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Montag den 26» Januar.

Nachdem die im Königlich Bayerischen Regierungsbezirk Niederbayern ausgebrochene Rinderpest amtlich für erloschen er­klärt worden, wird die von uns unterm 19. Dezember v. J. zum Schutze gegen die Rinderpest erlassene Polizei-Verordnung hierdurch außer Kraft gesetzt.

Cassel am 15. Januar 1874.

Königl. Regierung, Abth. des Innern.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 25. Januar 1874.

Der Landrath: Schrötter.

Tagesschau.

Berlin, 23. Jan. Die Zahl der mir in Betreff der jüngsten Debatten im Abgeordnetenhause telegraphisch und schrift­lich übersandten Zustimmungen und wohlwollenden Kundgebungen ist so erheblich geworden, daß es mir leider nicht möglich sein wird, meine anfängliche Absicht besonderer Beantwortung einer jeden durchzuführen.

Ich beehre mich daher, auf diesem Wege für die mir bei diesem Anlaß aus allen Theilen des Reichs und aus dem Aus­lande zu Theil gewordenen Beweise her Anerkennung und des Vertrauens meinen verbindlichsten Dank auszusprechen.

Fürst v o N B i s m a r ck. R. u. St.-Anz.

Das Staatsministerium hatte unlängst die Direktionen der Staatsbahnen angewiesen, bei Stellenbesetzungen einmal ei­nen Militär- und das nächste Mal wieder einen Civilanwärter zu berücksichtigen. Hierüber haben sich die Militäranwärter be­schwert, weil sie benachtheiligt zu werden glauben, und infolge dessen sind einstweilen keine weiteren Stellen mehr besetzt worden. Die Angelegenheit soll nochmals untersucht werden. (Berl. Tagbl.)

Dem Civil-Jngenieur Johannes Brandt zu Berlin ist unter dem 21. Januar d. I. ein Patent auf eine Nähmaschine in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zu­sammensetzung, ohne Jemanden in Anwendung bekannter Theile zu beschränken, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

Die Nachricht vom Tode des russischen Generalfeldmar­schalls Grafen Berg hat in Berlin großes Bedauern erregt. Während seiner beinahe zehnjährigen Amtsführung als Statt­halter von Polen ist er der deutschen Regierung in allen Be­ziehungen entgegengekommen und hat nie Gelegenheit zu einem Konflikte gegeben. Als er mit dem Czaren zur Drei-Kaiser- Zusammenkunft nach Berlin kam, ehrte ihn unser Kaiser durch die Ernennung zum preußischen Feldmarschall und zum Chef des 52. Infanterie-Regiments.

Mainz, 24. Jan., Abends 10 Uhr. (Reichstagswahl.) Bei der heutigen Stichwahl erhielt in Mainz Domcapitular Moufang 3924 Stimmen, Ober-Gerichts-Rath Görz 3043 Stim­men. Zu dieser Majorität von 881 Stimmen ergeben die bis jetzt bekannten Resultate der Abstimmung in den Landgemeinden weitere 2300 Stimmen. Moufang ist also gewählt. Dank der Unterstützung der Socialdemokraten und der Gleichgiltigkeit der Demokraten, welche lieber einem Ultramontanen den Sieg gönnten als einem Mitgliede der Fortschrittspartei. Reue Frankf. Pr.

Hannover, 24. Jan. Bei der heutigen Stichwahl

wurde, nach derN. Frankf. Pr." der frühere Reichstagsabge­ordnete Ewald (Particularist) gewählt. Die Arbeiterpartei stimmte für denselben. Die amtliche Feststellung des Stimmverhältnisses ist noch nicht erfolgt.

Hörde. Am vorigen Samstag verhaftete die Polizei hierselbst einen Falschmünzer, der das Geschäft mit falschem Gelde förmlich en gros betrieb, indem er einem hiesigen Wirthe 50 falsche Thaler für 5 echte offerirte.

Der Abg. Leffer hat folgenden Antrag in die bayer. Kammer gebracht: Hohe Kammer wolle beschließen:Es sei an Se. Maj. den König die allerunterthänigste Bitte zu richten, allergnädigst verfügen zu wollen, daß die königl. Gendarmerie endlich einmal aus dem Militärverbande auszuscheiden habe und als Sicherheits­mannschaft dem kgl. Staatsministerium des Innern unterstellt werde." Gründe. Bereits im Jahre 1865 hat Hr. Ageordnete Dr. Völk sehr schlagend nachgewiesen, daß die kgl. Gendarmerie mit dem Kriegsministerium nichts zu schaffen habe, und obgleich ein diesbezüglicher Antrag im Jahr 1867 von dem Hrn. Abg. Langguth eingebracht, der verstorbene Reichsrath von Zu-Rhein sehr deutlich auf die Fehler der gegenwärtigen Organisation der Gendarmerie hingewiesen hatte, erfolgte zwar eine neue Organi­sation mittelst Gesetz vom 24. Juli 1868, allein derselben haften so viele Mängel an, daß eine Organisation der Gendarmerie nur dann dem Staate zum Heil, der Mannschaft zum Wohle gereichen wird, wenn eine Basis außerhalb des Verhältnisses zum kgl. Kriegsministerium gefunden werden wird. Unsere Gendar­merie muß ein Institut werden, das, soll es seiner großen Auf­gabe vollständig nachkommen, auch des wenigstens bisher mit allzugroßer Pünktlichkeit durchgeführten äußeren militärischen An­strichs zu entledigen ist die Mannschaft muß, als ein integri- render Bestandtheil der Organe zur Aufrechthaltung der öffent­lichen Sicherheit, des militärischen Charakters entkleidet wer­den. Gleich den in andern Staaten durchgeführten Sicherheits­instituten muß auch unsere Gendarmerie ein dem Ministerium des Innern unterstehendes Institut werden, und nur dann wird sich kein Mangel an tüchtigen Kräften einstellen, sondern auch die sich einmal in dem Rahmen dieses neuen Instituts befindliche Mannschaft wird sich moralisch gehoben dabei fühlen und bei nur einiger Aussicht auf eine seinerzeitige Pension dem Institute recht lange seine Dienste weihen. («ug«. «e^tg.)

München, 23. Jan. Die Abgeordneten Herz, Neuper, Leyrer. Fleischmann, Rothhaas, Sellner, Holzapfel, Sörgel, Dr. Gerstner und Sauer haben den Antrag gestellt: Es sei an Se. Maj. den König die Bitte zu richten, derselbe wolle anzuordnen geruhen, daß bis zur nächsten Finanzperiode sämmtliche diplo­matische Stellen für die Vertretung Bayerns außerhalb des deut­schen Reiches aufgehoben werden.

Köln, 24. Jan., Morgens. DerKölnischen Zeitung" wird aus Glasgow gemeldet, daß am 25. k. M. daselbst ein schottisches Sympathiemeeting für Deutschland bei dessen Kampfe gegen den Ultramontanismus stattfinden soll und daß diesem Meeting voraussichtlich noch mehrere andere Meetings gleicher Art in Schottland sich anschließen würden. Von den Ultramon­tanen sei ein Gegenmeeting für den 6. Februar nach London ausgeschrieben, für welches der Herzog von Norfolk den Vorsitz