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^§257.
Donnerstag den 6. November.
1873.
Bekanntmachungen Köngl. Landrathsamts dahier.
Bewerber um die erledigte Schulstelle zu Gronau, mit welcher ein competenzmäßiges Einkommen von 280 bis 330 Thlr verbunden ist, wollen ihre Meldungsgesuche sofort dahier oder bei dem Königl. Lokalschulinspektor Pfarrer Faust in Gronau einreichen.
Hanau am 31. Oktober 1873.
Tagesschau.
— Berlin, 5. Nov. Die Ausführung der Kreisordnung ist in vollem und erfolgreichem Gange begriffen.
Die Wahl der Mitglieder der neuen Kreistage war bereits : im September in sämmtlichen Kreisen vollzogen. Der größte -Theil der neuen Kreistage war bereits versammelt, um die Wahl der Kreisdeputirten und der Mitglieder des Kreisausschusses vorzunehmen.
Die von den Landräthen aufgestellten vorläufigen Tableaus für die Bildung der Amtsbezirke sind, der „Prov. Corr." zufolge, im Ministerium des Innern geprüft, und ein Kommissa- rius des Ministers hat die hervorgetretenen Bedenken theilweise in unmittelbaren Konferenzen mit den Provinzialbehörden erörtert. In einer großen Zahl von Kreisen hat bereits die Vernehmung der Interessenten über die aufgestellten Tableaus stattgefunden, mehrfach haben auch schon die neugebildeten Kreistage auf Grund der vorläufigen Tableaus ihre Vorschläge für die Bildung der Amtsbezirke abgegeben. Mehrere derselben sind in jüngster Zeit durch den Minister des Innern bereits festgestellt worden.
Es erübrigt demnächst noch die Ernennung der Amtsvorsteher.
— Berlin, 4. Nov. Der Minister des Innern hat eine Polizeibehörde darauf aufmerksam gemacht, daß die Versagung der von dem Erwerber eines Schankgeschäftes zum Wirthschafts- betnebe nachgesuchten Erlaubniß nicht füglich, wie im vorliegenden Fall geschehen, damit motivirt werden kann, daß ein Bedürfniß zum Fortbestehen der Anlage nicht anzuerkennen sei. Denn die Erlaubniß zum Schankbetriebe werde auch nach der gegenwärtigen Gesetzgebung nur einer bestimmten Person für ein bestimmtes Lokal ertheilt und erlösche bei eintretender Veränderung in der Person. Mit letzterem Augenblicke höre die Schankstätte als solche zu existiren auf, und es sei das Geschäft, wenn dasselbe von einem Anderen in dem betreffenden Lokale weiter betrieben werden solle, im Sinne des Gesetzes als ein neues anzusehen. Es könne mithin von dem Anerkenntnisse des Bedürfnisses zum Fortbestehen der Anlage nicht die Rede sein.
— München, 4. Nov. Heute Nachmittag 2 Uhr hat die feierliche Eröffnung des Landtages im Auftrage des Königs durch den Prinzen Luitpold stattgefunden.
— Aus Mecklenburg-Schwerin. Der Strom der Auswanderung aus unserem Lande schwillt immer mächtiger an. Am 22. und 23. v. M. wurden mit den Hamburger Post- uuuchlffhiffen „Cimbria" und „Bavaria" 1201 Auswanderer aus Mecklenburg befördert. Die Zahl der in den letzten drei uus Mecklenburg Ausgewanderten läßt sich auf mehr als 3000 Köpfe veranschlagen.
Reichsmarkrechnung in Mecklenburg. Das
Schweriner Regierungsblatt veröffentlicht die landesherrliche Verordnung, welche die Reichsmarkrechnung ab 1. Januar 1874 für Mecklenburg-Schwerin einführt.
— Bern, 5. November. Die Regierung hat gestern Abend eine Anzahl katholischer Pfarrämter neu besetzt. Im Jura herrscht vollständige Ruhe. (N-ue Franks. Pr.)
— Auf den Entschluß des Grafen von Chambord sollen die Vorstellungen seiner Gemahlin, der „Königin", großen Einfluß gehabt haben. Sie soll dem Könige vorgehalten haben, wie mißlich es sei, den Fuß in einen Löwenzwinger zu setzen: zu diesem Zwecke bestärkte sie den „König" in seiner Prinzipienstrenge. Das in der Regel über Fusionssachen gut unterrichtete „Journal du Havre" setzt hinzu, der Eiufluß der „Königin" sei in diesen Angelegenheiten überhaupt viel bedeutender, als man meistens glaube. Also auch hier schon wieder, wie unter den Ludwigs und unter Karl X., der Einfluß der Frauen auf die Geschicke des Landes! Die „Königin" Maria Theresia ist die älteste Tochter des vierten Franz von Modena und seit dem 16. November 1846 mit dem Sohne der Herzogin von Berry vermählt. Die Estes haben Erfahrungen gemacht, welch' ein Glück es ist, über ein zürnendes Volk zu herrschen.
(Augsb. Abdztg.)
— Aus Paris wird übereinstimmend von den Korrespondenten der Londoner Blätter gemeldet, daß unter den Royalisten große Verwirung herrsche. Bei keiner Partei, sagt der Berichterstatter des „Daily Telegraph", sei noch ein Plan zur Reife gediehen, und der Korrespondent des „Standard" erklärt, die heutige Lage der Dinge sehe sich wie der Anfang des Chaos an. Thiers soll, wie dem erstgenannten Blatte mitgetheilt wird, in der Unterhaltung mit einem politischen Freunde erklärt haben, der Brief des Grafen von Chambord vereinfache die Lage ganz bedeutend und sei die beste Empfehlung für die Republik. Wahrscheinlich werde das Land durch diese Zuschrift vor einem schrecklichen Bürgerkriege bewahrt. Im Uebrigeu bezweifle er stark, ob die geschlagenen Royalisten eine Mehrheit aufbringen würden, die den Marschall Mac Mahon unterstützen werde, denn obschon das Land Nichts gegen die Person des Marschalls einzuwenden habe, so sei es doch des Provisoriums überdrüssig und werde wahrscheinlich gegen eine mehrjährige Verlängerung dieses Zustandes protestiren. Soweit er persönlich in Betracht komme, halte er es für die beste Art und Weise, der heutigen Krisis ein Ende zu machen, wenn man die Präsidentschaft des Marschalls weder verlängere noch kürze, sondern einfach in ihrer heutigen Verfassung bestehen lasse. Dann aber dürfe man keine Zeit verlieren, das Wahlgesetz und die konstitutionellen Vorschläge, welche vor den royalistischen Manövern vom 24. Mai von Dufaure und ihm selbst vorgelegt wurden, zur Erörterung zu bringen, und müsse schließlich das Haus auflösen und es einer andern Nationalversammlung überlassen, zu entscheiden, ob die Republik endgiltig proklamirt werden solle. Die Bonapartisten werden mit Thiers stimmen, falls dieser wirklich das obige Programm adoptirt.
— Versailles, 5. Nov., Morgens. Der Ministerrath wird heute Vormittag darüber beschließen: ob der Marfchall- Präsident seine Botschaft heute oder morgen der Nationalversammlung mittheilen wird. Voraussichtlich dürfte die Verlesung