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Zuglerch Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Die 3s-altige Zeil« 3 Sgr.

Freitag den 9. Januar

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich um als­baldige genaue Angabe über die im Jahre 1873 stattgefunde­nen Auswanderungen, ohne daß den betreffenden Personen Entlassungsurkuuden ertheilt worden sind. Ueber die ört­liche Ursache und Veranlassung der Auswanderung ist eine Be­merkung beizufügen.

Hanan am 2. Januar 1873.

Die dritte katholische Schulstelle in Großauheim, mit wel­cher ein Einkommen von 300 bis 360 Thlr. verbunden, ist er­ledigt. Bewerber wollen sich binnen 3 Wochen hier oder bei dem Herrn Lokalschulinspektor Pfarrer Hartmann in Groß­auheim melden.

Hanau, am 5. Januar 1874.

Tagesschau.

Berlin, 8. Jan. DieNordd. Allgem. Ztg." mahnt zu den Wahlen, nicht zu unterschätzen, was Frauen unter Lei­tung der Priester bedeuten. Ausländische Gegner und innere Feinde rechnen darauf. Den katholischen Frauen ist glaubhaft gemacht, daß die Religion bedroht sei, in dieser Bedrängniß wirken sie auf die Männer. Wo es sich um ultramontane Wah­len handelt, da üben Frauen ein indirektes Wahlrecht aus. Mit dem päpstlichen Pantoffel im Bunde stehe der Frauenpantoffel, die klerikale Partei sei die Panroffelpartei. Der Kampf der Priesterschaft gegen unsern Staat und dessen Lebensinteressen sei zugleich ein Krieg der Weiber gegen Männer. Auf der einen Seite stehen Priester, Weiber und Pantoffelhelden, auf der an­dern Seite deutsche Männer. Drüben ist der Pantoffel das Feldzeichen, hüben der deutsche Adler. Unter seinen Fittigen geschaart wollen wir Mäuner stehen, nicht unter dem Pantoffel.

Neue Frankf. Pr.

Die perfide Insinuation derGermania", als sei der Kaiser besorgnißerregend erkrankt und bereits eine Mitregentschaft des Kronprinzen geplant, hat eine allseitige Widerlegung von unterrichteter Seite erfahren. In Hofkreisen soll die Entrüstung über die Notiz, deren Absichtlichkeit in die Augen springt, um so unangenehmer berührt haben, als man schon häufiger über den Zusammenhang einzelner dem Hofstaate angehörigen Perso­nen von ausgesprochener ultramontaner Richtung mit dem Je- suitenblatte die Köpfe zusammeiigesteckt hat. Es läßt sich aber nicht wohl annehmen, daß dieGermania"-Notiz in diesem Falle von Höflingen geliefert worden ist, da die Thatsachen der An­gabe geradezu widersprechen, wie dies nirgend bekannt ist, als grade in Hofkreisen. (Trib.)

Dem Ingenieur C. O. Paget in Wien ist unter dem 5. Januar 1874 ein Patent auf eine Vorrichtung an Repetir- gewehren zum Fortbewegen der Patronen in der durch Modell, Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Anordnung auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

Vom 31. Dezember 1873, Mittags, bis 1. Januar 1874, Abends, sind in Berlin an Adressaten in Berlin zur Post geliefert und durch die Briefträger bestellt worden: 547,377 Stadtbriefe und Postkarten, d. i. 162,440 Stück mehr, als zum vorjährigen Neujahr.

Der deutsche General-Konsul in New-Aork Dr. Rössing

soll um seine Pensionirung nachgesucht haben. Falls sich diese Nachricht bestätigen sollte, würde ein würdiger Ersatz für diesen mit den schwierigen Verhältnissen sehr vertrauten, dabei sehr pflichteifrigen Vertreter des deutschen Reiches nicht so leicht zu finden sein.

DieTrib." schreibt in ihrer Tagesschau:Dem letzten Staatsstreich in Madrid find bis jetzt nur kleine Insurrektionen in Saragossa und Valladolid gefolgt, die bald unterdrückt wur­den. Man erwartet aber bedeutend größere Rebellionen in den Gegenden, die kantonalen Ideen zugänglich sind. Die Regierung hat deshalb aus Vorsicht fürs Erste ganz Spanien unter den Belagerungszustand gestellt und den einzelnen Gouverneuren die Ermächtigung gegeben, alle Zeitungen mit carlistifchen oder cantonaler Tendenz zu unterdrücken. (Die spanischeCantona­len" entsprechen den französischenCommunarden".) Was die Carlisten im Felde anbetrifft, so haben sie sich unstreitig bedeu­tender Vortheile zu rühmen. Sie hatten bekanntlich die Armee des Generels Moriones so in die Enge getrieben, daß sich die­selbe einschiffen mußte, sie landete dann bei Santonal um sich den Weg nach Bilbao zu öffnen, hat sich aber nochmals zurück­ziehen und wieder einschiffen müssen, so daß die Carlisten auf dieser Seite ganz unbehelligt find. Es wird sich zeigen, ob Serrano leichter mit ihnen fertig wird, als Castelar.

Castelar ist ganz vom politischen Schauplatz verschwunden, nachdem er noch eine Erklärung erlassen, in welcher er gegen die brutale" Gewaltthat, mit welcher Pavia die Cortes auseinander gesprengt hat, energisch protestirt. Damit dürfte denn wohl die Beschuldigung fortfallen, als habe Castelar im Einverständniß mit Pavia gehandelt. Es gewinnt immer mehr den Anschein, als entspringe dieser Staatsstreich einem Complott der Monar­chisten, das Castelar nicht durchschaut hat uyd dem er selbst zum Opfer fiel. Wie weit die reaktionäre Strömung in Spanien gehen und wie sich das furchtbar zerwühlte Land ihr gegenüber verhalten wird, ist nun abzuwarten."

Seitens der Kaiserlich russischen Staatsregierung sind, nach demR. u. St.-A.", für den Reiseverkehr im Königreiche Polen resp, in den Kaiserlich russischen Staaten abändernde Paßbestimmungen getroffen worden. Danach können Ausländer fortan auf Grund eines von einer Kaiferlich russischen Mission visirten Passes ^s Jahr lang nach ihrer Ankunft in Warschau ungehindert dort verbleiben oder im Lande und in ganz Ruß­land umherreisen. Nach Ablauf dieser Frist haben sie sich ent­weder mit einem neuen heimathlichen, von einer russischen Mis­sion visirten Passe zu versehen, oder, wenn sie sich länger in Warschau aufhalten wollen, ein russisches Legitimationsbillet zu lösen, wofür 2 Rubel auf 1 Jahr zu entrichten sind. Diese Legitimationen oder Pässe, welche gleichzeitig zum Umherreisett in Polen und in Rußland dienen, werden alljährlich erneuert, ohne daß die Inhaber genöthigt sind, neue heimathliche Pässe beizubringen. Die abgelaufenen Heimathspässe bleiben beständig in den Händen der Inhaber, welche, wenn sie die Rückkehr nach dem Auslande antreten wollen, einen russischen Paß bei der be­treffenden Behörde gegen Entrichtung von 50 Kopeken nachzu­suchen haben. Ausländer, welche sich bereits in Warschau auf­halten und im Besitze eines von einer russischen Mission visirten Passes sich befinden, können, auch wenn derselbe abgelaufen ist, schon jetzt das vorgenannte Legitimationsbillet lösen, wogegen solche Ausländer, deren von Preußen bezogene Heimathspäsfe