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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stffsrt Hgna^.
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Freitag den 23. Januar.
' Bekanntmachungen Köygl. Landrathsamts dahier.
Friedrich Äugust Beyer (Sohn des Herrn Medizinal- Assessors Beyer hier) hat um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanèn-Verbande, behufs Niederlassung in den Schweizer Staaten, nachgesucht.
Hanau, am 16. Januar 1874.
Die Ortsvorstände von Bruchköbel, Niederissigheim, Oberrodenbach, Langendiebach, Neuwiedermuß, Ravolzhausen, Rückingen, Eichen, Praunheim, Dottenfelder Hof, Kmzigheimer Hof, Rüdigheimer Hof, Wilhelmsbader Hof, Wilhelytsbad, Wolfgang werden an die Einsendung der durch Kreisblattverfügung vom 9. d. M. erforderten Nachweisungen der zum Reichstag Wahlberechtigten, nach Consessionen gesondert, mit dreitägiger Frist, zur Vermeidung kostenpflichtiger Äbholung, erinnert.
Hanau, den 22. Januar 1874.
Tagesschau.
— Berlin, 22. Jan. Der „R. u. St. A." meldet: Nachdem die durch General Lamarmora veröffentlichten angeblichen Depeschen des Generals Govone in Folge neuerer Besprechung derselben von eingeweihten Personen einer näheren Prüfung unterzogen worden, hat sich letzteren die Ueberzeugung aufdrängen müssen, daß die fraglichen Depeschen gefälscht, wo nicht ganz erfunden sind, da sie sich mit den hier gepflogenen Verhandlungen nicht decken, weder dem Gegenstände noch der Reihenfolge nach.
Die bei der italienischen Regierung angestellten vorläufigen Anfragen haben ergeben, daß die vom General Lamaimora angeführten angeblichen Depeschen im italienischen Archiv gar nicht vorhanden sind und über die Existenz, den Inhalt und den Verbleib etwaiger Berichte der Art dort nichts bekannt ist.
Das von dem Äbgeordnetcn von Schorlemer-Alst am 17. d. Mts. vor dem Hause der Abgeordneten citirte Billet des preußischen Gesandten, Grafen von Usedom, vom 12. Juni 1866 dagegen (S. 316 des Lamarmora'schen Buches, S. 300 der Mainzer Uebersetzung) ist seinem vollen Inhalte nach bekannt. Bei Wiedergabe desselben sind vom General Lamarmora nach den Worten:
„Par rapport â l’affaire hongroise“ die Worte unterdrückt worden:
„pour laquelle Votre Excellence a bien voulu m’adres- ser Mr.
Der hier einstweilen von uns nicht genannte Name ist der eines hervorragenden Führers der ungarischen Emigration.
General Lamarmora hat das in seinen Händen befindliche Aktenstück in dieser Weise verstümmelt, weil jene Worte allein schon seine auch anderweit leicht zu widerlegende Behauptung entkräften, daß er mit der ungarischen Bewegung in keiner Beziehung gestanden habe.
— Die Vorgänge, so schreibt das „Berl. Tagbl." in der Abgeordnetenhanssitzung vom 17. d. M., wo Fürst Bismarck die Hauptschreier des Centrums v. Mallinckrodt und v. Schorlemer- Alst so zu sagen an den Pranger stellte, werden auch im Auslande auf's Eifrigste besprochen und mit Ausnahme der ultramontanen Organe sind es — höchst bezeichnend — nur franzö-
siche Blätter, welche keine Verurtheilung unserer Centrumshelden aussprechen. Ein österreichisches Blatt, das „Neue Wiener Tageblatt"' schreibt unter Anderm: „Wer der politischen Welt ein neues Gepräge zu geben wagt, der muß den Haß einer Welt mit in den Kauf nehmen. Aber unerhört ist es, daß in einer deutschen Versammlung deut che Abgeordnete den Schöpfer und Repräsentanten der nationalen Einheit der Ruchlosigkeit und des Verrathes anklagen. Kein Italiener, kein Franzose wäre einer solchen Handlungsweise fähig gewesen. Der deutsche Ultramon- tanièmus hat in Schamlosigkeit und Vaterlandsfeindschaft das Unerreichbare geleistet. „Wenn ich gesündigt habe", hätte Bismarck sagen können, „so geschah es im Interesse der deutschen Nation. Ich habe Deutschland an die Spitze Europa's gestellt, habe ihm eine Größe errungen, die noch vor sieben Jahren ein unerfüllbarer Traum zu sein schien. Was sind die Thaten Eurer alten Kaiser gegen das, was ich vollbracht? Was aber thut Ihr, Abgeordnete vom Centrum? Ihr besudelt den Sockel der neu aufgerichteten Germania, Euer Worth ist Verrath und Ihr liefert dem Auslande die Waffen. Für mich zeugen meine Thaten; gegen Euch, die Ihr nie etwas geleistet habt, zeugt die Kritik, die Ihr an dem Gewordenen übt"; Und weiter heißt es: „Herr Mallinckrodt behandelt den Reichskanzler, als wäre dieser der Besiegte von Sedan, als hätte er ©liefe und Lothringen verloren. Bismarck wird vor dieser Frechheit picht zurückweichen." Nur die französische Presse nimmt sich, wie gesagt, unserer schwarzen Biedermänner an, und das ist ein besonderer Beweis für den Patriotismus, den sie zur Schau tragen. Das „Journal des Debats" sogar, das sonst sich immer noch einer besondern Anständigkeit befleißigte, versteigt sich zu der Bemerkung, „daß die Politik des deulschen Reichskanzlers selbst in seinem Lande strenge Richter finde." Strenge Richter! Es ist wirklich zum Lachen, Leute, die so schimpflich abgefahren sind, „strenge Richter" zu neunen.
— Ueber die Erhebung der Klassensteuer ist eine neue Instruktion ergangen, wonach die Steuerpflichtigen, welche es unterlassen, in den ersten acht Tagen eines jeden Monats, oder des zwei- und dreimonatlichen Hebungen in den ersten acht Tagey des Hebemonats, oder bei feststehenden Terminen in diesen letzteren ihren Beitrag zu entrichten, von den Steuer-Empiängern aufgefordert werden sollen, die Zahlung innerhalb dreier Tage zu leisten. Erst nach Ablauf dieser Frist darf mit der exekutivi- schen Einziehung vvrgegangen werden. Der Steuerempfänger ist für diejenigen Steuern selbst verantwortlich, bei denen er den wirklichen Ausfall, oder die fruchtlos verhängte Exekution nicht sofort nachweisen kann, und er muß diese Steuern vorschußweise entrichten.
— Nach einer dem General-Postamt zugegangenen amtlichen Mittheilung lehnt die spanische Postverwaltung von jetzt ab bis auf Weiteres die Ermtzleistung für solche „rekommandirte" Gegeustände ab, welche durch kriegerische Vorfälle, gewaltfame Äugriffe rc. verloren gehen sollten. (Berl. Tageol.)
— Der Reichstag wird am 5. Februar zusammentretep und Ende März seine kurze Frühjahrs-Session beschließen. Mili- tair- und Preßgesetz bilden seine Hauptaufgabe, daneben werden die Entwürfe über den Rechnungshof, die Verwaltung der Einnahmen uns Ausgaben des- Reiches und einige internationale