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^249.
Montag den 27. Oktober.
1873.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
Dem Lakirer Johann Friedrich Triller aus Bockenheim ist gestattet den Namen Schwenk führen zu dürfen.
Hanau am 22. Oktbr. 1873.
Tagesschau.
— Berlin, 25. Okt. Nachdem sich ergeben hat, daß die in der Anweisung zur Ausführung der Gewerbe-Ordnung unter Nr. 6, Alin. 5, für die erste auf Grund des §. 24, Alin. 4 der Gewerbe-Ordnung stattfindende Untersuchung neuaufgestellter Dampfkessel festgesetzte Gebühr mit Rücksicht auf die seit ihrer ersten Feststellung eingetretene Steigerung aller Preise und auf die durch das Regulativ vom 24. Juni "1872 herbeigeführte Erhöhung der Gebühren für die periodische Revision der Dampfkessel gleichfalls eine Erhöhung bedarf, so hat der Handels-Minister bestimmt, daß diese Gebühr in Zukunft fünf Thaler betragen soll.
— Der Landtag wird am 11. November eröffnet, die voraussichtliche Annahme der in der letzten Session vereinbarten Geschäftsordnung erleichtert ungemein die Einleitungsgeschäfte, über welche sonst namentlich bekanntlich bei neuen Legislaturperioden durch die sämmtlichen Wahlprüfungen viel Zeit verloren ging. Nicht ohne Spannung sieht man der Präsidentenwahl entgegen, welche nach der Berufung des Herrn von Forcken- beck in das Herrenhaus sehr große Schwierigkeiten machen wird. Die Wiederwahl der Herren v. Köller und v, Bennigsen, welche mit Forckenbeck das Präsidium theilten, in das Abgeordnetenhaus ist gesichert, ob auch diejenige beider Herren zu den früheren Aemtern bleibt abzuwarten, und doch wird kaum etwas Anderes übrig bleiben. Wem aber wird die dritte Stelle zufallen?
— Ueber die Aufnahme Kaiser Wilhelms in Wien schreibt ein Berichter der „Augsb. Allg. Ztg.": „So consequent stürmisch begeistert habe ich die Wiener noch nicht gesehen als seit der Kaiser Wilhelm in Wien ist; wo immer er sich zeigt, drängen sich die Massen in seinen Weg und grüßen ihn mit sympathischem Zuruf. Und der Kaiser wiederum gibt sich ebenso heiter als rüstig; die freundlich offenen Züge des greisen Hauptes mit der strammen doch elastischen Haltung üben einen fast magischen Zauber."
— Neben den großen politischen Fragen, welche bei der Anwesenheit des Kaisers in Wien zur Sprache gekommen sind, hat ein Vorgang ganz besonders die Aufmerksamkeit der Politiker in Anspruch genommen; die Anwesenheit des Kronprinzen von Dänemark. Es ist ein offenes Geheimniß, daß derselbe mit beiden Kaisern über die Regulirung des Artikels V. des Prager Friedensvertrages verhandelt hat und es soll Aussicht vorhanden sein, diese Angelegenheit so zu ordnen, daß die nördlichsten, rein dänischen Distrikte Schleswigs der Dänischen Krone zurückgegeben würden. Wenn sich die Wünsche der Dänen auf die Rückgabe von Düppel und Alfen erstrecken, so sind dies freilich unerfüllbare Verlangen. (Trib.)
— Dem Werkmeister des Mechernicher Bergwerks-Aktien- Vereins P. Osterspey zu Mechernich ist unter dem 23. Oktober I ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesene Vorrichtung zur Regulirung der Stromgeschwindig
keit an Heberwäschen auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
— Bis zum 4. Oktober d. I. waren in den Münzstätten des Deutschen Reichs in Zwanzigmarkstücken 809,450,720 Mark und in Zehnmarkstücken 136,544,730 Mark ausgeprägt worden. In der Woche vom 5. bis 11. Okt. sind ferner geprägt in Zwanzigmarkstücken: in Darmstadt 376,000 Mark; sowie in Zehnmarkstücken: in Berlin 2,802,590 Mark, in Hannover 1,564,580 Mark, in Frankfurt a. M. 150,000 Mark, in München 826,300 Mark, in Stuttgart 401,760 Mark und in Karlsruhe 250,770 Mark.
Die Gesammt-Ausprägung stellt sich daher bis zum 11. Okt. d. J. auf 952,367,450 Mark, wovon 809,826,720 Mark in Zwanzigmarkstücken und 142,540,730 Mark in Zehnmarkstücken bestehen. .
— Berlin, 24. Oktober. Es steht eine Konferenz von Privatbahn-Direktoren, angeblich in Cassel, bevor, zum Zweck der Berathung über die nothwendige Erhöhung der Personen- Fahrgelder.
— Berlin, 25. Oct. Die Börsenblätter halten die Erhöhung des Disconts der preußischen Bank am Anfang der nächsten Woche für wahrscheinlich.
— München, 24. Okt. Der Gesetzentwurf bezüglich der Todeserklärung der im Feldzuge 1870/71 Vermißten wird einer der ersten sein, welcher den Kammern vorgelegt werden wird. Der Gesetzentwurf, welcher auch Bestimmungen hinsichtlich des betreffenden Gerichtsverfahrens enthält, besteht aus 16 Artikeln. Aus dem Feldzuge werden noch 1046 Mann vermißt, wovon 46 verheirathete Männer sind.
— München, 25. Okt. Eine so eben erlassene allerhöchste Verordnung bestimmt, daß das Gesetzblatt in Zukunft mit dem Regierungsblatt verbunden werden soll.
— Posen, 25. Oct. Die „ostdeutsche Zeitung" meldet: Die gegen den Offizialkanonikus Dorszewski geführte Untersuchung hat ergeben, daß die Unterschlagungen in der Domkapitelkasse zu Gnesen bisher die Höhe von 9000 Thalern erreichten.
(Neue Franks. Pr.)
— Wien, 24. Oktbr. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht in ihrem amtlichen Theil die durch Kaiserliche Entschließung vom 8. d. M. erfolgte Ernennung Sr. Majestät des Deutschen Kaisers zum Oberst-Inhaber des Husaren-Regiments Friedrich Wilhelm III., König von Preußen Nr. 10.
— Die „Daily News" hat von ihrem Pariser Gewährsmann interessante Mittheilungen über die Vorbereitungen zur monarchischen Restauration in Frankreich insbesondere über die zur Gewinnung einer parlamentarischen Majorität angewendeten, bezw. in Aussicht genommenen Mittel erhalten. Der Gewährsmann der „Daily News" will seine Kenntniß aus der Unterredung mit einem Legitimisten geschöpft haben. „Wir sind der Mehrheit sicher" — habe dieser geäußert: „Wir haben eine Tabelle vor uns, auf welcher der Preis für jegliches Mitglied der National-Versammlung verzeichnet ste ht. Viele werden mit Pai- rien, Gesandtschaftsposten, Portefeuilles, Präfekturen, Hofämtern und Versprechungen amtlicher Unterstützung bei den nächsten Wahlen gewonnen. Allein unter den De putirten sind auch viele dürftige Männer, die nichts haben, als ihre Diäten. Wir haben