Einzelbild herunterladen
 

74

beschränkteste Freiheit nicht nur gewähren, sondern auch garan- t reu müsse. Dees werde denn auch treulich geschehen. Die Note verspricht gleichsam im Angesichte Europas, daß jeder Ort, an welchem das Konklave zu fungiren haben wird, die größte Freiheit und Sicherheit genieße, daß keinem Theilnehmer der Zu- tritt gehemmt, auf keine Funktion irgend ein Einfluß oder ein Druck geübt werden solle. Kurz, die Note enthält alle Garan­tien, welche die völlige Freiheit der Papstwahl in Rom gleich­sam europäisch verbürgen und läßt hiemit jede Besorgniß, mit der eine Abänderung der bisherigen Modalitäten motifirt wer­den könnte, als leeren Vorwand erscheinen. Wie diePresse" weiter hört, sind die in der Note gebotenen Bürgschaften von den meisten Mächten, denen das Schriftstück mitgetheilt wurde, bereits als genügend erkannt und mit hoher Befriedigung aufge­nommen worden. (Augsb. Abdztg.)

St. P e t e r s b urg, 20. Jan. DerRegierungsanzeiger" veröffentlicht das Reichsbudget für das Jahr 1874. Dasselbe veranschlagt die Einnahmen auf 539,851,656 Rubel, die Aus­gaben auf 536,683,836, weist also eine Mehreinnahme von 3,167,820 Rubel nach.

Amerika. Aus Pernambuco wird unterm 2. d. Mts. gemeldet, daß der dortige Bischof verhaftet und wegen Mangels an Achtung und Gehorsam vor den Gesetzen und der Verfassung in den Anklagezustand versetzt worden ist. R. u.St.-Anz.

Falsche Kassenanweisungen der Geraer Bank sind gegen­wärtig in bedeutender Anzahl im Umlauf und so täuschend nach­gemacht, daß selbst die Kassirer von Berliner Bank-und Wechsel­geichästen dieselben angenommen haben. Die Vorderseite der Falsificate ist für den Laien schwer erkenntlich, nur auf der Rück- feite sind diese von den echten Kassenscheinen dadurch zu unter­scheiden, daß die Löwenköpfe größer als bei diesen und auch nicht so deutlich ausgeprägt sind. Jedenfalls ist die größte Vorsicht bei der Annahme solcher Scheine geboten. Mannh. Tgbl.

DieNeue Frftr. Pr." schreibt unterm 20. Januar aus Frankfurt a. M.: Der seit 10 Jahren in Offenbach bestehende VereinProvidentia", dessen Princip es ist, Einkäufe gegen baar zu machen und dafür einen Rabatt zu beanspruchen, hat seine Aufgabe bis jetzt zur Zufriedenheit seiner Mitglieder gelöst; all­jährlich konnten ansehnliche Dividenden zur Vertheilung kommen. Den Zeilverhältnissen Rechnung tragend hat der Verein auf Grund seines Princips der Selbsthilfe in seiner Generalversamm­lung beschlossen, einen Schritt weiter zu gehen und Mitglied desFrankfurter Lebensmittelvereins" zu werden, und diesen um die Errichtung einer Filiale in Offenbach anzugehen. Der Vorstand des hiesigen Vereins kam diesem Ansinnen mit der größten Bereitwilligkeit entgegen. Die GesellschaftProvidentia" nahm hierauf 11 Aktien â 60 Thlr. Mitglied des Offenbacher Vereins kann abgesehen von einem kleinen Einschreibgeld nur derjenige werden, der seine Waare aus dem Frankfurter Lebens- inithloerein auch fernerhin beziehen will, denn alle Aufträge, die von jetzt ab an den Frankfurter Lebensmittelverein gestellt wer­den, können nur durch den ZweigvereinProvidentia" zur Gel­tung gebracht werden. Der Wanderlehrer des Berliner Cen- tralvereins zur Verbreitung von Volksbildung, Herr Dr. Lind« w u r m, bereist gegenwärtig unsere Nachbarstädte, um zur Bildung neuer Zweigvereine anzuregen und eine größere Betheiligung an den bereits bestehenden herbeizuführen.

Lokales und Provinzielles.

Hanau, 21. Januar 1874.

Eingesandt.

P. (Stockfische.) Es könnte sich Jemand damit einen ordentlichen Verdienst verschaffen und dem Publikum gewiß ein rechl billiges und für Viele angenehmes Nahrungsmittel zur Abwechselung liefern, welcher es verstünde den Stockfisch zu wässern und sich vorher Diejenigen in eine Liste einzeichnen ließe, die auf einen festen Tag jede Woche (während der betreffenden Monate) ein bestimmtes Gewicht davon nehmen. Es würde sich

gewiß herausstellen, daß dies Unternehmen einem Bedürfniß un­serer Stadt (und Umgegend) entspräche und sicherlich sich renti- ren würde.

