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zu 6 Wochen 2 Tagen Festungsarrest verurtheilt worden, und das Militärobergericht hat trotz der eingelegten Nichtigkeitsbe­schwerde das Urtheil bestätigt und zugleich anerkannt, daß die Strafe eigentlich noch schwerer hätte ausfallen müssen.

— München, 4. Dez. Wie wir vernehmen, wollte die Kommission, welche das Gesuch um Anerkennung des Bischofs Reinkens zu berathen und zu begutachten hat, im Laufe dieser Woche zu einer Sitzung hier zusammentreten; es haben jedoch die auswärtigen Mitglieder der Kommission bei den dermaligen Gesundheitsvcrhältnissen unserer Stadt Anstand genommeu, hie- her zu kommen, und wird in Folge dessen die Sitzung bis auf Weiteres vertagt werden müssen.

— Das „Mannh. Tgbl." schreibt: „Mannheim. Wenn die Metzger in Fürth im Stande sind, das Pfund Hammelfleisch um 12 kr., Kalbfleisch um 15 kr., Schweinefleisch um 20 und 21 kr. und Rindfleisch um 17 kr. auszubieten, wie tagtäglich in den dortigen Blättern zu lesen, warum kosten dann alle diese Fleischgattungen hier 40 bis 50 Procent mehr, während doch die Eisenbahnfracht von Fürth (Nürnberg) bis hierher einen kleinen Bruchtheil dieses Mehrkosteupreises ausmacht. Ihr Hausfrauen denkt an Kassel."

— Der König Albert von Sachsen hat das bis dahin von ihm geführte Commando der 1. Armee-Inspektion niedergelegt, in dem dieserhalb au den Kaiser gerichteten Schreiben aber gleichzeitig die Bitte ausgedrückt, im Falle einer künftig etwa eintretenden Mobilmachung die seiner bisherigen Inspektion ge­hörigen Armeekorps wiederum unter seinen Befehl zu stellen.

— Greifswalde, 6. Dez. In der heutigen Schwurge­richtssitzung wurde der 17jährige Hofgänger Fritz Schütt wegen Ermordung der Anna Böckler zu 15 Jahren Gefängniß verur­theilt. Der Vertheidiger meldete gegen das Erkenntniß Beru­fung an.

— Posen, 5. Dezember. Der Erzbischof, Graf Ledo- chowski ist im Schlimmer Kreise (Provinz Posen) als Candi- dat zum Reichstag aufgestellt.

— Agram, 5. Dec. Der Kaiser hat anläßlich der per­fekt gewordenen Revision des kroatischen Ausgleichs mit Ungarn mittelst Handschreibens an den Banus eine ausgedehnte Amnestie für Kroatien und Slavonien ertheilt.

— Paris, 6. Dec. Das „Journal officiel" veröffentlicht die Ernennungen des Herzogs von Larochefoucauld-Bisaccia zum Botschafter in London und des Grasen von Chaudordy zum Ge­sandten in Bern. Der Marquis von Noailles, welcher an Stelle Fourniers nach Rom geht, ist zum Gesandten erster Klasse er­nannt worden. Ter bisher von ersterem bekleidete Gesandtschafts­posten in Washington ist durch den Gesandtschafts-Sekretär Ba- tholdi in Petersburg besetzt worden.

— In einem Pariser ultramoutanen Blatt, der „Union", lesen wir die Worte: „Wie man sich leicht überzeugen kann, sind die Katholiken unter Anführung der Geistlichkeit in Deutschland unsere festesten Bundesgenossen; sie allein halten heute zu Tage die Politik Preußens in Schach."

— Die „Trib." schreibt in ihrer Tagesschau: „In Frank­reich hat der Papst in den chauvinistischen Blättern diensteifrige Claqueurs für seine letzte Encyklika gefunden. Man ist wieder einmal außer sich vor Freude über die Bannflüche, welche gegen

Hessische Ludwigs-

^. n Mähn- Gesellschaft.

Stationen der Kaiserm Elisabethbahn, Oesterreichischen

Für den Verkehr mit ..........

Süd- und Oesterreichischen Staatsbahn sind mittelst Nachträgen 19 und 20 zum Süd­deutschen Verbands-Tarife neue Frachten, vom 1. d. Mts. ab gültig, eingeführt

worden.

