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^ 246. Donnerstag den 23. Oktober. 1873*

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Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Die Herren Bürgermeister resp. Wahlvorsteher empfangen heute per Couvert die festgeuellten Abtheilungslisten nebst Zu­behör zum Gebrauch bei der Abhaltung der auf den 28. d. M- festgesetzten Wahl.

Der Wahltag ist noch überall wiederholt bekannt zu ma­chen, und ersuche ich die Herren Wahlvorsteher sogleich nach vollzogener Wahl den gewählten Wahlmännern die Einladungen zum 4. November cr. zu behändigen, die Empfangsbescheinigun­gen unterschreiben zu lassen und mit sämmtlichen zugehörigen Schriftstücken jedenfalls am 29. d. M. per expresse Boten ein­zureichen.

Hanau den 22. Oktober 1873.

Der Landrath : Schrötter.

Heinrich Engelhardt II. zu Roßdorf, Heinrich Koch und Rentner K o ch zu Kesselstadt, Bürgermeister Konradi zu Langendiebach, Johs. Bechert, Peter Rauch zu Dörnigheim, Johannes Göbel und Konrad Gimbel zu Niederrodenbach, Jakob Stein, Friedrich Kuch und Christoph Stein II. zu Eichen, Christian Wilhelm Armbrust zu Vilbel, Karl Hof­mann zu Niederdorfelden, Bijouteriefabrikant G. Deines, Rentner Charles Scarisbrick, Kaufmann Otto Crespel, Oberpostdirektor Lins, Kreisgerichtsrath Helwig, Bijouterie- fabrikant Heck, Gutsbesitzer L. von Deines, Secondelieute- nant von Münchhausen, Kaufmann Joseph Walz und Friedrich von Riegelmann jun. zu Hanau, Apotheker We­ber pnd Christian Grebe zu Langenselbold, Gutsbesitzer Ja­kob Koch zu Ronneburger-Hof, Georg Stroh, Friedrich Rausch und Beigeordneter Gärtner zU Marköbel, Eduard Goll, Fabrikant Anton Pfalz, Kaufmann Heinrich Rödi­ger und Fabrikant Ferdinand Pfalz zu Offenbach, Friedrich Schneider und Franz Wilhelm Hinkel zu Seckbach, Ober­förster Wilhelm Schallus zu Wickstadt, Johannes Rausch zu Erbstadt, Dr. med. Ottp Follenius zu Düdelsheim, Waldschütz und Jagdaufseher W. I. Weider zu Windecken, Karl Koch zu Baiersröder-Hof, W. Wacker zu Kilianstädten, Wilhelm Koch zu Langenbergheim, Peter Heck III. und Ge­meinderathsmitglied Konrad Völker zu Rüdigheim, haben neue Jagdscheine empfangen.

Hanau am 20. Oktober 1873.

Der Landrath : Schrötter.

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Tagesschau.

Berlin, 21. Oktbr. Die Kommission, welche behufs Vorbereitungey für den Bau des Reichstags-Gebäudes gus Mit­gliedern des Reichstages und des Bundesrathes zusammengesetzt ist, hatte beim Schluß der Reichstags-Session eine Subkommis- ston berufen und diese mit der weiteren Verfolgung der Ange­legenheit betraut. Mitglieder derselben sind: Seitens des Bun- desrathes der jetzige Staats-Sekretär des Auswärtigen Amts, von Bülow, der Königliche bayerische Gesandte Baron v. Perglas, der hanseatische Minister-Resident Dr. Krüger und der Ministe- rial-Dlrektor Weißhaupt; Seitens des Reichstages der Abg. Duncker, und außerdem der Geh. Ober-Baurath Hitzig und der Direktor der Bauakademie Prof. Lucae. Diese Subkommission

trat gestern Abend im Reichskanzler-Amt zusammen, um den Bericht des Prof. Lucae über die der Kommission gemachten Anerbietungen von Grundstückserwerbungen entgegen zu nehmen, deren Zahl sich auf 64 beläuft.

Wie derSchles. Ztg." aus Berlin geschrieben wird, ist von Rom die Nachricht eingelangt, daß die klerikalen Kreise daselbst sich, abgesehen von dem Inhalte des kaiserlichen Ant? wortschreibens, an den Papst durch mancherlei Aeußerlichkeiten verletzt fühlten. Pio Nono hat seinen Brief eigenhändig und zwar in italienischer Sprache geschrieben. Die Antwort des Kaisers ist nicht, wie man im Vatikan vermuthet zu haben scheint, in französischer, sondern in deutscher Sprache ertheilt worden. Auch ist der Kaiser von den sonstigen üblichen Ge­bräuchen nicht abgewichen, sondern hat nur die Ergebebenheits- Versicherungen und seine Unterschrift selbst geschrieben, der Tenor des Briefes ist in der geheimen Kanzlei nach dem Original kopirt worden. Es unterliegt natürlich keinem Zweifel, daß dem Kaiser allein der ganze inhaltsvolle Gedankengang des Antworts­schreibens angehört. Allerdings ist ein erster Entwurf auf die erhaltene Willensmeinung durch Lothar Bucher abgefaßt worden, hat aber demnächst sehr wesentliche Aenderungen durch den Fürsten Reichskanzler, dann im geheimen Kabinet und schließlich durch den Kaiser selbst erfahren, so daß das Schreiben die volle Uebereinstimmung der persönlichen Ueberzeugungen des Monarchen mit den Anschauungen und Intentionen seines ersten Rathgebers mehr als jemals erweist.

In Braunschweig geht man damit um, einen Bier- Convent zu gründen, gleich wie solche in Hannover und Dresden bestehen. Zweck der Gesellschaft ist: nur gute hiesige und fremde Biere zu mäßigen Preisen zu schänken.

Wien, 21. Oktober. Bei dem heutigen Galadiner in der Hofburg brachte zuerst der Kaiser Franz Joseph folgenden Toast aus:Nachdem Mein innigster Wunsch, Meinen lieben Freund und Bruder noch während der Weltausstellung in Wien willkommen heißen zu können, in Erfüllung gegangen ist, so erhebe Ich mit freudigem Herzen und bestem Danke das Glas auf das Wohl unseres lieben Gastes. Se. Majestät der deutsche Kaiser und König von Preußen lebe hoch!" Kaiser Wilhelm erwiderte:Erlauben mir Eure Maj., daß ich auf die eben gehörten erhebenden Worte Meinen herzlichsten, freundschaftlichsten Dank ausspreche. An diesen Dank reihe Ich den. für die gast­liche, freundschaftliche Aufnahme, welche die Kaiserin, Meine Gemahlin, und Meine Kinder hier gefunden haben. Es ist Mir eine besondere Genugthuung, daß Ich den freundlichen Besuch, den Eure Majestät in Verbindung mit Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland im Vorjahr in Berlin machten, noch während der Weltausstellung hier habe erwidern können. Die damals unter uns ausgetauschten freundschaftlichen Gesinnungen, $e Ich hier jetzt im vollen Maße wiedergefunden habe, find eine Bürgschaft des europäischen Friedens und der Wohlfahrt unserer Völker. Ich trinke auf das Wohl Sr. Majestät des Kaisers von Oester­reich, des Königs von Ungarn, Meines erhabenen Freundes Und Bruders!"

Wien, 22. Oktbr., Vormittags. Fürst Bismarck em­pfing gestern den russischen Gesandten v. Novikoff und später den Geheimen Kommerzien-Rath von Bleichröder aus Berlin. Nach-