Einzelbild herunterladen
 

Abonnements- Preis (incL Stemvel)

Jäbrlick 3 Mr.

Halbj. Tblr.l. 15. Vierteljährlich 22 Sgr. 6 Pf.

jFür auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag.

Die einzelne Num­mer 1 Sgr.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Jnsertious.

Preis:

Die UpaNize Garmondzeile ob deren Raum

1 egr.

Die Äpalt. Zeile 2 egt.

DieSIPaMgeZeili 3 Sgr.

^§248.

Samstag den 25. Oktober.

1873.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Ortsvorstände wollen binnen 14 Tagen anzei­gen, ob in irgend welcher Form eine Wildpretsteuer als Ge­meinde-Abgabe zur Erhebung kommt.

Hanau am 22. Oktbr. 1873.

Tagesschau.

DerR. u. St.-A." enthält folgende Bekanntmachungen des Justizministeriums: 1) Allgemeine Verfügung vom 6. und 15. Oktober 1873, betreffend die Ahndung der von noch nicht zwölfjährigen Kindern verübten Feldfrevel; 2) Allgemeine Ver­fügung vom 18. Oktober 1873, betreffend die Dauer der nach dem Strafgesetzbuch gegen Ausländer zugelasseuen Verweisung aus dem Bundesgebiet.

Mainz, 23. Okt. Von den dem SchleppbootFried­rich der Große" anhängenden Kohlenschiffen ist eines bei Caub an dem sog. Wildgefähr gesunken. Schiff und Ladung gingen zu Grunde.

Karlsruhe, 23. Oktbr. Von den stattgehabten Wah­len zur zweiten Kammer sind bis jetzt 31 bekannt. Unter den Gewählten befinden sich 24 National-Liberale, 4 Klerikale, 1 Anhänger der demokratischen Partei; 2 unentschieden.

München, 22. Oktbr. Die Frage, in welcher Weise die durch den Hingang Liebig's vacant gewordene Stelle eines Professors der Chemie an der Universität München wieder besetzt werden soll, wird erst beantwortet werden können, wenn die Be­schlüsse des Landtages über das zu erbauende chemische Labora- torium vorliegen. Es werden, wenn wir nicht irren, für ein neuzuerbauendes großes chemisches Laboratorium und dessen Ein­richtungen 400,000 fl. postulirt und da von dem Bau eines sol­chen chemischen Laboratoriums diejenigen wissenschaftlichen Kräfte, welche für diesen Lehrstuhl in Aussicht genommen wurden, ihre Zusage abhängig gemacht haben, so bleibt bis zur Vereinigung der RegierungsPostulate durch deu Landtag die Stelle unbesetzt. Im Interesse des wissenschaftlichen Rufes unserer alma mater wäre die baldige und günstige Verbescheidung der gestellten For­derungen in hohem Grade wünschenswerth. Augsv. Mendztg.

München, 23. Okt. DieAugsb. Abztg." schreibt: Wenn derFrankfurter Zeitung" aus München telegraphirt wird, daß hier Gerüchte einer Ministerkrisis anläßlich der Frage der Anerkennung des Bischofs Reinkens zirkuliren, so kann aus bester Quelle bestimmt versichert werden, daß solche Gerüchte vollständig ohne Grund sind und das auch schon deßhalb, weil ein Gesuch um Anerkennung Reinkens bis jetzt zur Berathung noch gar nicht vorlag und weil, wenn dasselbe an die Staats­regierung gelangt, was bis heute noch nicht der Fall, vorerst auch i wie schon neulich mitgetheilt eine Kommission von Juristen zur Berathung und Begutachtung desselben berufen wer­den wird.

Dresden, 24. Oktbr. Ueber das Befinden des Kö­nigs sagt ein heute Nachmittag ausgegebenes Bulletin: Der Puls ist aussetzend und klein. Der König hat seit 24 Stunden keine Nahrung genommen. Der Zustand ist sonst unverändert.

