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tretenen Hauptmomente wieder auf, um sie einer nochmaligen Beleuchtung zu unterziehen. (Lachaud und Bazaine nehmen No­ten.) Der Regierungscommissär hebt die betreffs der Depesche Le- wals herrschende Verwirrung hervor, verbreitet sich nochmals über den Zwischenfall Regnier, dessen Wichtigkeit er darlegt, und erkennt das patriotische Verhalten der Kaiserin Eugenie rühmend an. Im übrigen weist er das Unzutreffende des von Lachaud aus dem Umstande, daß sich die Armee in einem verschanzten Lager befunden, abgeleiteten Argumentes nach. — 8 Uhr Abends. Vor Suspendirung der Sitzung, welche eben eintreten soll, nimmt Bazaine das Wort und sagt: „Ich trage zwei Worte auf mei­ner Brust: „Ehre und Vaterland". Ich habe 42 Jahre mei­nem Lande gedient, ohne gegen diese stolze Devise zu verstoßen. Ich habe, ich schwöre es vor Christo, Frankreich niemals verra­then." — 9 Uhr Abends. Bazaine ist vom Kriegsgericht schul­dig erklärt der Capitulation von Metz und der Feldarmee, ohne alles zu thun, was Pflicht und Ehre vorgeschrieben, und demge­mäß einstimmig zum Tode und zur Degradation verurtheilt. — Paris, 10. Dez., Nachts. Nach Fällung des Urtheils haben alle Mitglieder des Kriegsgerichts ein Gnadengesuch unterzeichnet. Man versichert, daß der Herzog von Aumale sich alsbald zu Mac Mahon begeben habe, um ihm das Gesuch zu übergeben. Bazaine hörte der Verlesung des Urtheils in sehr großer Auf­regung zu. — Trianon, 11. Dezbr. Die Haltung Bazaines während der Verlesung des Urtheils war sehr muthig. Er bat nur, seinen Sohu 24 Stunden bei sich behalten zu dürfen. Eine Revision de? Urtheils beantragte er nicht. Der Präsident der Republik wird heute über das von allen Mitgliedern des Kriegs­gerichts unterzeichnete Gnadengesuch Entscheidung treffen. — Paris, 11. Dez. Dem Kriegsgericht in Trianon wurden fol­gende Fragen vom Präsidenten vorgelegt: 1) Ist Bazaine schul­dig, am 28. Oktbr. 1870 mit dem Feinde capilulirt und die Festung Metz, deren Obercommandant er war, übergeben zu ha­ben, ohne vorher alle Vertheidigungsmittel erschöpft und Alles, was Pflicht und Ehre ihm vorgeschrieben gethan zu haben? 2) Ist Bazaine schuldig, im offenen Felde capilulirt zu haben? 3) Führte diese Capitulation zur Waffenstreckung der Armee? 4) Hat Bazaine vor Anknüpfung der mündlichen oder schriftlichen Unterhandlungen Alles gethan, was Pflicht und Ehre ihm vor­geschrieben? Das Kriegsgericht bejahte einstimmig sämmtliche Schuld-Fragen, worauf der Präsident die Stimmen für die zu erkennende Strafe fammelte und dann das Urtheil im Sitzungs-

faal verkündete.

Neue Franks. Pr.

— Rom, 10. Dez. Der „Agencia Stefani" wird aus zuverlässiger Quelle bestätigt, daß im nächsten Konsistorium am 22. Dezember de Chigi-Albani, päpstlicher Nuntius zu Paris, Facinelli-Antoniacci, päpstlicher Nuntius in Wien, der Primas von Ungarn, der Erzbischof von Salzburg, der Jesuitenpater Tarquini, der Pater Martinelli und die Erzbischöfe von Paris, Toulouse und Valencia zu Kardinälen ernannt werden sollen.

— Madrid, 11. Dez. Nach aus San Sebastian hier eingegangenen Nachrichten ist Santa Cruz wieder als Banden­führer in der Nähe von Astzeaza aufgetaucht. Derselbe hat den Carlistenchef Iturbe gefangen genommen. Wie es heißt, soll zwischen Santa Cruz und dem Bandenführer Lizarraga ein Ge­fecht stattgefunden haben, in welchem die Anhänger des Letzteren in die Flucht geschlagen seien. — Nach einem der Regierung von dem General Meriones zugcgangenen Telegramme sind die Verbindungen mit Vittoria nach einem Kampfe gegen die Car­listen wieder hergestellt. — Der Generah Lopez Dominguez hat das Ober-Kommando über die Belagerungsarmee von Cartha- gena übernommen.

