Abonnements- Preis
(incl. Sremvel)
Jâbrlich 3 Tblr.
Halbj. Thlr.1. 15.
Vierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf. ßFür auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.
att Alt AI* A 1ti At A AI* I g 11 la PI rt IflzPIIIPI
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Die einzelne Nummer 1 Sgr.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Insertion:. Preis:
Die IlpalUge
Garmonkzeile ob deren Raum
1 Sgr.
Die Sipalt. Zeile 2 Sgr.
Die Sspaltige Zeile 3 Sgr.
Mittwoch den 19. November.
1873.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Dem Fabrikanten Johannes Brüning zu Langendiebach ist ein Metzgerhund von weißer Farbe, langhaarig, mit braungeflecktem Kopf zugelaufen.
Hanau am 13. November 1873.
Tagesschau.
— Berlin, 15. Novbr. Das Reichseisenbahnamt hat in jüngster Zeit an die Direktionen der deutschen Eisenbahnen eine Bestimmung erlassen, wonach dieselben die Verspätungen der Schnell- und Kourierzüge von 10 und mehr Minuten, die der Personen- und gemischten Züge von 20 Minuten und darüber und von allen Zügen diejenigen Verspätungen, wodurch der Anschluß an andere Linien verfehlt wird, jeden Monat nach einem bestimmten Schema einzureichen verpflichtet sind.
— Die Besetzung des Postens eines Landwirthschafts -Ministers läßt noch immer auf sich warten. So viel ist gewiß, daß Hr. v. Blankenburg ihn nicht erhält. Man spricht von dem jetzigen Director im Cultusministerium Geh. R. Greif und von dem Geh. Ob. Reg. -Rath Schuhmann. Endlich heißt es auch, der Posten würde überhaupt vorläufig unbesetzt bleiben; übrigens ist auch die definitive Entlassung des Gr. Königsmarck noch nicht erfolgt. (Trib.)
— Dresden, 14. Novbr. Die Ernennung des Prinzen Georg, Bruders des Königs, zum Kommandanten des 12. deutschen Armeekorps ist vom Kaiser Wilhelm vollzogen worden.
— Versailles, Dienstag, 18. Nov., Vormittags. Die Majorität der Fünfzehner-Kommission will, wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, eine Verlängerung der Amtsdauer des Präsidenten auf sieben Jahre acceptiren, aber den Artikel des Kommissions-Entwurfs, nach welchem die Erstreckung der Gewalten von der Berathung der konstitutionellen Gesetzvorlagen abhängig gemacht werden soll, aufrecht erhalten. Die äußerste Rechte wird, dem Vernehmen nach, in der Nationalversammlung eine Erklärung verlesen, welche einen Vorbehalt für die Monarchie ausspricht, die allein im Stande sei, Frankreich die Ruhe und Wohlfahrt wiederzugeben.
— Die „Berl. Trib." schreibt in ihrer Tagesschau: Im fernen Westen beginnt's seit einigen Tagen zu wetterleuchten, und da nach den bisherigen Anzeichen die aufgethürmten Wolken sich sehr leicht zu einem ernstlichen Wetter zusammenziehen könnten, so wird es gut sein, sich bei Zeiten den Entwickelungsgang der Dinge und die durch ihn heraufgeführte Lage zu vergegenwärtigen, um später dem weiteren Verlaufe mit Ruhe folgen zu lllnnen. Die beiden streitenden Theile sind Spanien und die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Spanische Kriegsschiffe haben vor einigen Tagen ein Schiff Namens „Virginius" von zweifellos amerikanischer Nationalität aufgebracht, welches mit Vraffeu und Vorrächen für die Insurgenten auf Cuba befrachtet war und auch eine Anzahl Offiziere an Bord hatte. Der spa- nlfche Generalcapitain in der Havannah schlug ein summarisches
v n gegen die Besatzung des gekaperten Schiffes ein und ließ die Anführer, unter denen sich ein amerikanischer General befand, nach kriegsgerichtlichem Spruch erschießen. Die nächste Folge dwfes Processes war eine fulminate Drohnote des Cabinets s011 ^^h'ugion an die Regierung Castelar's, in der im Namen des Volterrechts und der Menschlichkeit Protest erhoben und volle |
