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Dienstag den 13. Januar.
1874.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Gefundene Gegenstände. Zwei zinnerne Teller. Ein Schiebekarren. Ein Kleidergürtel. Eine Schürze. Ein Messer. Ein wollener Handschuh. Eine Manschette mit Knopf. Drei Sacktücher. Ein leeres Portemonaie. Zwei Sacktücher. Eine dunkle Frauenjacke. Eine Peitsche. Ein Misthaken. Ein wollenes Tuch und darin eingebunden ein Hemd, ein Kittel, Va Laib Brod. Ein Geldbeutel mit 1 Thlr. und 18 kr. Eine weiße Schürze. Ein Pelz-Boa. Eine schwarze Schürze. Ein wollenes Halstuch. Ein Baschlick. Eine schwarze Schürze. Eine Brieftasche. Eine Portemonnaie mit 13 kr. Ein Portemonnaie mit 2O1/» kr. Ein Portemonnaie ohne Inhalt. Ein Köcher. Ein Bohrer. Ein Regenschirm. Eine Wagenstütze.
Zugelaufen. Ein schwarzer Hund in Offenbach. Ein Hund. Eine Gans. Ein Hahn.
Verlorene Gegenstände. Ein Lorgnon. Ein Medaillon. Ein Siegelring. Eine seidene Schürze.
Entlaufen. Ein schwarzer Spitzhund. Ein Huhn und Hahn.
Hanau am 12. Januar 1874.
Tagesschau.
— Der „R. u. St.-A." enthält: Bekanntmachung, betreffend das Regulativ zur Ordnung des Geschäftsganges bei dem durch Richter verstärkten Reichseisenbahn-Amte.
— Bezüglich des Civilehegesetzes, das in nächster Woche vom Abgeordnetenhause in dritter Lesung zur Erledigung kommen wird, ist, wie die „N. Frankf. Pr." schreibt, eine Verständigung vollkommen gesichert. Eine s. g. freie Commission hat die Beschlüsse der zweiten Lesung revidirt und gemeinschaftliche Amendements gestellt, welche alle Unebenheiten des Gesetzes zu beseitigen und auch bezüglich der Zulassung von Geistlichen zum Amt der Standesbuchführung den ausnahmsweisen Charakter derselben festzustellen geeignet sind. Bon der Wiederherstellung des §. 6 des Regierungsentwurfs (der gleichzeitigen Bestellung von geistlichen und bürgerlichen Staatsbeamten für einen und denselben Bezirk) ist nicht die Rede.
— Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom 21. v. M. u. J. beschlossen, den Entwurf einer deutschen Gemeinschulordnung einer Vorberathung durch eine besondere, aus acht angesehenen Juristen und drei angesehenen Vertretern des Handelsstandes bestehende Kommission unterziehen zu lassen. Die Mitglieder der Kommission werden auf den Vorschlag des Ausschusses für Justizwesen vom Bundesrath gewählt werden und im Laufe des Monats März d. J. hier zusammentreten. Den Vorsitzenden der Kommission wird der Reichskanzler aus der Zahl der Mitglieder ernennen ; die Ernennung des Berichterstatters erfolgt auf Vorschlag des Vorsitzenden mittelst Vereinbarung oder in Ermangelung einer solchen durch Abstimmung in der Kommission.
— Berlin. In unseren kommerziellen Kreisen besteht darüber keine Meinungsverschiedenheit, daß der Bankerot des türkischen Staates nur noch eine Fragq der Zeit ist. Hier wurden türkische Anleihen vor fünf Jahren eingeführt, nnd ein Sachverständiger theilt uns mit, hundert Millionen Nominalkapital wären allein von der Beliner Börse nntergebracht worden. Der Einführungscours war 52. Zehn Prozent hat er bis jetzt ein
gebüßt und weitere zwanzig Prozent Verlust stehen in Aussicht. Die Besitzer der „Türken" werden gut thun, sich die Gefahren zu vergegenwärtigen, denen sie ausgesetzt sind, wenn sie noch länger des Sultans Gläubiger bleiben. Die „Türken" haben das Schicksal der „Spanier". Je rascher die deutschen Geldmärkte den türkischen Schund von sich weisen, um so sicherer werden sie sich vor noch größeren Verlusten bewahren. Das fehlte noch, daß die Türkei den Krach erweitert.
— Berlin, 12. Jan. Die officiellen Ergebnisse der hiesigen Wahlen stehen noch nicht fest. Die Wahl der von der Fortschrittspartei aufgestellten Candidaten ist höchst wahrscheinlich, ausgenommen im 6. Wahlkreise, wo eine engere Wahl zwischen Schultze-Delitsch und Hasenclever möglich ist, doch ist auch dieses noch nicht definitiv.
— Michelstadt. Graveur H. von hier lernte auf der Wiener Weltausstellung einen Herrn aus Brüssel kennen, der ihn ersuchte, ihm eine Muster-Collection seiner Arbeiten zu schicken, womit er jedenfalls gute Geschäfte für ihn mit jedesmaliger Baarzahlung machen werde. H. hatte die Muster — lauter Elfenbein-Schnitzereien — schon mehrmals in das Ausland, selbst nach England geschickt, und bedeutende Bestellungen erhalten. Er schickte nach seiner Zurückkunft von Wien die gewünschten Muster — 700 fl. werth — nach Brüssel, erhielt jedoch, trotz mehrmaligem dringendem Ersuchen nichts zurück. Er wendete sich sofort an einen dortigen Banquier und erhielt die Nachricht, der Betreffende sei in Erbschafts-Angelegenheiten nach Deutschland verreist. Weitere Erkundigungen brachten endlich die Nachricht, der erste Empfänger habe die ganze Sammlung um den Preis von einigen Hundert Franken verkauft; H. solle das Geld schicken, man wolle die Sammlung zurückkaufen und ihm wieder schicken, dann sei der Verlust doch nicht so groß u. s. w. Eine Eingabe an das hessische Ministerium des Auswärtigen machte den Weg über Berlin nach Brüssel und der alsbaldige Erfolg war, daß die Herren mit einigen Complicen, bereits 5 Mann, festgesetzt wurden. Ob die Mustersammlung wieder zurückkommt, ist noch fraglich. (Wird einer der liebenswürdigen Gesellschaft sein, vor welcher seiner Zeit der „Hanauer Anzeiger" warnte.)
— Der Bürgermeister von Weeze im Kreise Geldern, Graf v. Loë, ist seines Amtes entsetzt worden, weil er der Regierung von der Besetzung der dortigen Kaplanstelle keine Mittheilung gemacht hat.
— Straßburg, 12. Jan. Gustav Bergmann ist von der Reichskandidatur zurückgetreten. In seiner diesbezüglichen Erklärung sagt derselbe: Die Aufnahme der Lauth'schen Can- didatur scheine zu beweisen, daß die Zeit zur Geltendmachung der von ihm vertretenen Anschauung noch nicht gekommen sei, sie werde aber kommen müssen, wenn ein Elsaß-Lothringen bestehen solle. Neue Franks. Pr.
— Metz, 12. Jan., Morgens. Von den Mitgliedern des gestern hier zusammengetretenen lothringischen Bezirkstags haben 18 den vorgeschriebenen Eid geleistet. Der Bezirkstag, bei dem Vautrain als Alterspräsident fungirte, war demnach beschlußfähig und hat seine erste Sitzung auf heute anberaumt.
— Genf, 10. Jan. Der Erzbischof (in partibus infide- lium) von Lydda, Demanico di Panelli, der lange Zeit hindurch