Einzelbild herunterladen
 

Abonnements- Preis

(incl. Stempel)

Jährlich 3 Thlr.

Halbj. Thlr.1. 15. Vierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf.

i Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

Insertion". Preis

Die IfpalHge Garmondzeile od deren Saum'

1 Sgr.

Die SIpalt. Zeile 2 Sgr.

DieSspaltige Zeile 3 Sgr.

MM3. Dienstag den 25. November. 1873.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Gefunden. Auf der Straße zwischen Hanau und Rückin­gen eine Peitsche.

Der Eigenthümer kann dieselbe beim Herrn Bürgermeister zu Rückingen in Empfang nehmen.

Hanau am 22. November 1873,

Die Herren Bürgermeister wollen die Quartalberichte un­fehlbar bis 25. des betreffenden Monates hierher vorlegen.

Hanau am 20. November 1873.

Tagesschau.

— Berlin, 24. November. Abgeordnetenhaus. Erste Lesung des Budgets pro 1874. Gegenüber Richter und Miquel vertheidigt der Finanzminister den Etat, indem er auf die seit 1871 eingetretene höhere Dotirung der gestimmten Aus­gaben, namentlich die um's Doppelte erhöhte Dotirung des Cultusministeriums hinweist und die gleichzeitige wesentliche Minderung der Steuerlast betont. Bezüglich der Aufhebung der Zeitungssteuer liege keine Angelegenheit finanzieller Natur vor, die Angelegenheit solle durch das Reichsgesetz Erledigung finden, welches jetzt möglichst beschleunigt werde. Die Aufhebung der Lotterie sei unthunlich, so lange in den Nachbarstaaten Staats­lotterien beständen. Ueber den jetzigen Ertrag der Klassensteuer darüber, ob er den Voranschlag erreiche oder darüber hinaus­gehe, vermöge der Minister erst in der. zweiten Hälfte des De­zember zuverlässige Auskunft zu geben. Die Frage, ob nicht erhebliche Mehrbeträge für den Militairetat nothwendig seien, werde erwogen. Der Minister empfiehlt Annahme des Etats und thunlichste Abkürzung der Berathungen. (N. Frankf. Pr.)

— Dem John Darlington zu London ist unter dem 20. November 1873 ein Patent auf eine Steuerung des Treibcylin- ders an Gesteins-Bohrmaschinen in der durch Zeichnung und Be­schreibung nachgewiesenen Zusammensetzung auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

Das dem Maxemin Jouffret zu Lyon unter dem 8. August 1872 ertheilte Patent auf eine durch Zeichnung und Beschrei­bung nachgewiesene Vorrichtung zum Vernieten der Rohre an Dampfkesseln, soweit dieselbe für neu und eigenthümlich erkannt ist, ohne Jemanden in der Anwendung bekannter Theile zu be­schränken, ist aufgehoben.

— Nach einer Mittheilung auswärtiger Blätter hat der Handelsminister dieser Tage von Neuem einen Beweis geliefert, wie wenig er geneigt ist, mit Staatsgeldern unsere Spekulanten zu unterstützen. Eine Deputation aus Grüneberg suchte die-Jn- tervention des Staates zu Gunsten der ehemals Förster'schen Tuchfabrik, welche sich am Rande des Bankerottes befindet, nach ; Herr Dr. Achenbach antwortete, daß er vielleicht zur Unterstützung geneigt sein würde, wenn die Verlegenheiten der Fabrik durch dre bedrängte Lage der Industrie veranläßt wären, da sie aber lediglich eine Folge von Spekulationen seien, so habe er gar. feine Veranlassung zu einer Unterstützung. Somit werden wir wohl nächstens wieder den Zusammenbruch einiger Aktiengesell­schaften erleben. (Berl. Tagbl.)

Zu den vielen Falsificaten haben sich nun auch falsche '

preußische Einthalerscheine aus dem Jahre 1861 gesellt. Die Serie an denselben fehlt, das Folio ist mit der Nummer 115, die Littera mit A. und die Nr. mit 74747 bezeichnet. Die Aehnlichkeit mit den echten ist so groß, daß z. B. eins von den bei der Controlle der Staatspapiere eingegangenen Exemplaren, welches allzugroßer Zersetzung wegen zur Umwechslung dorthin geschickt worden war, sogar den Stempel der Königlichen Bank zu Cöln trug, welche es sonach als echt weiter begeben hat. Von den falschen preußischen Fünfthalerscheinen werden große Massen eingezogen.

— Karlsruhe, 22. Nov. Die heutige „Karlsr. Ztg." meldet Folgendes: „Nachdem der von Vertretern der (Alt-)Ka- tholiken des Deutschen Reichs am 4. Juni d. J. in Köln zum Bischof gewählte und von dem Bischof von Deventer am 11. August d. I. zu Rotterdam konsekrirte Herr Dr. Joseph Hubert Reinkens durch Höchste Staats-Ministerial-Entschließung vom 9. d. M. als katholischer Bischof anerkannt worden, nahm der Prä­sident des Großherzoglichen Staats-Ministeriums, Staats-Mi­nister des Innern Herr Dr. Jolly, dem Herrn Bischof heute Vormittag in dem Dienstgebäude des Ministeriums des Innern den Eid ab und übergab demselben sodann die landesherrliche Anerkennungsurkunde.

Zu dem feierlichen Akte waren als Zeugen von Seite der Großherzoglichen Regierung zugezogen die Herren Ministerial- Räthe von Seyfried, Winnefeld und Nokk, von dem Herrn Bischof die Herren Geheime Rath von Schulte und Professor Knoodt von Bonn, Geheime Rath von Windscheid von Heidelberg, Staats­anwalt Fieser von Konstanz, Major Graf Enzenberg und Ober- Bürgermeister Malsch von hier."

— Augsburg, 23. Nov. Die „Augsb. Allgem. Ztg." bringt folgendes Telegramm aus München: Dem Vernehmen nach wird die unter dem 8. April 1852 erlassene Ministerial- Entschließung, den Vollzug des Concordats betreffend, mit Ge­nehmigung des Königs außer Wirksamkeit gesetzt werden.

— Pforzheim, 21. Nov. Der „Beobachter" bringt nachstehendes „Eingesandt": In einigen Nachbarblättern erscheinen seit Wochen Anzeigen, worin sich eine „Deutsche Universal- Agentur in Heidelberg" gegen Einsendung einer Postmarke er­bietet, einen Nebenverdienst nachzuweisen, der unter Umständen nichts, manchmal aber auch 10—20 fl., täglich abwerfen könne. — Um dem offenbar hinter solchen Anerbietungen steckenden Schwindel auf die Spur zu kommen, schrieb Einsender dieses an die sogenannte „Universal-Agentur" unter Beilage einer Groschen­marke, erhielt aber binnen 4 Wochen keinerlei Antwort. Da nun die Vermuthung nahe lag, daß der Schwindler die ein­laufenden Marken als gute Beute betrachte, ohne sich weiter um eine Rückantwortung zu kümmeru, so erachtete man es als Pflicht, sich an Ort und Stelle nach jener Firma zu erkundigen, worauf auch alsbald die Antwort einlief, daß gegen das betreffende Etablissement bereits Untersuchung beim Großh. Amtsgericht Heidelberg eingeleitet sei.

— Die „Decentralisation" von Lyon meldet, daß in der Nacht von Sonntag zu Montag in Lyon Verhaftungen wegen eines Komplotts gegen die Sicherheit des Staats vollzogen wor­den sind. Der „Patrie" wird darüber folgendes Nähere gemel­det : Acht Angeschuldigte befinden sich in den Händen der Justiz.