Einzelbild herunterladen
 

^Lonnemerrls- Preis

(incl. Stempel)

Jährlich 3 Tblr.

Halbi. Tblr.l. 15. Zierreljährlich 22 Syr. 6 Vf.

I5ür auswärtige "Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der berliner Provinzial-Corresvondenz.

Insertion c- Preis:

Die ifpaitige Garmondzeile od deren Kaum

1 Sgr.

Die Zspalt. Zeile 2 Sgr.

Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

Die 3spaltige Zeile 3 Sgr.

^Z295.

Samstag den 20. Dezember.

1873.

Das Kaiserliche General-Postamt macht die Zeitungs-Abonnenten durch besondere Ausschreiben darauf aufmerksam, daß es zur Erneuerung ihres Zeitungs-Postabonnements, welches am letzten dieses Monats abläuft, der zuvorigen ausdrücklichen Er­klärung und der Vorauszahlung des Abonnementsbetrages bedarf, und daß bei jedem neuen Abonnement auf den ununterbroche­nen und vollständigen Bezug der Nummern nur in dem Falle gerechnet werden kann, wenn die Anmeldung rc. möglichst früh­zeitig geschieht.

Erfolgt das neue Abonnement auf eine täglich oder wöchentlich mindestens dreimal erscheinende Zeitung erst in den letz­ten zwei Tagen dieses Monats, oder auf eine weniger oft erscheinende Zeitung erst dann, wenn bereits eine Nummer davon aus­gegeben ist, so werden die bereits erschienenen Nummern, soweit sie überhaupt noch zu beschaffen sind, nur auf ausdrückliches Ver­langen des Abonnenten nachgeliefert, und hat letzterer alsdann für das in diesem Falle nach dem Verlagsorte abzusendende post- dienstliche Bestellschreiben das Franko von 1 Sgr. bezw. 3 Kr. zu entrichten.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Fräulein Deibel ist als Sachverständige zur Trichinen­schau ausgeschieden.

Der Sachverständige Georg Geh ist der Altstadt zur Trichinenschau zugetheilt.

Für das erste und zweite Quartier der Neustadt verblei­ben als Sachverständige resp, sind hierzu bestimmt Herr Kreis- physikus Dr. von Möller, Bahnhofsbediesteter Dasch, Fräu­lein A l b a ch.

Hanau am 15. Dezember 1873.

Johann Georg Kalb Henn zu Bergen, geboren am 9. Febr. 1844, hat um Entlassung aus dem Preußischen Unter- thanenverbande, behufs seines Ueberzugs nach Vilbel im Groß- herzogthum Hessen, nachgesucht.

Hanau, am 13. Dezbr. 1873.

Der in Nr. 289 des Hanauer Anzeigers als vermißt an­gezeigte Taglöhner Konrad Mehrling von Ostheim wurde am 10. d. Mts. in der Nidder, Gemarkung Windecken, ertrunken aufgefunden.

Hanau, am 17. Dezbr. 1873.

Die Dienstmagd Charlotte Schilb von Wächtersbach, etwa 24 Jahre alt, von großer Statur, ist mit einer anstecken­den Krankheit behaftet und hat sich aus dem hiesigen Landkran­kenhause heimlich entfernt.

Um Verhaftnahme und Nachricht wird ersucht.

Hanau am 18. Dezember 1873.

Tagesschau.

DerR. u. St.-A." enthält: Reglement zu dem feier­lichen Leichenbegängnisse Ihrer Hochseligen Majestät Elisabeth Luise, verwittweten Königin von Preußen rc. in der Friedens­kirche bei Sanssouci am 20. Dez. 1873.

DerR. u. St.-Anz." enthält eine Bekanntmachung, betreffend die 18. Verloosung der Staatsanleihe vom Jahre 1856.

Berlin, 19. Dezbr. Bei dem Allgemeinen Kriegs- Departement des Kriegs-Ministeriums ist die jetzt bei der Armee- Abtheilung B. stattfindende Bearbeitung der Angelegenheiten der Artillerie-Schießschule für die Zukunft der Artillerie-Abtheilung übertragen worden und beim provisorischen Departement für das Jnvalidenwesen die Verwaltung der beiden großen Unterstützungs­Fonds des Titels 58 des Militair-Etats, betreffend die Pen­sionen für Wittwen und Pflege- und Erziehungsgelder für Kin­

der, sowie die Allerhöchst zu bewilligenden Unterstützungen an Offiziere, Beamte, Wittwen und Kinder, von der Abtheilung A. auf die Abtheilung B. übergegangen. iR. u. st a.)

Dem Spinnerei-Direktor August Jäger und dem Ma­schinenbauer F. W. Scholtes zu Dülken ist unter dem 13. De­zember 1873 ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschrei­bung nachgewiesene Maschine zum Zertheilen von sammet- und sammetartigen Doppelgeweben in zwei Stücke, soweit sie als neu und eigenthümlich erkannt ist, auf drei Jahre von jenem. Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats er­theilt worden.

Aus Rheinhessen, 18. Dezbr. Die klerikalen De­monstrationen gegen die jüngsten Verordnungen der Oberstudien- direction mehren sich, nach derN. Frftr. Pr.", in auffallender Weise und der Uebergang aus dem passiven in den activen Wi­derstand gegen das Gesetz wird so auffällig wie möglich gemacht. Am beliebtesten ist der Umweg, sich hinter die Eltern oder auch nur die Mütter, welche im Beichtstuhl bearbeitet werden, zu stecken. In einem Orte gab der Pfarrer mehrere Tage Beicht­unterricht in der Kirche während der Schulzeit und stand der Lehrer vor kaum einem Dutzend Kindern. Nach der angeblichen Vorbereitung zur Beichte zog dann die Jugend aus der Kirche jedes Mal vor das Schulhaus, um da eine Katzenmusik mit Spottliedern auf denSchulmops" rc. anzustimmen. Wieder­holung dieser Auftritte, bei denen der Pfarrer im Hintergründe blieb, fanden statt. In einem zweiten Orte wartete der Lehrer ebenfalls vergebens auf die Schuljugend der Pfarrer hatte sie in dasGroße Gebet", welches 16 Stunden des betreffenden Tages dauert, befohlen, und der Lehrer zog umsonst das Schul­glöckchen. Diese Vorfälle ereignen sich nun gerade iy Orten solcher Kreise, in welchen die Lehrer von der Kreis-Schulcommis- sion zur Befolgung der Regierungsverordnungen direct angehal­ten werden. Man bleibt also nicht im Zweifel, mit welchen Mitteln die Klerikal-Jesuiten gegen die Ordnung in dem Schul­wesen zu agiren gedenken. Was die Regierung gegen diese offen­bar gesuchten Ausschreitungen thun wird, ist noch nicht zu er- seheu. Die Zustände werden aber immer unerträglicher und nur die größte Energie wird Ruhe schaffen können vor dieser Pfaffen­rebellion gegen Wiedereinführung längst bestehender Ordnung.

Der Landtag in Rudolstadt ist plötzlich beschlußunfähig geworden, weil sieben Abgeordnete gemeinsam ihr Mandat nie­dergelegt haben. Der Sachverhalt ist kurz folgender: Zur vor­gestrigen Landtagssitzung hatten sich nur sieben Abgeordnete em- gefunden, die gleiche Zahl war fern geblieben und hatte durch eine Zuschrift an den Präsidenten angezeigt, daß sie ihre Man-