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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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^ 271. Samstag den 22. November. 1873.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
— Die Herrn Bürgermeister werden aufgefordert, die Fou- rage-Liquidatiouen ic. für Remonte-Commandos resp, während der Herbstübungen 1874 einquartierte Truppen binnen 8 Tagen präklusivischer Frist einzureichen.
Hanau, am 21. Nov. 1873.
Tagesschau.
— Berlin, 21. Nov. In der Verfügung des Finanz- Ministers, vom 28. August d. I., betreffend die Einziehung der von 1750 bis 1816 und von 1817 bi^1822 einschließlich ausgeprägten Preußischen Thalerstücke, ist das Minimum der Ablieferung beider Thalersorten Seitens der preußischen Landeskassen an die Postkaffen vorläufig auf je 1000 Thlr. festgesetzt. Da bei den meisten preußischen Spezialkassen nach den gemachten Erfahrungen die Ansammlung dieser Thaler bis zur Summe von je 1000 Thlr. eine unverhältnißmäßig lange Zeit in Anspruch nehmen und die schleunige Einziehung und anderweite Verwerthung hemmen würde, so hat der Finanz-Minister nach einer Vereinbarung mit dem Reichskanzler das Minimum der Ablieferung beider Thalersorten an die Postkassen gegen Quittung Behufs Ersatzleistung durch die Ober-Postkassen oder im Abrechnungswege auf je 500 Thaler herabgesetzt und gleichzeitig gestattet, daß von den preußischen Spezialkassen auch Betrüge von 50 oder 100 Thlr. in versiegelten und vorschriftsmäßig bezeichneten Tüteir gegen gangbare Münzen bei der zunächst gelegenen Postkaffe umgetauscht werden.
— Ueber den Kapitän Werner wird nach dem „Berl. Tageblatt" mitgetheilt, daß derselbe vor Kurzem von Wilhelmshaven nach Berlin zum Marineminister General von Stosch berufen worden war, um dessen Intentionen in Bezug auf ihn zu vernehmen. Da er gleich nach diesem Besuche hier seine Funktionen als Oberwerftdirektor in Wilhelmshaven angetreten hat, so läßt sich daraus schon entnehmen, daß die Zusammenkunft nicht unbefriedigend abgelaufen sein muß. In der That sollen dem Capitän die erfreulichsten Aufschlüsse über die Würdigung seiner Dienste im Allgemeinen gemacht worden sein. Die Anklage gegen ihn vor dem Kriegsgericht, das nun wohl nächstens in Wilhemshaven zusammentreten wird, soll nicht auf Insubordination gerichtet werden, sondern auf bloße Ueberschrei- tung seiner Instruktionen. Wenn der Spruch des Kriegsgerichts nicht unerwartet scharf ausfällt, so ist jetzt die Hoffnung begründet, daß Kapitän Werner dem Marinedienste erhalten bleibt.
— Der Pastor Alwin Wagner zu Ratibor ist wegen offenbaren Separatismus durch Erkenntniß des Ober-Kirchen-Kolle- giums der evangelisch-lutherischen Kirche in Preußen vom 30. September d. I. seines Amtes entsetzt und mit der interimistischen Verwaltung des Pastorats der evangelisch-lutherischen Pa- rochie Ratibor ist der Pastor Plenz in Goldschmieden beauftragt worden.
— In Betreff des Konfliktes, den der Bischof von Nancy hervorgerufen, bringt die „Nordd. Allg. Ztg." heute folgende officiöse Note: Es ist schon mitgetheilt, daß diejenigen Geistlichen in Deutsch-Lothringen, welche das bekannte Mandement des Bischofs von Nancy, das die Gläubigen zu Gebeten für die Wiedervereinigung von Metz und Straßburg mit Frankreich auf-
sorderte, von den Kanzeln verkündet haben, gerichtlich zur Rechenschaft gezogen worden sind. Hierdurch hat der Bischof von Nancy sich zu dem befremdenden Schritte veranlaßt gesehen, die Jntercession des französischen Kabinets bei der deutschen Regierung für diese straffälligen Personen nachzusuchen. Die Betrachtung liegt nahe, daß das herrschsüchtige Priesterthum mit seiner Einmischung in die Politik es nur dahin bringen wird, Frankreich in auswärtige Schwierigkeiten zu verwickeln, zumal wenn man ihm nicht den Glauben benimmt, daß es in französischer Regierung eine Stütze habe.
— Stuttgart, 20. Nov. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer wurde der Etat für das Ministerium des Auswärtigen berathen. Die Etatspositioneu für den Berliner und St. Petersburger Gesaudtschaftsposteu wurden bewilligt. In namentlicher Abstimmung wurde der Gesandtschaftsposten in München mit 73 gegen 11, derjenige in Wien mit 70 gegen 13 Stimmen genehmigt. Der Antrag, die Regierung möge die spätere Aufhebung des Gesandtschaftspostens in Wien in Erwägung ziehen, wurde in Folge der Stichabstimmung des Präsidenten angenommen.
— Karlsruhe, 20. Nov. Der Landtag ist heute durch den Großherzog in Person eröffnet worden. Die Thronrede hebt hervor: Was die Stellung des Großherzogthums zum Deutschen Reiche betreffe, so wirke die badische Regierung auf eine naturgemäße Entwickelung der gemeinsamen deutschen Angelegenheiten, ! jedoch unter Wahrung der berechtigten Sonderinteressen der ein- I zelnen Staaten, hin. Als Regierungsvorlagen kündigt die Thronrede Gesetzentwürfe über die Modifikation der Gemeindeordnung im Sinne der Einwohnergemeinde an; ferner die Einführung des obligatorischen Fortbildungs-Unterrichts mit entsprechender Gehaltserhöhung der Volksschullehrer; alsdann Wohnungszuschüsse für alle Staatsbeamten, sowie Verbesserung der Pensionsgelder und Wittwengehalte. (R. ». st. A.)
— Nürnberg. Die hiesigen Schulverweser drohtem dem Magistrate mit einem Strike. Sie verlangten nämlich eine Gehaltsaufbesserung, bemerkten aber gleichzeitig, wenn der Magistrat sich hiezu nicht verstehen sollte, sie in die unangenehme Lage versetzt sein würden, sich der Regierung zur Disposition zu stellen. Der Magistrat hat zwar die Gehalte aufgebessert, aber gleichzeitig den Petenten bemerkt, daß sie sich in der Folge einer „geziemenderen Sprache" bedienen möchten.
— Aus Pfaffenhofen (Bayern) wird uns mitgetheilt, daß dortselbst eine Petition circulirt um Wiedereinführung der Bier-, Brod- und Fleischtaxe.
— Fleischpreise. In Fürth wird das Hammelfleisch um 12 kr., Kalbfleisch um 16 und 15 kr., Schweinefleisch um 21 kr., Rindfleisch um 17 kr. ausgeboten. M°nnh. Tagbi.
— Wie man aus Dresden schreibt, will König Albert das Ableben seines Vaters und seine eigene Thronbesteigung den Höfen Europa's durch außerordentliche Gesandte anzeigen. Die „Volks.-Z." bemerkt zu dieser Notiz: Einige ältere adelige Herren erhalten dadurch eine passende Beschäftigung und Europa den Beweis von der „Selbstständigkeit" Sachsens. Weiter hat es keinen Zweck.
— In den Hafen von Lübeck sind während der Tage vom 8.. 9. und 10. November allein 15 Dampfschiffe und 61 Segel-