Diese Nachträge, welche bei unseren betreffenden Stationen eingesehen und von unserem Tarifbüreau zum Preise von 12 bezw. 18 Kreuzer pr. Exemplar bezogen werden können, setzen den Nachtrag 4 theilweise, die Nachträge 10, 15 und 16 gänz­lich außer Kraft.

Mainz den 1. Dezember 1873.

(4672) Der Verwaltungsrath.

Deutschland und insbesondere Preußen geschleudert werden und erquickt an den wohlfeilen Beschimpfungen des römischen Kir­chenoberhauptes das eigene haßerfüllte Herz. Nur wenige Fran­zosen mögen die Demüthigung empfinden, die in diesem drücken­den Armuthszeugniß liegt. Unfähig zu irgend einer That, ohne Hülfe und Hoffnung, klammern diese Helden der einst so großen Nation sich an die ohnmächtigen Wuthausbrüche eines Greises und schöpfen Balsam aus den Spuren seiner sichtlich fortschreiten­den Altersschwäche. Von solchen Feinden ist nichts zu fürchten. — In Spanien scheint das Drama von Carthagena sich seinem Ende zu nahen. Das Bombardement der Stadt dauert bereits länger als eine Woche; das Feuer der Insurgenten vermindert sich mehr und mehr, weil ihnen die Munition zu mangeln be­ginnt. Das Obercommando der Belagerungstruppen hat die fremden Geschwader bewogen, sich zurückzuziehen, um die Auf­ständischen, welche dann keine Hoffnung mehr auf gesicherten Rückzug nähren könnten (hauptsächlich wohl an die englische Adresse gerichtet), um so leichter zur Uebergabe der Stadt zu bewegen. Die fremden Geschwader sind diesem Ersuchen nach­gekommen und haben die Bai von Escombrera verlassen.

— Madrid, 5. Dezember, 11 Uhr Abends. Die cuba- nischen Behörden haben hierher telegraphisch die förmliche Ver­sicherung gegeben, daß die Befehle der Regierung in der „Vir- giniusaffaire" gewissenhaft ausgeführt werden sollen.

Lokales und Provinzielles.

Hanau, 8. Dezember.

§§. Im Schaufenster der Friedr. König'schen Sortiments­buchhandlung ist «Carl von Piloty's Thusnelda im Triumph­zuge des Germanicus" ausgestellt. Eine gewichtige Stimme sagt über dieses Bild: „Piloty hat feit Jahren seine beste Kraft an dies Werk gesetzt. Thusnelda schreitet wie ein Bild der im Un­glück ungebeugten Seelengröße herrlich in der Mitte der deut­schen Männer und Frauen voran dem Siegeswagen des Germa­nicus, vorüber an dem Zelt des Tiberius, wo Römerinnen sie bewundern, während der eigne Vater die bittre Frucht feines Vaterlandsverraths erblicken muß."

— Wasferstand des Main-Pegels heute früh 9 Uhr 0,52 Meter.

— Der seitherige Kgl. Eisenbahn-Baumeister Hassenkamp in Cassel ist zum Königl. Eisenbahnbau- und Betriebs-Inspektor befördert und demselben entsprechende etatsmäßige Stelle bei der Bergisch-Märkischen Eisenbahn mit dem Wohnsitze in Elberfeld verliehen worden.

Fulda, 6. Dez. Gestern Abend erfolgte im Locale des hiesigen Gesellenvereins die Constituirung der Actiengesellschaft zwecks Gründung der katholischen Zeitung und Verlagsdruckerei. Herr Rechtsanwalt I. Rang besorgte die notariellen Geschäfte. Die Probenummer der „Fuldaer Zeitung" soll in der Christ­woche ausgegeben werden. (Fuldaer Anz.)

H6tel Adler.

Fremden-Liste vom 8. December 1873.

Die Herren: 1) John B. Reisig, Juwelier aus New-Jork; 2) Engel­breit, Inspektor aus Würzburg; 3) Hofmann, Kaufmann aus Bielefeld; 4) Choiuanus, Kaufmann aus Fulda; 5) Müller, Kaufmann aus Cöln; 6) Stephan, Kaufmann ans Leipzig.

Feinst eingemachte Salz- und Essiggurken im Hundert billigst, bei

(4423) Carl Hebbel.

W. Xfmpert,

Frankfurterstrasse IV,

Fernrohre, Brillen,

Theaterperspektive, Lorgnetten, Mikroskope, Pince-nez, Lupen Lesegläser,

sowie alle sonstigen Erzeugnisse der optischen Industrie in Auswahl. (4661)