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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Die 2spalt. Zeile 2 Sgr.
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Donnerstag den 30. Oktober.
1873.
Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen im Laufe des Jahres Ruhrfälle aufgetreten sind, wollen sofort Tabellen nach folgendem Schema zusammenstellen und ohne Verzug an den Königlichen Kreisphysikus hier einsenden resp. Negativ-Anzeigen erstatten.
Hanau den 29. Oktober 1873.
Der Landrath.
Tag des
Z
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Zahl der noch in Be-
Bemerkung über Einschleppung der
Namen der Gemeinde.
Ausbruchs
der Krankheit.
Erkrankten.
Genesenen.
Verstorbenen.
Handlung befindlichen.
t Krankheit.
Tagesschau.
— Berlin, 29. Oktbr. Die Plan- und Modellkammer des General-Postamts soll, nach dem „R. u. St.-A.", bei der Uebersiedelung in das neue Gebäude eine Erweiterung dahin erfahren, daß sie, wie eine Art Museum, in einer Reihe plastischer und graphischer Darstellungen zugleich ein möglichst vollständiges Bild der geschichtlichen Entwicklung dieses Verkehrszweiges gewährt. Das General-Postamt hat sich mit dem germanischen Museum in Nürnberg in Verbindung gesetzt, und durch dessen Entgegenkommen eine interessante Reihe Kopien von alten, zum Theil bis ins XII. Jahrhundert zurückreichenden Zeichnungen von Wagen, Gespannen, Briefboten u. s. w. erhalten. Auch die gegenwärtig in Wien befindlichen Ausstellungsgegenstände der Reichspost, namentlich die Wagen-Modelle aus den verschiedenen Jahrhunderten, werden darin Aufnahme finden.
— In Berlin waren Ende 1872 an Unterrichtsanstalten vorhanden: 10 Gymnasien mit 138 Klassen, 5073 Schülern; 10 Real- und höhere Knabenschulen mit 143 Klassen, 5770 Schülern; 4 höhere Töchterschulen (54 Klassen, 2522 Schülerinnen); 80 Mittel- und Elementarschulen (893 Klassen, 25,363 Knaben, 22,260 Mädchen, zusammen 47,623 Schüler); 26 Schulen unter specieller Aufsicht von Kirchen, Vereinen rc. (110 Klassen, 1732 Knaben, 1912 Mädchen, zusammen 3644 Schüler) — zusammen 130 öffentliche Unterrichtsanstalten (1338 Klassen, 37,938 Knaben, 26,694 Mädchen, zusammen 64,632 Schüler); 2 jüdische Schulen (21 Klassen, 621 Knaben, 363 Mädchen, zusammen 984 Schüler). An Privatschulen waren 96 mit 726 Klassen, 11,757 Knaben, 17,757 Mädchen, zusammen 29,659 Schülern vorhanden.
— Im Ganzen ergibt sich die Zahl von 228 Schulen, 2085 Klassen, 50,316 Knaben, 44,959 Mädchen, zusammen 95,275 Schülern, von denen 7309 oder 7,664% über 14, 87,966 oder 92,336% unter 14 Jahren alt sind. (R. u. st. A.)
— Zur Frage der Civilehe schreibt man jetzt offiziös: „Zwar faßt man diese Angelegenheit hier noch nicht, wie in verschiedenen Zeitungen gemeldet wird, als so dringend auf, daß man auf Grund des Nothstands-Paragraphen der preußischen Verfassung vorzugehen für geboten erachtet, sondern man glaubt noch den gewöhnlichen Weg des Gesetzes gehen zu können und wird dem Landtag, wie jetzt mit Sicherheit angenommen werden darf, schon in der nächsten Session diese Materie zur Ordnung vorlegen. Das früher herrschende Dilemma, ob dieser Gegen
stand durch die Reichs- oder die Landesgesetzgebung am besten geregelt würde, ist jetzt definitiv zu Gunsten des letzteren Modus entschieden.
— Dem L. Crespel und G. Bocquet in Paris ist unter dem 24. Oktober 1873 ein Patent auf ein Verfahren, die Rübenzucker-Melasse für die Gährung vorzubreiten, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats erheilt worden.
— Dem Herrn Louis Benoit Mitchell in Molenbeck bei Brüssel ist unter dem 27. Oktober 1873 ein Patent auf einen Dampfmaschinenkolben in der durch Zeichnung und Beschreibung erläuterten Zusammensetzung, ohne Jemanden in der Anwendung bekannter Theile desselben zu beschränken, sowie den Herren Jean Franyois Bocquet und Victor Alexis Bönard zu Paris unter dem 27. Oktober 1873 ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesene Torfpresse, ohne Jemanden in der Anwendung bekannter Theile zu beschränken, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
— Eine für die Sicherheit auf den Bahnhöfen höchst wichtige aus der Fabrik von Siemens und Halske hervorgegangene Erfindung, betreffend die Verbesserung des Blocksignals mit Weichenstellung, wird gegenwärtig auf dem Berliner Bahnhöfe der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn praktisch verwerthet. Ungefähr an der Stelle, wo am Himmelfahrtstage der Zusammenstoß zweier Personenzüge stattfand, ist eine Bude errichtet worden, in welcher der Apparat seine Aufstellung findet. Derselbe veranlaßt mittelst verschiedener zu den Verschlußkästen der einzelnen Weichen führenden Drähte eine Feststellung und so ein Blockiren derselben, wodurch eine Umstellung der Weichen und in weiterer Consequenz ein Jneinanderfahren der Züge, wie solches bereits öfter zu beklagen gewesen ist, unmöglich wird. Das Dienstverfahren bei diesem neuen Signal ist ein sehr einfaches; aus dem Telegraphenbureau in der Abfahrtshalle wird bei Anmeldung eines Zuges in der betreffenden Bude angefragt, ob die Strecke fahrbar sei; ist dies der Fall, so wird durch^den elec- trischen Strom die Möglichkeit gegeben, das optische Signal zu ziehen, nachdem die Weichen schon sämmtlich geschlossen sind. Das Rangiren auf den Hauptgeleisen kurz vor dem Eintreffen der Züge, welches schon viel Unglücksfälle hervorgerufen hat, verbietet sich alsdann von selbst. Nach dem Einlaufen des Zu-