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Montag den 5. Januar

Tagesschau.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Königlich bayerischen Universitäts-Professor, Stiftspropst Dr. von Döllinger zu München, den Rothen Adler-Orden zwei­ter Klasse mit dem Stern zu verleihen.

Die Ultramontanen, so schreibt die Berliner Trib., in ihrer Tagesschau, rühmen sich, daß ihnen namentlich in Süddeutschland reichlicher Zuwachs erblühen werde. Wir wollen hoffen, daß die Freunde des Reiches und des Vaterlands um so mehr ihre Schuldigkeit thun und die ultramontanen Erfolge auf ein be­scheidenes Maaß zurückführen. Daß die Particularisten und Clericalen in Bayern und Württemberg noch immer zahlreiche Anhänger haben, wissen wir ja; indessen ließe sich ihnen schon mit Erfolg entgegenarbeiten, wenn nur die Fürsten dieser beiden Länder eine entschiedene Haltung zu Gunsten des Reiches an­nehmen wollten. Aber dazu ist wenig Aussicht, wenn man den Nachrichten trauen darf, die gerade in der letzten Zeit durch die Blätter gegangen sind. König Ludwig von Bayern mag die Deutschen Reichsfarben noch immer nicht sehen, und der König von Württemberg hat es doch endlich durchgesetzt, den General von Stülpnagel vom Commando des Württembergischen Armee­corps zu entfernen. Es gefiel ihm nicht, daß Stülpnagel den preußischen Waffenrock mit einer Reihe Knöpfe, statt des württem- bergischen zweireihigen trug. Vielleicht wird der neue Comman­deur, v. Schwarzkoppen, den Württembergischen Waffenrock anlegen und damit eine neue Aera in dem Verhältniß Württembergs zum Reiche eintreten. Wie dem auch fein mag, man ersieht aus solchen Kleinigkeiten, wie es in Süddeutschland steht und mit welchen Schwierigkeiten die Freunde des Reichs dort zu kämpfen haben. Dort brüsten sich Leute mit den Namen von Patrioten, die au den Schandpfahl gehörten, da sie sich nicht schämen, mit Frankreich zu conspiriren, so daß man in Versailles bereits be­ginnt, den Sieg der deutschen Ultramontanen auch als einen Sieg Frankreichs zu betrachten. Vielleicht macht aber gerade diese Entdeckung manchen bayerischen Patrioten stutzig; denn auch der Bauer, so folgsam er sonst seinem Pfarrer sein mag, wird nicht wollen, daß das wieder zusammenstürze, was mit dem Blute so vieler braven süddeutschen Landeskinder, so vieler wackerer Bayern, Württemberger und Badenser aufgerichtet ist.

Der Direktion der Köln-Mindener Eiseubahngesellschaft ist die Genehmigung zur Anfertigung der speciellen Vorarbeiten für eine Eisenbahn von Wesel nach Bocholt ertheilt worden.

Dem Eugen Langen zu Köln ist unter dem 30. Dezem­ber 1873 ein Patent auf ein durch Beschreibung und Zeichnung nachgewiesenes Verfahren der Darstellung von festen weißen Zuckerbröden mittelst der Centrifuge, soweit dasselbe für neu und eigenthümlich erachtet ist, auf drei Jahre von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang dès preußischen Staates ertheilt worden.

Dem Spar- und Vorschußverein von Postbeamten im Bezirk der Ober-Postdirektion Berlin sind bis zum Schluffe des Jahres 1873 1194 Mitglieder beigetreten. Die ordentlichen Einlagen betragen monatlich 1144 Thlr. 12 Sgr. 4 Pf., an außerordentlichen Einlagen sind 5343 Thlr. 6 Sgr. und an Ge­schenken 222 Thlr. 15 Sgr. baar eingezahlt.

Das Reichs-Eisenbahn-Amt hat das Project, das Palais

des verstorbenen Prinzen Adalbert anzukaufen, noch nicht auf- gegeben und es sind neuerdings wieder Unterhandlungen nach dieser Richtung hin eingeleitet worden. Die Räumlichkeiten des­selben sollen vollständig ausreichend sein zu einer Dienstwohnung für den Präsidenten sowohl als zur Unterbringung sämmtlicher Bureaux. (Trib.)

Aus der Provinz Posen kommen ganz merkwürdige Berichte über die Haltung der katholisch-polnischen Bevölkerung gegenüber dem Erzbischof Ledochowski. Man hat in den dortigen Volksklassen noch nicht die Unterwürfigkeit des Grafen unter den Willen bei; Preußischen Regierung bei seinem Amtsantritt vergessen und er­innert sich, wie geringschätzig er damals dasselbe Volk behandelte, vor dem er jetzt einen kriechenden Servilismus kundgiebt. Das Wort lautet dort:Der Erzbischof mag selbst die Suppe ausessen, die er eingebrockt hat." Zu Ende der nächsten Woche tritt üb­rigens der Gerichtshof für die kirchlichen Angelegenheiten hier zusammen, um sich mit dem Prozeß desPrimas" zu beschäf­tigen.

Wiesbaden, 3. Jan. Der freisinnige protestan­tische Pfarrer Schröder in Freirachdorf, der vom Wiesbadener (Konsistorium abgesetzt worden war, ist vom Cultusminister frei­gesprochen und in sein Amt wieder eingesetzt worden.

Neue Frankf. Pr.

München, 1. Jan. Bezüglich der Verheirathung der in die Heimath beurlaubten Rekruten wurde verordnet, daß die­selben, wenn sie während dieser Urlaubszeit, also bevor sie zum Dienste eingezogen waren, sich zu verehelichen wünschen, zunächst die militärdienstliche Genehmigung hiezu bei dem Landwehr-Be- zirks-Kommandeur nachzusuchen haben, der, wenn er die Ueber­zeugung gewonnen hat, daß die Verheirathung dem Nachsuchenden den Umständen nach nothwendig oder für denselben Vortheilhaft ist, die Bewilligung zu ertheilen hat. Bei Ertheilung dieser dienstlichen Bewilligung ist der Nachsuchende ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß durch die Verehelichung das Mili­tärverhältniß nicht geändert, daß der so Verheirathete fortwäh­rend als ledig betrachtet wird, daß er weder für seine zukünftige Ehegattin, noch für seine Kinder irgend eine Unterstützung aus Militärfonds zu erwarten hat, und daß aus der so stattgehabten Verheirathung niemals irgend ein Reklamationsgrund abgeleitet werden kann.

München, 2. Jan. Die Mittheilung, daß Ministerial- rath Hocheder zum II. Präsidenten des Reichs-Oberhandelsge­richts in Leipzig ernannt werden soll, bedarf einer näheren Er­klärung. Das Recht, die Beamten dieses Gerichtshofes zu er­nennen, steht ausschließlich dem Kaiser zu. Aber es ist eine Höflichkeit desselben, daß er der Regierung des zweitgrößten Reichsstaates es überläßt, für die Stelle eines zweiten Präsiden­ten an diesem obersten Gericht eine geeignete Persönlichkeit in Vorschlag zu bringen. Vom Bundeskanzleramt erging vor eini­ger Zeit an den bayerischen Justizminister die Einladung, einen derartigen Vorschlag zu machen und infoferne bedurfte dieser die Genehmigung unseres Königs. Daß bei solchen Umständen an der Bestätigung dieses Vorschlags, resp, an der Ernennung Hoch- eder's durch den deutschen Kaiser nicht zu zweifeln ist, liegt auf der Hand. (Augsr. mdztg.)

Kandel. Ein Akt an Bestialität grenzender Roh-