Einzelbild herunterladen
 

'Abonnements- Preis

(incl. Stemvel)

Jährlich 3 Thlr.

Halbi. Tblr.1.15. Vierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf.

EFür auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag.

HanmerAMM

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Insertion -» Preis:

Die ifpaltige Garmondzeile od deren Raum

1 Sgr.

Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Die 2spalt. Zeile 2 Sgr.

Die 3spaltige Zeile 3 Sgr.

*^294.

Freitag den 19. Dezember.

1873.

der hohen Verstorbenen ausgestellt war. Die Wache von Sans­souci war verstärkt und von der Leibcompagnie des 1. Garde- Regiments zu Fuß besetzt. Trotz des herrschenden Unwetters gab eine große Anzahl von Bewohnern der Stadt dem Con- ducte das Geleite.

Aus den Mittheilungen des Reichskanzleramts über den Stand der Cholera ist zu ersehen, daß in 9 Provinzen des preu­ßischen Staats, also mit Ausschluß Westfalens und der Rhein­provinz, vom 22. Mai bis 6. Dezember d. I. 44,959 Menschen an der Cholera erkrankt und davon 23,242 gestorben sind. Da­von kommen auf die Stadt Berlin (vom 21. Juli bis 6. De­zember d. I.) 1074 Erkrankungen und darunter 741 Todesfälle. Erloschen ist die Epidemie in den Regierungsbezirken Frankfurt an der Oder, Erfurt, Kassel und der Provinz Hannover. Auch aus Baiern, Sachsen, Württemberg, Anhalt, Lübeck und Ham­burg liegen Berichte vor, woraus zu entnehmen, daß in den letzt­erwähnten drei Gebietstheilen und in Dresden die Epidemie er­loschen ist. Weiter erfährt man, daß im Königreiche Polen seit Beginn der Epidemie (der Tag ist nicht angegeben) bis Mitte Oktober d. I. an der Cholera erkrankt waren: 56,477, gestorben 26,234, wovon auf die Stadt Warschau 4933 Erkrankungen und 1887 Todesfälle kommen.

Auf die maßlosen Angriffe, welche der Papst in seiner letzten Encyclika gegen die Altkatholiken gerichtet hat, antwortet ihm jetzt Bischof Reinkens in einem soeben veröffentlichten Hir­tenbriefe, in dem er unter Anderm über die Beleidigungen gegen die preußische Regierung und den Kaiser bemerkt:Was die Encyclika von unserm erhabenen Kaisen, dessen wir nur mit Danksagungen gegen Gott gedenken können, der erstaunten Welt sagt, ist so schnurgerade aller Wirklichkeit, Wahrheit und Ge­rechtigkeit zuwider, daß Pietät auf der einen und Schonung auf der andern Seite uns Stillschweigen hier auferlegen (Berl. Tagbl.)

DieD. Ztg." berichtet: Zuverlässigen Nachrichten aus Rom zufolge hat der Papst ein Schreiben an ein hervorragendes Mitglied der preußischen Centrumspartei richten lassen, worin er die liberalisirende Taktik dieser Partei mißbilligt und diese Tak­tik eine Waffe nennt, deren Spitze sich gegen den kehre, der von ihr Gebrauch macht. Aus derselben Quelle erfährt man, der Papst sei nicht damit einverstanden, daß deutsche Bischöfe sich um ein Reichstags-Mandat bewerben.

Darmstadt, 17. Dez. Mit 16 gegen 13 Stim­men sprach sich die erste Kammer für das Princip der Commu- nalschulen aus.

