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Zugloch Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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M 258. Freitag den 7. November. 1873.

Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Bürgermeister zu Großauheim, Oberrodenbach, Bruchköbel, Dörnigheim, Niederissigheim, Oberissigheim, Bergen, Berkersheim, Gronau, Preungesheim, Eckenheim, Praunheim, Hüt­tengesäß, Neuwiedermuß, Windecken und Erbstadt, wollen noch als­bald anzeigen, ob meiner Verfügung vom 1. August er. (Kreisblatt Nr. 178) wegen Reinigung der Gemeinde-Brunnen nachgekom­men ist.

Hanau am 4. November 1873.

Tagesschau.

Dem jetzt zusammentretenden Landtage wird, wie wir vernehmen, noch in dieser Session ein Gesetzentwurf, betreffend die Verbesserung des Einkommens sämmtlicher Unterbeamten zugèhen. Die Initiative dazu soll vom Kaiser selbst, bei dem in letzter Zeit unzählige Bittschriften in jener Richtung von Beamten dieser Kategorie eingegangen waren, ausgegangen sein. Wie uns berichtet wird, liegt es in der Absicht, sowohl die Ge­haltssätze als den Serviszuschuß, letzteren bis auf die Höhe des dem Subalterubeamten gezahlten, zu erhöhen.

München, 4. Nov. Bei der unlängst erfolgten Schluß­abgleichung des Antheils Bayerns an der Kriegsbeute ergaben sich für Bayern 9120 Centner Kanonenmetall, von denen Se. Maj. der König 500 Centner an arme Gemeinden zum Glocken­guß abließ, nachdem von Sr. Majestät bereits im vorigen Jahr das gleiche Geschenk zu demselben Zweck gegeben worden ist. Der bedeutende Rest kommt für militärische Zwecke in Verwen­dung.

Paris, 3. November. Alle Fraktionen der Rechten und die Neunerkommission haben in den letzten drei Tagen wie­derholte Sitzungen gehalten. Die seltsamsten Vorschläge sind gemacht und berathen worden. Die Idee, eine Monarchie ohne Monarchen zu proklamiern, hat nur einen Tag gehalten, und endlich sind die Royalisten darüber einig geworden, die Soll« wachten Mac MahoN's zu verlängern ; die hitzigsten verlangen auf Lebenszeit, die bescheidensten auf 5 Jahre. In der Sitzung bei dem General Changarnier glaubte Herr de Belcastel eine Lösung gefunden zu haben, indem er ganz ernsthaft ein Plebis­cit über die Fahnenfrage vorschlug. Diese Idee aber ist nicht in Erwägung gezogen worden. Das Ministerium ist nicht we­niger in Verlegenheit, als die Führer der Rechten. Einen Au­genblick hat Herr de Broglie gehofft, daß er seine persönliche Stellung retten könne, indem er einige feiner Kollegen auf- opferte. Alle die mehr oder minder phantastischen Minister- usten, welche erschienen sind, gehen von offiziösen, dem Herrn de Broglie ergebenen Personen aus, es blieb eben zu wenig Zeit übrig vor dem Wiedereintritt der National-Versammlung, um eine theilweise Umgestaltung des Ministeriums vorzunehmen, und Jo wird denn Herr de Broglie mit allen seinen Kollegen vor die Kammer treten und sie werden eventuell ihre Entlas- sung nur kollektiv nehmen. Inzwischen benutzen sie die noch übrige Zeit, um alle Gpüten ihrer Mitwirkung bei den Jntri-

