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Montag den 3. November
1873.
Tagesschau.
— Bis zum 11. Oktober d. J. waren in den Münzstätten des Deutschen Reichs in Zwanzigmarkstücken 809,826,720 Mark und in Zehnmarkstücken 142,540,730 Mark ausgeprägt worden. In der Woche vom 12. bis 18. Okt. sind ferner geprägt in Zwanzigmarkstücken: in Darmstadt 354,820 Mark; sowie in Zehnmarkstücken: in Berlin 2,742,400 Mark, in Hannover 1,186,320 Mark, in Frankfurt a. M. 1,500,000 Mark, in München 1,002,300 Mark, in Dresden 725,480, in Stuttgart 502,200 Mark und in Karlsruhe 300,090 Mark.
Die Gesammt-Ausprägnng stellt sich daher bis zum 18. Okt. d. J. auf 960,681,060 Mark, wovon 810,181,540 Mark in Zwanzigmarkstücken und 150,499,520 Mark in Zehnmarkstücken bestehen.
— Nach der neuesten Volkszählung hat das deutsche Reich 41,009,999 Seelen, darunter 25,546,555 Evangelische, 12,841,864 Katholiken.
— Krefeld, 27. Oktbr. Mehrere preußische Landwehrmänner katholischer Konfession erließen hier folgende energische Erklärung: „An die katholischen Waffengefährten von 1870/71! Die römische Unverschämtheit geht so weit, zu erklären, daß wir nach dem offiziösen Blatt des Vatikans („Civiltâ Cattolica“) die bewundernswerthe Begeisterung nicht bewiesen haben würden, wenn der Krieg nach, statt vor der jetzigen Mißhandlung unserer Kirche ausgebrochen wäre. Wir erheben gegen diese böswillige Anschuldigung und unerhörte Frechheit entschieden Protest, denn als wahre christkatholische Unterthanen Sr. Maj. unseres erhabenen und geliebten Kaisers und Königs wissen wir echte Reli- giösität von bloßer Formlehre wohl zu unterscheiden und lassen uns in unseren Pflichten gegen das Vaterland, von Rom aus, wo der Karneval gar kein Ende mehr zu nehmen scheint, nicht beeinträchtigen, vielmehr sind wir mit der Mehrheit des deutschen Volkes der Ansicht, daß wir es der Regierung nur Dank wissen können, wenn sie den ultramontanen Uebergriffen ein Ziel setzt, und wenn der Papst erklärt, daß alle getauften Christen ihm angehörten, so müssen wir annehmen, daß sein vorgerücktes Alter ln, Verbindung mit der Unfehlbarkeits-Erklärung ihn um allen gesunden Menschenverstand gebracht haben muß. Aus welcher Seite unsere Kriegsgefährten bei der bevorstehenden Wahlschlacht stehen werden, bedarf keiner Frage, denn für sie wird der altbewährte Ruf: „Mit Gott für König und Vaterland" stets die Loosung sein. _ Außerdem ersuchen wir die verehrlichen Krieger-
auch in diesem Sinne unsere unerschütterliche Treue gegen «e. Maj. den Kaiser und König durch eine Adresse kuud zu ge- en' denn fest und treu steht die Wacht am Rhein!"
(Augsb. Abdztg.)
h Dresden, 1. November. Die feierliche Beisetzung liarbenen Königs Johann in der Fürstengruft der ka- 2’- Tn Hofkirche hat gestern Abend 9 Uhr stattgefunden.
