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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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«1.

Freitag den 2. Januar.

1874.

Für Jedermann, insonderheit unseren verehrlichen Abonnenten ein herzliches

Prosit Neujahr.

Red. ii. Expedit, des Hanauer Anzeigers.

Zwecks Herbeiführung einer schnelleren Besorgung äSÜBb* des Hanauer Anzeigers sind von heute an andere Herumträgerinnen engagirt worden.

Sollte deshalb den verehtl. Abonnenten das Blatt in den ersten Tagen nicht zeitig zugestellt oder Jemand übergangen wer­den, so dürfen wir wohl um gütige Nachsicht bitten.

Die Expedition.

Tagesschau.

Als neuestes Schriftstück erschien im Abgeordnetenhause die Zusammenstellung des Civilehegesetzes mit den in der zweiten Berathung des Abgeordnetenhauses darüber gefaßten Beschlüssen, an deren Hand wohl schon am 13. Januar die dritte Lesung und damit endgültige Beschlußfassung im Abgeordnetenhause zu erwarten ist. Die Hauptveränderungen betreffen die Ablehnung des § 6 (eventuelle Zulassung der Geistlichen zur Civilstandsbe- amteuschaft) und die Beseitigung des Staatsanwalts als Auf­sichtsbeamten der Standesbeamten, wofür der Einzelrichter und zwar mit Zulassung der Appellation an das Obergericht einge­stellt ist. Die übrigen Veränderungen sind minder erheblich und meist redaktioneller Natur. Der Gebührentarif ist herabgesetzt, die Bescheinigung zum Zwecke der Taufe, Trauung, oder Beer­digung soll kostenfrei ertheilt werden. (SW

Graf Ledochowski zu Berlin. Wie dieNat. Ztg." erfährt, befindet sich seit einigen Tagen der Erzbischof von Pofen, Graf Ledochowski, in Berlin als Gast der St. Hedwigsgemeinde. Sein erstes Logis hatte derselbe in dem katholischen Schulhause in der Französischen Straße hinter der Hedwigskirche genommen; seit Montag früh ist der Erzbischof in die für ihn glänzend her­gerichteten Parterreräumlichkeiten der Häuser in der Pallifaden- straße 66 und 66a übergefiedelt. Die Häuser 66 und 66a der Pallisadenstraße gehören der Hedwigskirche und steht auf dem Hofe eine neuerbaute kleine katholische Kapelle, in welcher, wie behauptet wird, der Erzbischof Gottesdienst abhält oder abzuhal­ten gedenkt.

Bis zum 7. Dezember d. I. waren in den Münzstätten des Deutschen Reichs in Zwanzigmarkstücken 817,993,600 Mark und in Zehnmarkstücken 189,214,430 Mark ausgeprägt worden. In der Woche vom 7. bis 13. Dezember sind ferner geprägt in Zwanzigmarkstücken: in München 698,560 Mark und in Darmstadt 187,260 Mark; sowie in Zehnmarkstücken: in Berlin 598,970 Mark, in Hannover 639,770 Mark, in Frankfurt a. M. 900,000 Mark, in Dresden 382,990 Mark, in Stuttgart 502,200 Mark und in Karlsruhe 427,100 Mark.

Die Gesammt-Ausprägung in Reichs-Goldmünzen stellt stch daher bis zum 7. Dezbr. d. J. auf 1,011,544,880 Mark, wovon 818,879,420 Mark in Zwanzigmarkstücken und 192,665,460 Mark in Zehnmarkstücken bestehen.

n Reichs-Silbermünzen und zwar in 1 Markstücken waren bis zum 13. Dezember d. Js. 75,398 Mark und in Zwanzigpfennigstücken 183,072 Mark 40 Pfennige ausgeprägt

worden. In der Woche vom 7. bis 13. Dezember d. I. sind ferner geprägt in 1 Markstücken: in Berlin 75,398 Mark; in Zwanzigpfennigstücken: in Berlin 45,921 Mark, in Frankfurt a. M. 40,000 Mark, in München 43,219 Mark 20 Pf., in Stuttgart 26,932 Mark 20 Pf. und in Karlsruhe 27,000 Mark, mithin stellt sich die Gesammt-Ausprägung in Reichs-Silbermünzen auf 1,269,244 Mark 40 Pf., und zwar in 1 Markstücken 75,398 Mark und in Zwanzigpfennigstücken 183,072 Mark 40 Pfennige.