Neue Frankf. Pr.

Dresden, 24. Oktbr., Morgens. Das heutige Bulle­tin aus Pillnitz 7^2 Uhr Morgens lautet: Se. Majestät haben die Nacht in bewußtlosem Zustande zugebracht. Der Puls ist klein und frequent.

Wesel, 20. Oktober. Ein 17jähriger Tertianer, der seit einigen Tagen vermißt wurde,, nachdem er trotz Nach­prüfung die Versetzung in die Secunda nicht erreicht hatte, ist heute in einem benachbarten Walde erhängt gefunden worden. Die Eltern werden allgemein auf das tiefste betrauert.

Posen, 23. Oct. Erzbischof Ledochowski hat einen großen Theil der Kleriker des hiesigen aufgelösten Geistlichen- Seminars auf eine nicht deutsche Universität, nach Jnsbruck, geschickt. (13 Kleriker des obersten Cursus begaben sich an die Würzburger Universität.)

Wien, 22. Oktbr. Mächtigen und freudigen Widerhall schreibt diePresse" werden in den Herzen aller Oester reicher die von den beiden Kaisern bei dem gestrigen Galadiner in der Hofburg ausgebrachten Trinksprüche finden. Der, roh möchten sagen, bürgerlich einfache Ton, den der deutsche Kaiser anklingen ließ, indem er gleichzeitig für die gastliche und freund liche Aufnahme seiner Gemahlin und seiner Kinder in Wien dankt, wird die Beliebtheit desguten alten Herrn", wie ihn der Wiener seit seinen Besuchen und seinem ungezwungenen Ver­kehr in der Ausstellung nennt, bei unserem Volke noch erhöhen. Zur vollen Bestätigung dessen, was dieWiener Abendpost" über die politischen Consequenzen des Kaiserbesuches ausgeführt hatte, dienten die in einem Trinkspruch bei solcher Gelegenheit sonst nicht üblichen Aeußerungen des deutschen Kaisers in politischer Beziehung. Der Besuch des deutschen Kaisers hat nach den­selben die Bedeutung einer Erwiderung der Drei-Kaiser-Zusam­menkunft in Berlin; die invollem Maße" hier bestätigten freundschaftlichen Gesinnungen von damals nennt der deutsche Kaiser und die ganze öffentliche Meinung unseres Reiches stimmt ihm hierin freudig bei eineBürgschaft des euro püischen Friedens und der Wohlfahrt der beiden Völker." DieDeutsche Ztg." schreibt: Der Toast, welchen bei dem gestri­gen Gala-Diner der deutsche Kaiser in Erwiderung der Begrüßung unseres Kaisers ausbrachte, kann als die Signatur der gegen­wärtigen Monarchen-Zusammenkunft betrachtet werden. Ueber den Rahmen der ceremoniellen Höflichkeits-Formen hinausstrebend, gipfelt er in dem Gedanken, daß durch die Annäherung Deutsch­lands und Oesterreichs eine Bürgschaft des europäischen Friedens und der Wohlfahrt der Völker geschaffen wurde. Es ist dies ein politischer Gedanke von unbezweifelbarer Wahrheit, und es ist dies ein Versprechen von unzweideutigem Werthe. Ja, die engste internationale Verknüpfung des neu erstandenen deutschen Reiches und des in rein deutschem Geistes geleiteten Oesterreich sie ist der Friede!

Wien, 23. Oktbr. Von den bis heute Vormittag be­kannt gewordenen 205 Wahlen zum Reichsrathe sind, derNeuen freien Presse" zufolge 124 auf Kandidaten der Äerfassungsparle! zu rechnen, während die übrigen 81 sich auf Anhänger der übn gen Parteien vertheilen.

Brüssel, 24. Oktbr. DerMoniteur Belge" ver öffentlicht die Annahme des Entlasfungsgesuchs des Ministerl