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heit wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag hier verübt. Auf dem Kirchhofe wurden ca. 28 Grabsteine und Denkmäler, worunter eines von hohem Werthe, theilweise zertrümmert, theilweise umgeworfen, so daß derselbe einen sehr traurigen Anblick bietet. Der hiesige Gemeinderath faßte sofort den Beschluß, 200 fl. als Belohnung für die Ermittelung des Thäters auszusetzen.
— Bern, 3. Jan., Vormittags. Auf Antrag der Kirchen- Direktion hat der Berner Regierungs-Rath die sofortige Aufhebung des Klosters der Ursulinerinnen in Pruntrut beschlossen.
— Pesth, 2. Jan. Das Konsortium für die neue ungarische Anleihe wird, wie der „Pesti Naplo" meldet, auch die Ostbahn-Prioritäten übernehmen und soll der Minister-Präsident deshalb nach Wien zu reisen beabsichtigen.
— In der Sitzung der Nationalversammlung vom 30. Dez. legte der Kriegsminister du Barail auf den Tisch des Hauses einen Gesetzentwurf nieder, demzufolge die provisorischen Grade, welche die in der Armee und der Marine dienenden Prinzen von Orleans bekleiden, in' endgültige umgewandelt werden. Dieser Gesetzentwurf, schreibt man der „Köln. Ztg.", erregt großes Mißfallen, und man glaubt nicht, daß derselbe durchgehen werde, da nicht allein das linke Centrum, die gemäßigte Linke und die äußerste Linke so wie die Bonapartisten gegen dieselben sind, sondern derselbe auch auf der Rechtest auf Widerstand stoßen könnte. Was den Anmuth der Deputation noch vermehrt hat, ist einerseits das Auftreten des Herzogs von Aumale, der mit Umgehung des vorgeschriebenen Weges direkt an die Armee- Kommission geschrieben hat, um sich über den schlechten Zustand des 7. Armeekorps (Besancon) zu beklagen, und andererseits die Wahrnehmung, daß dèr Antrag von dem Kriegsminister du Barail nur deßhalb eingereicht wurde, weil der Herzog von Audiffret- Pasquer für diesen Fall seine Angriffe gegen den genannten Minister einstellen will. Die beiden Prinzen von Orleans, auf welche der ministerielle Antrag Bezug hat, sind der Herzog von Penthiävre und der Herzog von Alentzon. Thiers hatte den èrftern zum Schiffslieutenant, den letzteren zum Artilleriehauptmann provisorisch ernannt.
— Paris, 3. Jan. „Tcmps" hat eine Privatdepesche aus Madrid erhalten, welcher zufolge sich die Cortes mit einer Majorität von 120 Stimmen gegen die Regierung Castelars ausgesprochen und Castelar seine Demission gegeben habe. — Madrid, 3. Jan. Das Ministerium Castelar ist in zwei Cortesvoten unterlegen. Der Generalcapitain von Madrid, Pavia, hat die Versammlung aufgelöst und den Cortespalast besetzt. Es heißt, das bisherige Ministerium werde die Geschäfts einstweilen noch weiter führen. Neue Franks. Pr.
— New-Jork, 2. Jan. Die Staatsschuld der Vereinigten Staaten hat sich laut amtlicher Bekanntmachung im Monat Dezember um 8,453,000 Dollars vermehrt. Im Staatsschätze befanden sich am 31. Dezember 91,479,000 Dollars in Gold und 4,278,000 Dollars Papiergeld.
— Die „Neue Frstr. Pr." schreibt unterm 3. Januar aus Frankfurt a. M.: Trotz des im Durchschnitt schlechten Geschäftsganges hat sich gegen die hiesigen öffentlichen milden Stiftungen doch der alte rege Wohkthätigkeitssin gezeigt. Dieselben erhielten nicht weniger als 28,597 fl. an Geschenken. Die 14 vür- gènommenen Sammlungen her Gelegenheit von Unglücksfällett exet, der Hauscollekten lieferten einen Ertrag von fl. 22,615. — Der von uns jüngst mitaethMe Prozeß wegèn Bezahlung mit österreichischen Sechskreuzkrstücken an dem letzten Tage, wo sic noch im Course waren, hat damit geendigt, daß sich der Beklagte zur
Zurücknahme der vaterlandslosen Münzen und Ersatz durch gangbare verstand.