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— Philad elphia. Aus den Pacific-Staaten und Ge­bieten kommen noch immer Berichte von den reichsten Ernten aller Früchte, ebenso über Entdeckungen neuer großartiger Minen von Gold, Silber und sonst werthvollen Erzen. Neuere geolo­gische Untersuchungen haben ergeben, daß die natürlichen Kohlen­lager in den Gegenden der Felsengebirge sich über ein Areal von über 250,000 englischen Quadratmeilen erstrecken, und daß die Mächtigkeit von 6 bis 35 Fuß beträgt.

— New-Jork, 11. Dez. Die Fregatte „Canundaigua" wird heute New-Jork verlassen und sich nach Kuba begeben, um von den dortigen Behörden sich den „Virginius" ausliefern zu lasten.

— Die „Neue Frftr. Pr." schreibt unterm 11. Dezbr. aus Frankfurt a. M.: Behufs Legung des Feuertelegraphen-Cabels dnrch den Main, — vom Obermainthor nach Sachsenhausen, — es wird etwa l1^ Fuß in das Flußbett versenkt, wurden gestern die ersten Sprengungen vorgenommen. — Wie jüngst bei drei anderen Wirthen, so wurde gestern Nacht in die Hartmann'sche Restauration am Bockenheimer Thor eingebrochen. In der Casse wurde kein Geld gefunden, dagegen nahmen die Diebe verschie­dene Bestecke aus Christofle mit und tranken die Liqueure aus, im Taunus wurden der Kellnerin die Kleider gestohlen.

Lokales und Provinzielles.

Hanau, 12. Dezember.

R—. Wir halten es für Pflicht hiesige Bijouterie-Fabri­kanten und verwandte Fachgenossen zur größten Vorsicht zu mah­nen, falls sie Bestellungen aus Belgien, vorzugsweise Brüssel, wenn es nicht alte bewährte Firmen find, erhalten. Dorten ha­ben sich, sicherem Vernehmen nach, an verschiedenen Orten eine Anzahl Deutscher niedergelassen, resp, nicht ordentlich niederge­lassen, weil sie keine ganz bestimmte Wohnung haben, sobald auf den Zahn gefühlt wird, welche nach vorliegenden Nachrichten ge­meinsam ein nicht ganz sauberes Geschäft zu treiben scheinen, mit einem Worte, sobald Bestellungen von neuen Firmen gerade in der jetzigen Zeit aus besagter Gegend einlaufen, dürften erst genügende Referenzen einzuziehen sein.

R—. Das optoplastische Kabinet im großen Saale der Cen­tralhalle ist seit gestern eröffnet, und war auch am ersten Tage der Besuch nicht so sehr bedeutend, so wird er in den nächsten Tagen um so stärker werden, weil die Besuchenden voll des Lo­bes über die ausgezeichneten und scharfen Bilder sind. Sogar der Schrank der Hanauer Collectivausstellung ist von der Seite zu sehen, wo Herr Etuisfabrikant Hoffmann seine Fabrikate aus­stellte und das Wort Hanau deutlich zu lesen, ebenso sind die Schränke von Pforzheim, Stuttgart und Offenbach gut sichtbar. Morgen mehr.

— Wasserstand des Main-Pegels heute früh 9 Uhr 0,40 Meter.

— Zu dem neuen katholischen Blatt in Fulda, das auf Ak­tien gegründet wird, sind bis jetzt erst 5000 Thlr. gezeichnet, darunter angeblich von einem einzigen Pfarrer 1500 Thlr. Da­mit wird das katholische Blatt nicht weit kommen. Denn heut­zutage kosten die Zeitungen eher Geld, als daß sie welches ein­bringen. (Berl. Tagbl.)

Hâtel Adler.

Fremdeu-Liste vom 12. December 1873.

Die Herren: 1) Frank, Kaufmann aus Cöln; 2) Theill, Kaufmann aus Remscheid; 3) Süsser, Kaufmann aus Frankfurt- 4) Sußmann, Kauf­mann aus Tauber-Bischhofsheim; 5) Sauerwein, Kaufmann aus Mainz; 6) Hofmann, Kaufmann aus Darmstadt; 7) Koch, Kaufmann aus Frankfurt; 8) Fironow, Assistent aus Magdeburg; 9) Blank, Privatier aus Königsberg.

»E Ä*** ftgj&n,

♦ am Mühlthor findet von Morgens ♦ 8^2 Uhr bis Abends der Verkauf von ♦ Steinkohlen statt. (4730)

; F. v. Hiegelmann.