Abonnements- Preis
(incl. Sremvel)
Jährlich 3 Thlr.
Halbj. Tblr.1.15.
Vierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf. âFür auswärtige
Abonnenten mit dem betreffens 8è« Postamschlag.
Insertion • Preis:
Die Ispaltige GarmonLzeile od deren Raum
1 Sgr.
Die AP alt. Zeile 2 Sgr.
Die Apaltige Zeile
3 Sgr
Die-in,eln-Num. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, "" 1 ®8r' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondettz.
Dienstag den 27. Januar.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Der Eisengießer Conrad Hofacker von Langenselbold hat eine wegen Störung der öffentlichen Ruhe ihm zuerkannte Haftstrafe von einem Tage zu verbüßen. Da dessen Aufenthalt unbekannt ist, so werden alle Polizei-Behörden ersucht, an demselben im Betretungsfalle obige Strafe vollziehen und von dem Vollzüge hierher gefälligst Nachricht geben zu wollen.
Hanau, am 22. Januar 1874.
Tagesschau.
— Berlin, 24. Jan. Die strafrechtliche Verfolgung des Kontraktbruches ist von den betreffenden Bundesausschüssen so ziemlich in derselben Form, die der Entwurf schon im vorigen Jahre erhalten hatte, angenommen worden. Vorbedingung der Straffälligkeit — das ist eine Neuerung — soll jedoch die sein, daß den Kontraktbrüchigen, seien dieselben Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, neben der thatsächlichen Widerrechtlichkeit das Bewußtsein dieser Widerrechtlichkeit nachgewiesen werden kann. Dadurch wird die Härte des ursprünglichen Entwurfs erheblich abgemildert.
— Der Kultusminister hat verfügt, daß die Pfarrgrundstücke derjenigen katholischen Pfarreien, die landesherrlichen Patronats find, vorläufig in administrative Verwaltung genommen werden sollen, sobald der Pfarrer entweder „gesperrt" oder die Pfarrei überhaupt erledigt ist.
— Der Entwurf eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches soll angeblich vom Reichs-Oberhandels-Gerichtsrath Dr. Goldschmidt in Leipzig ausgearbeitet werden. . (Berl. Tagebl.)
— Die deutsche Ausstellungs-Commission für die Wiener Weltausstellung macht unterm 22. Januar im „R. u. St.-A." bekannt, daß nach Beendigung ihrer Arbeiten sich die Commission am 26. d. Mts. austöst; ihre Geschäfte gehen wieder an die Central-Commission des Deutschen Reiches für die Wiener Weltausstellung über.
Die Commission bringt dies zur allgemeinen Kenntniß u. ersucht alle Betheiligten, ihre auf die Ausstellung bezüglichen Eingaben, Gesuche ober Beschwerden von jetzt ab an die letztgedachte Behörde in Berlin, Behrenstraße 72, zu richten.
— Dem Ingenieur M. Lippold zu Mainz ist die Geneh- migung zur Anfertigung der speziellen Vorarbeiten für eine Zahn- rad-Bahn nach dem Niederwalde in der Richtung von Aßmannshausen resp. Rüdesheim ertheilt worden.
— Dem Theodor Fischer zu Lieben bei Prag ist unter dem 22. Januar 1874 ein Patent auf eine stellbare Auflösung von Steuerungshebeln in der durch Zeichnung und Beschreibung nach- gewiesenen Zusammensetzung und ohne Jemanden in der Benutzung bekannter Theile derselben zu beschränken, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
— Bis zum 4. Januar d. Js. waren in den Münzstätten des Deutschen Reichs in Zwanzigmarkstücken 818,293,160 Mark und in Zehnmarkstücken 197,442,470 Mark ausgeprägt worden.
Die Gesammt-Ausprägung in Reichs-Goldmünzen stellt sich daher bis zum 10. Januar 1874 auf 1,017,536,070 Mark, wovon 818,931,260 Mark in Zwanzigmarkstücken und 198,604,810 Mark in Zehnmarkstücken bestehen.
In der Woche vom 4. bis 10. Jan. 1874 sind ferner geprägt in Zehnmarkstücken: in Berlin 300,510 Mark, in Frankfurt a. M. 400,000 Mark, in Stuttgart 461,830 Mark.