„ n »“linteii außer dem König Albert und dem Prinzen h f ^â^Zblche Fürstlichkeiten bei, deren Reihe der Kronprinz
• Ruches und von Preußen, Prinz Alfred von eröffneten "^ {Un > Karl Ludwig von Oesterreich ben bet @r2n6h ^°ssen sich an: Der Großherzog von Ba-
. bg^ßherzog von Sachsen-Weimar, die regierenden H 5 g n L-achsen-Altenburg und von Sachsen-Meiningen,
ferner Prinz Hermann von Sachsen-Weimar, ier Erbprinz von Sachsen-Meiningen, Herzog Elimar von Oldenburg, Prinz August von Sachsen-Coburg, Prinz Günther von Schwarzburg- Rudolstadt und die beiden regierenden Fürsten von Neuß. Außerdem waren Deputationen der preußischen, bayerische, und österreichischen Regimenter, deren Chef König Johann har, anwesend. — Prinz Adalbert von Bayern wird heute hier erwartet.
— München 30. Oktbr. Die bayerischen Bischöe haben eine Adresse an den König gerichtet und denselben darin gbeten, daß er die sämmtlichen noch bestehenden geistlichen Orden und religiösen Kongregationen durch die ihm zu Gebote stehehen Mittel vor der Gefahr einer noch weiteren Ansdehnung des ^e= suitengesetzes entschieden in Schutz nehmen möge.
— München, 31. Oktober. Der „Bayerische Kurier' enthält an der Spitze seines heutigen Blattes einen Bericht über ein Fest, welches der Veteranenverein von Garmisch bei Enthüllung eines Denkmals für die im letzten Kriege gefallenen Angehörigen der Gemeinde feierte. Nach diesem Bericht überreichte der Schriftführer des Vereins, Buchbinder Bader, seine Festrede, die das Mißfallen „etlicher fortschrittlicher Beamte" erregt haben solle, dem König in besonderer Audienz. Ueber die Aeußerungen Sr. Maj. bei dieser Gelegenheit bringt nun der „Bayerische Kurier" Folgendes: „Er, der König, habe seine Gesinnungen seinerzeit der Füssener Deputation gegenüber ausgesprochen; Zeitungen hätten versucht, zu behaupten, jene Worte seien nicht gesprochen worden: „Ich habe sie gesprochen, damit das Volk erfahre, was Ich will." Bei dem Feste in Garmisch waren nur blauweiße Fahnen sichtbar. Der König lobte das: „Man ehrt Mich nur in Meinen Landesfarben," sagte er, „und in keinen anderen." Angesichts der eben erwähnten Thatsache, daß der Festverlauf etlichen fortschrittlichen Spitzen nicht genehm war, bemerkte Seine Majestät, daß Er die bayerischen Beamten bezahle, nicht ein anderer Fürst, und daß folglich jene Ihm, dem König, Gehorsam, Treue und Anhänglichkeit schulden; in Bayern habe man nur einen Fürsten. Seine Majestät sprach sodann die Hoffnung aus, daß das Gebirgs-Volk noch gut bayerisch sei, anderwärts lasse freilich die bayerische Gesinnung nach und nehme die preußische zu. Seine Majestät, der bereits früher zu dem Denkmal 200 Gulden gespendet hatte, ließ sodanu dem Veteranen-Verein Garmisch abermals 200 Gulden zustellen und machte dem Festredner eine prächtige goldene Uhr mit goldener Kette zum Geschenk, ihm wiederholt den allerhöchsten Wunsch aussprechend, daß die königlichen Worte ebenso, wie die patriotischen Festreden im Volke verbreitet werden möchten." —- (Nachdem die Mehrzahl der bayerischen Blätter von der Mittheilung des „Bayer. Kuriers" Notiz nimmt, thun wir das Gleiche, obwohl nicht ungewichtige Bedenken gegen die richtige Wiedergabe der Aeußerungen Sr. Maj. des Königs durch den Herrn Buchbindermeister und Schriftfüheer des Garmischer Ve- teranen-Vereins Bader bestehen.) WB-2t6enbitg-
— Wien, 1. November. Die „Wiener Zeitung'^ veröffentlicht in ihrem amtlichen Theile ein Kaiserliches Handschreiben an die Erzherzöge Karl Ludwig, Rainer und Albrecht, welches denselben für die, von ihnen bei Gelegenheit der Industrie-Ausstellung dem Kaiser und dem ©taate geleistetene vor-