Genugthuung für das Geschehene verlangt wurde. Die spanische Regierung hat diesem energischen Auftreten gegenüber die Schwäche ihrer augenblicklichen Position nicht verbergen können, ihre Verantwortlichkeit für das Vorgefallene anerkannt und die Zusicherung gegeben, Alles zu thun, was ihre freundschaftlichen Gesinnungen gegen Amerika in's Licht setzen könnte. Soweit ist die Sache auf diplomatischem Wege bis jetzt gediehen, auf militärischem jedoch scheint man auf der andern Seite des Oceans noch weiter vorgehen zu wollen. Nach den neuesten Nachrichten werden drei mächtige amerikanische Panzerschiffe seeklar gemacht und starke Befestigungen an der nach den westindischen Gewässern zu belegenen Küste angebracht. Die allgemeine Volksstimmung in Amerika ist dem Kriege mit Spanien günstig und der Augenblick, die Insel Cuba, die Perle der Antillen, an sich zu bringen, nicht schlecht gewählt. Die Union speculirt schon lange auf die Einverleibung der spanischen Colonien in Westindien und es kann daher nicht auffallen, daß die Washingtoner Politik alles begünstigt, was der spanischen Autorität auf diesen Inseln nachtheilig ist. Amerikanische Schiffe versehen die Empörer auf Cuba mit Waffen und Munition, ergänzen ihre Lücken und bringen es auf diese Weise dahin, daß der Aufstand gegen die Regierung des Muterlandes, der sonst längst bewältigt sein müßte, verewigt wird. Wenn dann die Organe der also behandelten Macht in einem flagranten Falle über die Linie diplomatischer Verhandlungen hinausgehen und ans dem Gefühl der Nothwehr heraus einen Act drastischer Justiz verüben, dann erhebt Bruder Jonathan Protest Namens des „Völkerrechts und der Menschlichkeit" und rüstet sich zu bewaffneter Intervention im Namen dieser beiden. Das nennt man auf gut amerikanisch „Monroe-Doctrin"; im Deutschen hat's viel Aehnlichkeit mit jener Fabel, in welcher das unten am Bache stehende Lamm dem oben lauernden Wolfe das Wasser trübt. Die nächsten Tage müssen Gewißheit darüber geben, ob und in wie weit thatsächlicher Grund für die heut angelangten Alarmnachrichten vorliegt; fest aber dürfte vorweg so viel stehen, daß, wenn Amerika sich in die Wirren Cuba's thätig einmischt, die Insel für die spanische Herrschaft rettungslos verloren ist, mit ihr dann aber höchst wahrscheinlich auch die Regierung Castelar's über Bord gespült und der Fortbestand der Republik in Spanien unmöglich gemacht wird. Selbst der schwächsten und unfähigsten Monarchie würde man im Lande nichts nachsagen können, was an den Verlust der schönsten Insel der Antillen unter dem „rettenden" Scepter der Republik auch nur entfernt heranreichte. Das würde der spanische Nationalstolz nie verwinden und alle Reden Castelar's nicht verwischen können. So geht denn das unglückliche Land bei allem inneren, Mißgeschick einer Krisis entgegen, wie sie schwerer nicht gedacht werden kann und doch in ihrem Grunde weit außerhalb des Kreises der unmittelbar brennenden Fragen liegt. Nicht die Geschicke des eigenen Landes sind es, deretwegen der Friede in Frage gestellt wird, sondern der Streit um eine ferne Insel soll über das Wohl und Wehe, vielleicht über Sein und Nichtsein des Mutterlandes entscheiden. Ein lehrreicher Beitrag für die Geschichte der europäischen Colonialpolitik!
— Die „Neue Frftr. Pr." schreibt unterm 18. November aus Frankfurt a. M.: Der Schah von Persien hat sich bemüßigt gesehen, folgenden Offizieren der hiesigen Ganison die „Ritter-