumwollenes Garn. Eine Brille. Ein Paar braune Handschuhe. Eine braune Schürze.
Zugelaufen. Ein junger Jagdhund. Ein junger Wachtelhund. Ein junges Schwein. Ein gelber Hund. Eine Gans. Ein weißer Hund mit braunen Flecken. Ein dunkelbrauner Rauhpinscher. Ein aschgrauer Hofhund mit Kette.
Verlorene Gegenstände. Eine silberne Cylinderuhr. Ein Pfandschein Nr 36,982. Ein Paar kalblederne Borschuhe. Ein Packet mit Kleidungsstücken. Zwei goldene Ringe. Ein Pfandschein Nr. 38,780.
Entlaufen. Ein schwarzer Hund mit gelben Füßen. Ein schwarz-grauer Spitz. Ein gelber Spitz.
Hanau am 3. Februar 1874.
T a g e s s ch a it.
— Der „R. u. St.-A." enthält: Verordnung, betreffend die Verwaltung des Reich-kriegsschatzes. Vom 22. Jan. 1874.
— Im Reichs-Postgebiete beträgt die Zahl der Briefkasten: 30,665; davon an Postorten: 11,227, an Orten ohne Postanstalt: 17,709, an Eilenbahn Postwagen 1729. Rechnet man hierzu die Zahl der Postanstulten: 6000, so ergeben sich 36,665 Post-Eiulieserungsstellen, d. i. auf je 937 Einwohner eine Stelle.
—• Auf der ganzen Linie der Officwsen ist jetzt der Sturm gegen den General Lamarmora eröffnet. Von allen Seiten wird derselbe ganz offen der Unterschlagung diplomatischer Schriftstücke beschuldigt und ebenso unumwunden wird hinzu,,efügt, daß man vermuthe, die italienischen Negierungskreise böten ihm Rüchhätt. Diese letztere Vermuthung hat hier in den maßgebenden Kreisen in hohem Grade verstimmt, und die Sprache, welche èvrt über das italienische Cabinet geführt wird, läßt unschwer erkennen, daß augenblicklich zwilchen dem letzteren und dem hiesigen arge Verstimmung herrtcht. Wir finden, daß man, nachdem Fürst Bismarck officiell erklärt hat, die von Herrn v. Mallinckrodt citirten Aeußerungen seien erlogen, viel zu viel Aufhebens von dieser Sache macht, die nur den Ultramontanen zum Hetzen dient.
(Trib.)
— Oberzella b/Vacha. Die von dem Besitzer der hiesigen Kohlenfelder, Herrn L. Finger in Halle, veranlaßten Bohr- versuche haben ein Kohlenlager von 18' Mächtigkeit nachgewiesen. Die gefundene Braunkohle steht, wie die Analyse ergeben hat, der böhmischen gleich, kann äußerst billig geliefert werden, da die projectirte und jedenfalls zur Ausführung kommende Bahn „Bebra-Salzungen" mitten durch das Kohlenfeld führt und ein Bahnhof nahe dabei angelegt werden soll. Mannh. Tgbl.
— Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin hat bei
Eröffnung des außerordentlichen Landtags am Montag eine Modification der jetzigen „Verfassung" angekündigt. Die Vorlage selbst ist noch unbekannt. (Trib.)
— Gestern Morgen früh 5 Uhr wurde Erzbischof Jedoch owski durch Polizeidirektor Staudy verhaftet und ist mit dem um 6 Uhr Morgens abgehenden Zuge der Märkisch-Posener Eisenbahn, wie verlautet, in das Gefängniß zu Frankfurt a. O. abgeführt. — Die Veryaftung des Erzbischofs Ledochowski erfolgte auf Requisition des Kreisgerichts, nachdem dem Erzbischof bereits gestern seine bevorstehende Jnhaftirung angezeigt war. Die Ruhe ist völlig ungestört. Neue grants Pr.
— In Altötting ist in den letzten Tagen eine Bierkrisis ohne jeden Scandal glücklich vorübergegangen, indem die Herren Bräuer so klug waren, dem renitenten Publikum nachzugeben und das Winterbier wie bisher um 7 kr. zu verzapfen. Auch in Tro stberg erwartete man wegen Theuerung des Bieres unruhige Auftritte, die Sache wurde aber dahin geschlichtet, daß das Publikum nur jene Schenklokale besuchte, in welchem das Bier 7 kr. kostete, und sohin waren die andern genöthigt, das Bier wieder auf gleichen Preis herabzufetzen.
— Lindau, 26. Jan. Der Liter Bier soll dahier auf 9 kr. geschraubt werden. Das kommt aber den Einwohnern zu dick und sie wehren sich. Die gestern Nachmittag im Gasthaus zum Hirschen abgehaltene Versammlung der Bierstriker war daher sehr zahlreich besucht. Die aufgelegte Liste ergab 194 Unterschriften, welche sich verpflichteten, kein Liter Bier um 9 kr. zu trinken.
— Pesth, 3. Febr. Das Abgeordnetenhaus hat heute die Vorlage, betreffend die Ostbahn, mit 166 gegen 155 Stimmen angenommen. Nicht anwesend in der Sitzung waren 121 Abgeordnete.
— A üt sterdam, 2. Febr. Die Amsterdamer Bank hat ihren Discont auf 4 pCt. herabgesetzt.
— Kopenhagen, 2. Febr. Ein heute ergangenes Urtheil des höchsten Gerichts hat in Uebereinstimmung mit dem Seitens des Justiz-Ministers gegen die Internationale erlassenen Verbote die letztere in Dänemark für aüfgehoben erklärt.
— London, 31. Jan. Nachträglich ist zu melden, daß ein Schreiben des Generals Garibaldi angelangt ist, welches zur Vorlesung beim Sympathie-Meeting in der St. James Hall bestimmt war, indessen zu spät eintraf. Dassetbe ist aus Capcera, 20. Januar, datirt und drückt warmes Mitgefühl für die deutsche Sache und eben so entschiedenen Widerwillen gegen den Ultra- montanismus aus. „Schon der Name des Lord John Russell", schreibt Garibaldi, „muß Allen dafür bürgen, daß man es hier nur mit Gutem und Wahrem zu thun hat. Ich wünsche meinen 4 bescheidenen Namen mit den Meetings verknüpft zu sehen, welche die Sympathie für Deutschland gegen den Papst ausdrücken."
— London, 31. Jan. Nach den vorliegenden Nachrichten über die Parlamentswahlen sind bis jetzt in den Grafschaften 56 Liberale uyd 75 Konservative gewählt. Die Liberalen haben in diesen Wahlbezirken zwei Sitze gewonnen, die früher den Konservativen gehörten, die Konservativen 8, die früher den Liberalen g^orten.
— Die englische Wahlbewegung ist in vollem Gange, doch läßt sich über die künftige Partei-Gruppiruug bei der Masse un-