(Von sechs Familien besteht schon feste Zusicherung auf 12 Pfund wöchentlich.)

0. Gestern Mittag stürzte einem Fuhrmann ein Pferd an seinem Wagen, indem es mit der Stolle des rechten Vorderfußes in dem eisernen Rinngeleise an der Schwanen-Apotheke hängen blieb ; dasselbe konnte nur durch größere Anstrengung wieder frei gemacht werden; ein Fall, der übrigens schon öfter vorgekommen sein soll. Es war gerade Einuhrstunde und selbstverständlich fehlte es um diese Zeit an Zuschauern nicht.

Wasserstand des Mam-Pegels heute müh 9 Uhr 0,69 Meter.

Die nächste Sitzung des ständischen Verwaltungsaus- schnsses findet am 22. in Kassel statt.

Wie demFr. Jl." von hier gemeldet wird, hat Dechant Kreißler in Fritzlar in einem Schreiben an die Regierung er­klärt, daß ihm seine priesterlichen Pflichten die eventuell gefor­dert werdende Ableistung des neuen Homagialeidens verbieten müßten.

Hötel Adler.

Fremden-Liste vom 21. Januar 1874.

Die Herren: 1) Kohn, Fabrikant aus Crefeld 2) Haas, Kaufmann aus Stuttgart. 3) Scherbon, Kaufmann aus Aalen. 4) Eckstein, Kaufmann aus Stuttgart. 5) Gebhard, Kaufmann aus Königsheim. 6) Mayer, Kauf­mann aus Straßburg. 7) Cramer, Baumeister aus Fulda. 8) Landau, Kaufmann aus Frankfurt. 9) Grün, Kaufmann aus Leipzig. 10) Ochenal, Gutsbesitzer aus Nürnberg.

Auszug aus dem Amtsblatt.

Die am 3. resp. 7. und 10. ausgegebenen Nummern 1, 2 und 3 enthalten: 1) eine Bekanntmachung Königl. Regierungs­Präsidiums zu Wiesbaden, vom 28. November v. I., a) die Ausreichung neuer Zinscoupons zu den Staatsanleihen der vor­mals Freien Stadt Frankfurt a. M., vom 2. Januar 1844 und, 1. Februar 1858, b) eine bergt vom 19. November v. I., SuT Ausreichung neuer Zinscoupons zu dem vorm. Herzog!. Nassau­ischen Staats-Anlehen von 1,200,000 ft betr.; 2) eine dergl. der General-Direktion der König!. Allgemeinen Wittwen-Ver- pflegungs-Anstalt zu Berlin, vom 17. September 1872, die in Bezug auf den Beitritt der Königl. allgem. Wittwen-Verpfle- gungs-Anstalt zu beobachtenden allgemeinen Vorschriften betr.

Personal-Chronik.

Ernannt ist Gerichts-Assessor Sebold zum Kreisrichter bei dem Kreisgericht zu Schneidemühl, Rechtskandidat Plate zu Marburg zum Referendarius.

Den Rechtsanwälten Dunker in Rinteln, von!d- ner in Rotenburg, Rommel zu Cassel ist der Charakter als Justizrath verliehen.

Versetzt ist Ober-Amtsrichter Halberstadt zu Obern­kirchen als Amtsrichter an das Amtsgericht zu Bergen, Amts- gerichts-Secretair Nolde zu Meerholz als Kreisgerichts-Secre- tair an das Kreisgericht zu Hanau.

Gerichts-Assessor Dr. Fi rn Haber ist auf seinen Antrag aus dem Justizdienst entlassen.

Versetzt sind: der Postsecretair Höll von Hersfeld nach Meiningen und der Postsecretair Beck von Meiningen nach Hersfeld.

Der Kreisrichter Reinhard zu Hanau ist zum Mitglied des Vorsteheramtes des vereingt. evangel. Waisenhauses daselbst bestellt worden.

Dem Fabrikbesitzers C. Backes in Hanau ist der Königl. Kronen-Orden 4r. Klasse verliehen worden.

Versetzt wurden: der Lehrer Herchenröder zu Fisch- born, Kr. Gelnhausen, als 2. Lehrer an die ev. Schule zu Lan­gendiebach, Kr. Hanau, der 2. Lehrer Ruth zu Kilianstädten, Kr. Hanau, als 3. Lehrer an die ev. Stadtschule zu Windecken, dess. Kreises.