An Reichs-Silbermünzen und zwar in 1 Markstücken waren bis zum 4. Januar d. Js. 1,578,873 Mark und in Zwanzigpfennigstücken 1,360,654 Mark 80 Pf. ausgeprägt worden. In der Woche vom 4. bis 10. Januar 1874 sind ferner geprägt in 1 Markstücken: in Berlin 235,485 Mark; in Hannover 190,270 Mark; in Frankfurt a. M. 90,000 Mark; in München 127,497 Mark; in Dresden 75,000 Mark; in Stuttgart 27,021 Mark; in Zwanzigpfennigstücken: in Berlin 64,173 Mark 20 Pfennige, in Frankfurt a. M. 30,000 Mark, in München 51,998 Mark 80 Pf., in Stuttgart 27,035 Mark 80 Pf., in Karlsruhe 29,419 Mark 20 Pf., in Darmstadt 10,800 Mark, mithin stellt sich die Gesammt-Ausprägung in Reichs-Silbermünzen auf 3,898,227 Mark 80 Pf., und zwar in 1 Markstücken 2,324,146 Mark und in Zwanzigpfennigstücken 1,574,081 Mark 80 Pf.
An ReichsMickelmünzen und zwar in Zehn-Pfennigstücken waren bis zum 4. Jan. d. J. 362,836 Mark 40 Pf. ausgeprägt worden. ’ In der Woche vom 4. bis zum 10. Jan. 1^74 sinh ferner in solchen Stücken geprägt: in Hannover 15,510 Marè 50 Pf., in Frankfurt a. M. 10,000 Mark, in München 11,698 Mark 70 Pf., in Stuttgart 12,541 Mark 90 Pf., in Darmstadt 9375 Mark, mithin Gesammt-Ausprägung in Reichs-Nickelmünzen 421,962 Mark 50 Pf.
An Reichs-Kupfermünzen waren bis zum 4. Jan. d. I. und zwar in 2 Pfennigstücken 29,648 Mark 46 Pf. und in 1 Pfennigstücken 2794 Mark 30 Pf. ausgeprägt worden. In der Woche vom 4. bis 10. Januar 1874 sind an 2 Pfennigstücken ferner geprägt: in Berlin 5812 Mark 30 Pf. und in Frankfurt a. M. 1080 Mark, in München 1288 Mark 84 Pfennige, in Stuttgart 1198 Mark 50 Pfennige, in Karlsruhe 2900 Mark, in Darmstadt 1050 Mark, mithin eine Gesamust-Ausprägung in Reichs-Kupfermünzen von 45,773 Mark, 40 Pf.
— Pest, 24. Jan. Einer Mittheilung des „Ungarischen Actionair" zufolge würde die Rothschildsche Gruppe 30 Millionen Prioritäts-Aktien der ungarischen Ostbahn mit 10 Millionen Thaler belehnen, wobei dem Banken-Konsortium die früher erworbene Option gewahrt bleibe. An die Belehnung sei die Bedingung geknüpft, daß die Regierung die Garantie für die Rückzahlung der obigen.Summe übernehme. Das Blatt fügt hinzu daß die Angelegenheit nächsten Montag dem Reichstage vorgelegt werden solle. — 26. Januar. Abgeordnetenhaus. Der Minister-Präsident bringt den Gesetzentwurf über die ungarische Ostbahn ein. Durch denselben wird die Regierung ermächtigt, die verpfändeten 30 Millionen Prioritäten auszulösen. Der Staat haftet für die Zinsen, sowie für die AmortisationsZahlungen der Prioritäten und ist berechtigt, die Modalitäten für die Emission zweiter Prioritäts-Obligationen zu bestimmen. Die Conpons-Zahlungen kann der Staat, falls das Jahreser- trägniß unzureichend ist, aus dem Garantiezuschusse bestreiten. Zur vollständigen Ausrüstung der bereits eröffneten Linie gewährt der Staat einen Vorschuß von 700,000 Gulden. (R. u. st. A.)
— Wien. Die „Neue Freie Presse" bestätigt, daß die Regierung eine Kapitalsrednktion der Aktiengesellschaften mittelst