An Reichs-Nickelmünzen und zwar in Zehn-Pfennigstücken waren bis zum 13. Dez. d. J. 72,612 Mark 40 Pf. ausgeprägt worden. In der Woche vom 7. bis 13. Dezember d. I. sind ferner in solchen Stücken geprägt: in Berlin 19,242 Mark 70 Pf., in Hannover 18,069 Mark Pf., in Frankfurt a. M. 13,040 Mark 20 Pf., in München 10,978 Mark 80 Pf. und in Stuttgart 11,281 Mark 70 Pf., mithin Gesammt-Ausprägung in Reichs-Nickelmünzen 194,278 Mark 20 Pf.

An Reichs-Kupfermünzen waren bis zum 13. Dez. d. I. und zwar in 2 Pfennigstücken 3306 Mark 20 Pf. und in 1 Pfennigstücken 1844 Mark 30 Pf. ausgeprägt worden. In der Woche vom 7. bis 13. Dez. d. J. sind von 2 Pfennigstücken ferner geprägt: in Berlin 1962 Mark 10 Pf., und in Frank­furt a. M. 1344 Mark 10 Pf., mithin eine Gesammt-Ausprä­gung in Reichs-Kupfermünzen von 19,056 Mark 20 Pf.

Der diesjährige Weihnachts-Packetverkehr mit der Post in Berlin hatte folgenden Umfang. In der Zeit vom 19. bis 26. Dezember wurden in Berlin aufgeliefert 140,830 Packele (gegen 128,967 im Vorjahr); es gingen ein an Adressaten in . Berlin 125,792 Stück (gegen 111,866 im Vorjahr); es transi- j tirten durch Berlin 112,657 Stück (gegen 90,716 im Vorjahr). i Im Ganzen behandelte die Post in Berlin während des ängege- i denen Zeitraums hiernach täglich 54,182 Stück (gegen 47,364 im Vorjahre). Dabei war, dem Ersuchen der Postverwaltung entsprechend, eine sehr große Anzahl von Weihnachts-Packeten, schon vom 10. Dezember augefangen, zur Absendung gebracht, über welche eine specielle Statistik nicht vorliegt.

Berlin, 29. Dezember. Die Mennoniten haben seit 1868, wo sie ebenfalls zum Militairdienste herangezogen wer­den, wiederholt darum ersucht, daß nun auch das Edikt von 1789 aufgehpben werde, nach welchem die ihnen auferlegten Kir­chen- und Schullasten und Gebühren an die evangelische und ka­tholische Geistlichkeit das Aequivalent für das Privilegium der Militärfreiheit bilden sollten. Nachdem dies gefallen, müssen also auch jene in Wegfall kommen. Sie verlangen ferner Kor­porationsrechte für ihre Gemeinden und die Ertheilung des Rechts zur Führung der Civilstandsregister an ihre Aeltesten. Nach einer Mittheilung derVoss. Ztg." hat sich der Kultus­minister endlich entschlossen, ihren wiederholten Bitten durch Aus­arbeitung eines Gesetzentwurfes gerecht zu werden. (Berl. Tagbl.)

In Gleiwitz wurde dieser Tage der Kirchthurm der ka­tholischen Pfarrkirche polizeilich geöffnet, um auf Befehl der Re­gierung zu Oppeln beim Begräbniß eines Altkatholiken das