Darmstadt, 18. Dez. Gegenüber der bei dem Mi­nisterium Seitens des Bischofs von Mainz wegen der Begrün­dung der Ausweisung des Jesuitenpaters Zöller eingereichten Beschwerdeschrist, thut dieDarmstädter Zeitung" durch einen wissenschaftlich begründeten eingehenden Artikel dar, daß der Ge­neral des Jesuitenordens einem Untergebenen eine Sünde befehlen könne und bemerkt, daß die Regierung ihre Aeußerungen über die Staatsgefährlichkeit des Jesuitenordens nich^ zurücknchmen

München, 18. Dez. Für die bevorstehenden Reichs­tagswahlen hat, nach derN. Frftr. Pr.", der Erzbischof von München einen besonderen Hirtenbrief erlassen, worin auf ote I große Wichtigkeit der Wahlen aufmerksam gemacht und an die

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Fräulein Deibel ist als Sachverständige znr Trichinen­schau ausgeschieden.

Der Sachverständige Georg Geh ist der Altstadt zur Trichinenschau zugetheilt.

Für das erste und zweite Quartier der Neustadt verblei­ben als Sachverständige resp, sind hierzu bestimmt Herr Kreis- Physikus Dr. von Möller, Bahnhofsbediesteter Dasch, Fräu­lein Albach.

Hanau am 15. Dezember 1873.

Johann Georg Kalb Henn zu Bergen, geboren am 9. Febr. 1844, hat um Entlassung aus dem Preußischen Unter- thanenverbande, behufs seines Ueberzugs nach Vilbel im Groß- herzogthum Hessen, nachgesucht.

Hanau, am 13. Dezbr. 1873.

Der in Nr. 289 des Hanauer Anzeigers als vermißt an­gezeigte Taglöhner Konrad Mehrling von Ostheim wurde am 10. d. Mts. in der Nidder, Gemarkung Windecken, ertrunken aufgefunden.

Hanau, am 17. Dezbr. 1873.

Tagesschau.

,Das Civilehegesetz soll heute (Donnerstag) im Abgeord­netenhause wo möglich in zweiter Lesung zu Ende berathen wer­den, damit die dritte Berathung am Sonnabend erfolgen kann. Allseitig selbstverständlich immer unter Fortlaffung des Cen­trums wird die ausgezeichnete Vertheidigung des Gesetzes durch den Cultusminister Dr. Falk anerkannt, dessen legislato­rische Thätigkeit ihm überhaupt ein bleibendes glänzendes Ge­dächtniß in der Preußischen Geschichte sichert. Selten hat ein Cultusminister nach allen Richtungen hin mit größeren oder mit so großen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt als er; keiner sei­ner Vorgänger hat solche Energie bewiesen.

Der Kriegsminister hat die Regierungen der Einzelstaa­ten davon in Kenntniß gesetzt, daß mit dem Dispositionsfonds von 300,000 Thlr. für Gnadenbewilligungen jetzt die Mittel vorhanden seien, um auch in solchen Fällen, wo eine gesetzliche Unterstützung nicht eintreten kann, erkrankten Kriegern oder den Hinterbliebenen verstorbener Krieger, deren Tod erst nach dem 20. Mai 1872, aber nachgewiesenermaßen in Folge von Erkran­kungen oder Beschädigungen während des Krieges eingetreten ist, Unterstützungen zu gewähren. Diese können unter Umständen bis zur Höhe der gesetzlichen Beträge bemessen werden.

Die Leiche der verstorbenen Königin Elisabeth traf am 17. ds. Mts. Mitternachts auf der Wildparkstation zu Potsdam ein, wo die Leibescadron des Gardes-du-Corps-Regi- ments aufgestellt war. Der Kronprinz und die Spitzen sämmt­licher Militär- und Civilbehörden erwarteten die Ankunft. Nach­dem der Sarg aus dem Wagen gehoben, wurde derselbe von 6 Unteroffizieren der Gardes-du-Corps durch den Garten nach Schloß Sanssouci getragen und zwar die s. g. grüne Rampe hinauf, über welche s. Z. auch die Leiche Königs Friedrich Wil­helm IV. nach der Friedenskirche getragen wurde. Die Auf­stellung des Sarges erfolgte im Schlafzimmer Friedrichs des Großen, an derselben Stelle, wo auch der Sarg des Gemahls