1390
Zn den Wahlerversawmtungen zu Hanan und Gelnhausen wurde folgender Wahlaufruf mit ungetheilteur Leifall angenommen.
Mitbürger!
Die Wahl zum zweiten deutschen Reichstage steht bevor. Am 10. Januar k. I. werden wir zur Urne treten und unser höchstes politisches Recht, das Wahlrecht, ausüben. Mehr als je ist es geboten, daß wir alle die hohe Wichtigkeit der diesmaligen Wahl beherzigen und entschlossen hiernach handeln.
Gewaltige Aufgaben hat die unaufhaltsam fortschreitende Entwickelung unserer Tage erzeugt; auf dem politischen, dem religiösen, dem volkswirthschaftlichen Gebiete harrt eine Reihe der schwierigsten Fragen ihrer Lösung.
Ein tiefgehender Kampf steht in dem Vordergrund unserer Zeit, unversöhnliche Widersacher, verschieden untereinander, aber einig in blindem Hasse, erstreben die Vernichtung der mit so schweren Opfern erkauften nationalen Einheit und unterwühlen alle Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft und der gesetzlichen Ordnung. Auf der einen Seite erheben sich die alten Feinde deutscher Geistes- und Gewissensfreiheit in strafbarer Anmaßung über Gesetz und Recht und trachten danach, unsere Nation mehr und mehr in Roms Bande zu schlagen, während die Häupter der socialdemokratischen Partei mit trügerischen Verheißungen und inhaltsleeren Schlagworten die Menge bethören, um durch Unfrieden, Verwirrung und Umsturz Alle zu verderben.
Solchen Feinden gegenüber müssen in der Brust jedes Deutschen, dem des Vaterlandes Wohl über Allem steht, Gegensätze zurücktreten, die in früheren Tagen die liberalen Parteien zu spalten pflegten. Wer sein Vaterlandliebt, wer die freiheitliche Entwickelung unserer öffentlichen Zustände in Staat und Gemeinde, den stetig fortschreitenden Ausbau des Rechtsstaates sichern will, der stehe mit uns unerschütterlich fest zu Kaiser und Reich! Dann werden an dem festen Willen der Nation alle Bestrebungen unserer Feinde zerschellen.
Mitbürger! Für das Gedeihen und die Wohlfahrt des Reiches ist im Sinne der großen nationalen Mehrheit, zu welcher alle freisinnig und deutschgesinnten Männer unseres Wahlkreises in Stadt und Land gehören, auch unser bisheriger Abgeordneter
Herr Dr. Hermann Weigel zu Cassel
stets entschlossen eingetreten. Durch seine bewährte liberale Gesinnung, seine politische Bildung, die Abgeschlossenheit seines Charakters, seine unabhängige Stellung, seine vielseitige Tüchtigkeit und parlamentarische Erfahrung hat er sich eine hervorragende Stellung im Reichstage erworben. Wir halten daher mit voller Zuversicht an feiner Wiederwahl fest.
Deutsche Männer in Stadt und Land! Ihr Alle wollt den inneren Frieden und die äußere Machtstellung unseres Reichs. — Drum auf zur Wahl! Verbannt die Gleichgiltigkeit und Lauheit, sie sind die schlimmsten Feinde der guten Sache, tretet Mann für Mann zur Urne und wählet zur Ehre des Wahlkreises und zum Heile des Vaterlandes unseren bewährten Abgeordneten (5000)
Herrn Dr. Hermann Weigel.
in vollständiges Logis nebst allen Bequemlichkeiten und ein Kabinet, welches sich für Goldarbeiter eignet, ist zu vermiethen. (5009) Näheres in der Expedition.
Ein Laden in bester Lage zu vermiethen.
Näheres in der Expedition. (5013) arktstraße Nr. 7 (Altstadt) ein mö- blirtes, freundliches Zimmer, gleicher
Erde, an einen anständigen Herrn zu vermiethen. (5015)
Danksagung.
Freunden und Verwandten, welche mir bei der schweren Krankheit meiner lieben Frau ihre Theilnahme bewiesen, sowie Denjenigen, welche sie zur letzten Ruhestätte begleiteten, meinen innigsten Dank.
Hanau den 30. Dezbr. 1873. (5011)
Jacob Uletli jun.
Gegen hohen Lohn wird eine gute Köchin auf sogleich gesucht Näheres in der Expedition.______(5008 in in allen Näharbeiten erfahrenes junges Mädchen hat noch einige Tage zu besetzen. (4998)
Näheres Neugasse Nr. 1, Ältst., 1 St.
Bei bevorstehendem Quar- tals- u. Jahreswechsel werden die verehelichen Abonnenten des Hanauer Anzeigers, welche mit dem Abonnementsbetrag pro 4. Quartal rc. noch im Rückstände sind, um baldgefällige Zahlung gebeten, da hiervon unser Rechnnngs- Abschluß abhängig ist.
Die Expedition.
CVt der vorgestern in der „Reichskrone" XJ stattgehabten Volksversammlung wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen:
„In Anbetracht dessen, daß Herr Dr. Weigel nicht erschienen ist, erklärt ihn die Versammlung für nicht fähig, die Interessen des gejammten Volkes zu ver- treten."___________________________(5014)
Frankfurter Viehmarkt.
— Frankfurt, 29. Dezbr. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren 340 Ochsen, 160 Kühe, 200 Kälber und 400 Hämmel.
Die Preise stellten sich: Ochsen 1 Qual. 44 fl. 2. Qual. 42 fl. Kühe „ 38 „ „ 36 „ Kälber „ 38 „ „ — „ Hämmel „ 37 „ „ — „
Geldforlen. Preußische Friedrichsd'or . . . fl. 9 58—69 Pistolen...... . . . 9 41—43
Holl. fl.-10-Stücke......9 52—54
Ducaten......... 5 32—34
„ al marco ..... 5 33—35
Napoleonsd'or....... 9 21*/2—22Vs do. in Va und V» . . 9 21—22
Engl. Sovereigns......11 48—50
Russ. Imperiales...... 9 42—44
Dollars in Gold...... 2 25—26
Bedruckt und verlegt in der Buchdruckern des Bereinigten evangel. Waiwnyauses, unter Verantwortlichkeit des Faktors G. Ph. Weißdroü.