. Fusionisten zu beseitigen. Die Besorgnisse der Fu- Pons-Minister im Kabinet de Broglie werden noch gesteigert ourch die Haltung des Marschalls Mac Mahon in der gestrigen Berathung zu Versailles. Der Marschall ist dabei aus seiner |

gewohnten Zurückhaltung hervorgetreten und hat sich mit einer ge­wissen Schärfe ausgesprochen. Ich habe aus guter Quelle, daß er erklärt haben soll, er sei aller unfruchtbaren parlamentarischen Umtriebe müde und habe keine Lust mehr, der Chef einer Exe­kutivgewalt ohne Ausehen und Würde zu sein. Er hat gäüz deutlich zu verstehen gegeben, daß er für den Fall der Proro­gation seiner Amtsgewalt dieselbe bestimmt definirt und auf längere Zeit, etwa auf acht bis zehn Jahre verlängert haben wolle. Er will außerdem die Ermächtigung haben, im Einver- ständniß mit einer ersten Kammer die Nationalversammlung auflösen zu können. Diese Bedingungen des Marschalls sind den Führern der Fraktionen der Rechten mitgetheilt worden und haben den Hoffnungen auf eine monarchische Lösung den letzten Stoß gegeben. Augenblicklich haben deßhalb die royalistischen Deputaten nur noch ein einziges Ziel im Auge: die möglichst lange Prorogation der Vollmachten des Marschalls und Abstim­mung darüber vor aller Berathung der konstitutionellen Gesetze. Das Ziel der Partei Thiers ist hingegen, die Vollmachten des Präsidenten der Republik nur auf die Dauer der Nationalver­sammlung zu verlängern oder doch nur auf wenige Monate mehr. Es ist bemerkt worden, daß in der letzten Versammlung des linken Centrums Herr Casimir Perier diese Ansicht sehr lebhaft unterstützt hat. Thatsache ist, daß die hohe Stellung des Mar^- schalls nicht mehr von Herrn Thiers allein begehrt wird, und es ist wahrscheinlich, daß auch die Herren Casimir Perier, Grevy, Leon Say oder der General Chanzy sich nicht lange bitten lassen würden, die Präsidentschaft anzunehmen.

Versailles, 5. Nov. DieN. Frkft. Pr." schreibt: Die in der heute wieder zusammengetretenen Nationalversamm­lung verlesene Botschaft Mac Mahon's sagt: Indem Sie sich heute wieder versammeln, werden Sie Frankreich im Zustande des Friedens finden. Die Befreiung des Gebietes ist vollendet, sie hat sich vollzogen, ohne im Innern Unordnungen hervorzu­rufen, ohne außerhalb unserer Grenzen Mißtrauen zu erwecken. Europa ist unseres festen Entschlusses versichert, den Frieden aufrechtzuerhalten. Man sieht uns ohne Besorgniß von uns selbst wieder Besitz ergreifen. Ich erhalte von allen Mächten die Be­zeugung des lebhaften Wunsches, mit uns in Beziehung der Freundschaft zu leben. Weiter sagt die Botschaft: Die Ordnung ist im Innern aufrechterhalten, die Verwaltung hat sich beständig mit dem conservativen Geiste der Nationalversammlung erfüllt. Bezüglich der Frage der Regierungsform, welche jede Partei nach ihren Wünschen zu lösen sucht, hatte die Regierung nicht zu interveniren, sie hat sich darauf beschränken müssen, die Discus- sion in den gesetzlichen Schranken zu halten. Wenn Sie der Ansicht sind, daß die Errichtung einer definitiven Regierung, welche eine gedeihliche Zukunft für eine unbegrenzte Zeit^ ver­hieße, große Schwierigkeiten bietet, so erlauben Sie mir. Ihnen offen und frei zu sagen, daß die gegenwärtige Regierungsgewalt weder die genügende Lebensfähigkeit, noch die hinreichende Auto­rität besitzt, um etwas Gutes von Dauer zu schaffen. Die Bot­schaft schließt: Mit einer Gewalt, welche jeden Augenblick sich ändern kann, vermag man den Frieden des laufenden Tages zu sichern, aber nicht die Sicherheit des kommenden. Jede große Unternehmung wird so unmöglich gemacht, die Arbeit liegt dar­nieder, Frankreich, welches sich nur zu regeneriren wünscht, ist