Lokales und Provinzielles.
Hanau, 5. Januar.
R—. Vorgestern Abend erschienen im Gasthaus zur Krone hier zwei dem Anscheine nach sich ganz fremde Personen, von welchen der eine ein prächtiges Bouquet in Wachsblumen vorzeigte und dasselbe zum Ausspielen anbot. Wie es so geht, fanden sich sofort eine namhafte Anzahl Gäste zur Abnahme von Loosen bereit, der Ausspielungsprozeß wurde in Scene gesetzt und der Zufall??? wollte, daß der andere der Eingangs erwähnten Fremden mitausloosen half und das Bouquet zum Aerger der Anwesenden — gewann. Kurz darauf verdufteten die beiden Fremden, natürlich nicht zu gleicher Zeit, und ein hiesiger Bürger, welcher den Verdacht hegte, daß sowohl er als die anderen Mitspielenden „gemeiert" seien, verfolgte deren Spur ganz im Stillen bis zum Wartesaal des Hess. Ludwigs-Bahnhofs und sah hier zu seinem größten Erstaunen, daß der eine der Betrüget dem anderen das Geld für die erworbenen Loose einhändigte. Leider war gerade kein Schutzmann zur Stelle, der die beiden unsauberen Burschen in Nr. Sicher hätte expediren können. Hiermit sei jedoch vor den Betrügern, die vielleicht in einer anderen Wirthschaft wieder erscheinen dürften, gewarnt. — An demselben Abend waren in der Krone auch zwei Cytherspieler anwesend, welche sowohl durch ihr schönes Spiel allgemein ansprachen, als auch dadurch Erstaunen erregten, daß beide ihre Cythern an die Wand anlegten, denselben den Rücken zuwandten und auf diese Art gerade so sicher spielten als in regelrechtem Zustand.
R—. Die neuerbauten Säle zur „Reichskrone" wurden gestern Abend bei sehr zahlreichem Besuche und wohlgelungenem Concert eingeweiht. Nach Abspielung des Programms wurde auf vielseitiges Verlangen noch ein „Tänzchen" arrangirt, welches bis gegen 4 Uhr Morgens gedauert hat.
— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 9 Uhr 0,43 Meter.
Hötel Adler.
Fremden-Liste vom 5. Januar 1874.
Die Herren: 1) Seiffert, Dr. aus Ems; 2) Andreas, Kaufmann aus Nauheim; 3) Katzenstein, Kaufmann aus Gladbach; 4) Ruppert, Kaufmann aus Ingelheim; 5) Maien, Kaufmann aus Frankfurt; 6) Stengel, Kaufmann aus Stuttgart; 7) Amm, Kaufmann aus Carlsruhe; 8) Glaser, Kaufmann aus Straßburg; 9) Herzog, Kaufmann aus Leipzig.
Auszüge aus dem Oeffentlichen Anzeiger zum Amtsblatt der Königl. Regierung zu Cassel.
Wittgenborn. Auf Antrag eines Pfandgläubigers wird zur zwangsweisen Versteigerung der in der Gemarkung von Wittgenborn gelegenes Immobilien des Adam Seipel von Wittgenborn erster Termin auf den 3. Februar d. I., event, zweiter auf den 3. Märzd. J. und dritter auf den 31. März ö. I., jedesmal Vormittags 11 bis 12 Uhr, an Königl. Amtsgericht zu Wächtersbach angesetzt.
Altenhaßlau. Auf Betreiben eines Pfandgläubigers ist der Zwangsverkauf der auf den Flamen des Friedrich Seifers (Johannes Sohn) und Hau, Elisabeth, geb. Spahn, zu Äl- tenhaßlau katastrirten, in dasiger Gemarkung gelegenen Jmmö-> bilien erkannt und zu dessen Vollziehung erster Verkanfsstermin auf den 9. Februar d. I., hülfsweise zweiter und dritter aus den 9. März d. H. und 13. April L J„ jedesmal des Vormittags 10 Uhr, an Königl. Amtsgericht zu Gelnhausen an= beraumt.
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