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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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M 241.Freitag den 17. Oktober.1873.
Bekanntmachung.
Mit Bezug auf die Allerhöchste Verordnung vom 5. d. M., betreffend die Auflösung des Hauses der Abgeordneten, setze ich auf Grund der §§. 17 und 28 der Wahlverordnung vom 30. Mai 1849:
den Tag der Wahl der Wahlmänner
auf den 28. Oktober d. J.
und den Tag der Wahl der Abgeordneten
auf den 4. November d. I. hierdurch fest.
Berlin den 9. Oktober 1873.
Der Minister des Innern, gez. Gr. Eulenburg.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
In der Voraussetzung, daß die Herren Bürgermeister der Urwahlbezirke Nr. 3, 4, 7, 8, 11, 15, 17, 18, 19, 21, 23, 24, 25, 26, 28, 29, 30, 31, 32 die Aufstellung der Abtheilungslisten, wozu ihnen die erforderlichen Formulare bereits vor mehreren Tagen zugegangen sind, bewirkt haben, ersuche ich nach vorangegangener ortsüblicher Bekanntmachung die Abtheilungslisten zu Jedermanns Einsicht drei Tage lang öffentlich auszulegen, und mit der Anzeige, daß solches geschehen ist, spätestens bis zum 22. d. M. durch expresse Boten mir einzureichen.
Hanau am 16. Oktober 1873.
Der Landrath:
Schrötter.
Tagesschau.
— London, 16. Oktbr. Die liberalen Journale billigen die Antwort des Kaisers Wilhelm auf den Brief des Papstes und drücken die Sympathieen des protestantischen Englands für Deutschland in seinem Kampf gegen die päpstlichen Prätensionen aus. Die „Times" sagt bei Besprechung des päpstlichen Briefes, man könne sich nicht leicht einen Brief denken, welcher unter der Maske der christlichen Liebe so viel unerträgliche Beleidigungen enthalte. Die Stellung Englands Rom gegenüber gleiche derjenigen Deutschlands. Das Rom, welches Deutschland beunruhige und mit Zerstückelung bedrohe, sei dasselbe Rom, welches mit jeder Art. von Aufsätzigkeit in England fraternisire. Das Papstthum sei der gemeinsame Feind, gegen den die Mächte von Europa zu streiten haben werden. „Daily News" und „Daily Telegraph" sprechen sich in demselben Sinne aus. Der Ton der con- servativen Journale ist reservirter und weniger sympathisch für Deutschland. — Wien, 16. Oktbr. Sämmtliche liberale Blätter Wien's feiern die Antwort des Kaisers Wilhelm auf das Schreiben des Papstes als ein epochemachendes Ereigniß, das jeden Deutschen mit Stolz erfüllen müßte. (Neue Franis. Pr.)
— München, 15. Oktbr. Nach soeben eingetroffener telegraphischer Mittheilung reist Fürst Bismarck morgen Nachmittag 2 Uhr von Berlin über Eger nach Regensburg und begleitet von da den deutschen Kaiser nach Wien.
— Leipzig, 13. Oktbr. Von dem Nutzen des neuerrichteten Reichs-Eisenbahnamtes, seiner oberaufsehenden und eingreifenden Thätigkeit für das gesammte deutsche Eisenbahnwesen ist der „D. Allg. Ztg." soeben ein recht erfreulicher Beweis unmittelbar zu Händen gekommen. In seiner Nr. 219 hatte das genannte Blatt im „Sprechsaal" die Beschwerde eines Reisenden abgedruckt, der bei der sächsisch-bayerischen Eisenbahn zu Leipzig Abends 6 Uhr (am 13. Sept.) ein Billet nach Passau genommen, um von da per Dampfschiff weiter nach Wien zu fahren, der aber — infolge eines am Vormittag desselben Tages bei Oelsnitz vorgekommenen Unfalls — den Anschluß an Eger versäumt, deßhalb erst am 14. September von Eger weiter reisen konnte und so in seiner ganzen Reisedisposition eine empfindliche Störung erfuhr. Derselbe bezeichnete es als eine Rücksichtslosigkeit, daß man in solchen Fällen nicht rechtzeitig an einer Hauptstation wie Leipzig dem Publikum anzeige, es sei fraglich ob der Anschluß erreicht werden würde, so daß der Einzelne sich danach richten könnte. Darauf erhielt nun die „D. Allg. Ztg." vom Reichs-Eisenbahnamte — ohne daß diesem von jener Beschwerde direkt, etwa durch Zusendung der betreffenden Nummer, Kenntniß gegeben — folgende Zuschrift: „Berlin, 10. Oktbr. Unter Bezugnahme auf die im Sprechsaale der Nr. 219 der „D. Allg. Ztg." enthaltene, auf den Eisenbahnunfall bei Oelsnitz Bezug habende Beschwerde wird der Redaktion ganz ergebenst mitgetheilt, daß das Reichs-Eisenbahnamt in das dem Bundesrathe zur Beschlußfassung vorzulegende neue Eisenbahn-Betriebs-Regle- meilt zum §. 21 folgende Zusatzbestimmungen aufzunehmen beabsichtigt: „„Betriebsstörungen und Zugverspätungen sind stets zur sofortigen Kenntniß des Publikums zu bringen. Zu diesem Behufe find die Eisenbahnverwaltungen gehalten, neben dem Schalter und in den Wartesälen schwarze Tafeln anzubringen, auf diesen die Betriebsstörungen, resp, bei Zugverspätungen die Anzahl Minuten der Verspätung vermerken und sobald die Versäumung der Anschlüsse an die Züge benachbarter Bahnen zu befürchten steht, hierauf aufmerksam machen zu lassen."" Es steht zu erwarten, daß durch Annahme dieser Bestimmungen ähnliche« Klagen, wie sie im Sprechsaal Ausdruck gefunden haben, thun- lichst vorgebeugt werden wird. Das Reichs-Eisenbahnamt. Scheele." Wenn das'Reichs-Eisenbahnamt fortfährt (woran wir nicht zweifeln), in dieser Weise Beschwerden des Publiknms über Mißstände beim Eisenbahnbetriebe nachzuforschen und nach Kräften abzuhelfen (selbstverständlich gleichviel, ob sich solche auf Privat- oder Staatsbahnen beziehen), so wird dasselbe von dem ganzen reisenden und verkehrtreibenden Publikum in Deutschland bald als das, als was es von dem Gesetzgeber eingesetzt ward, als ein sicherer und stets bereiter Schutz gegen jede Art von Unbilden und Mißständen auf Eisenbahnen erkannt, gewürdigt und bei vorkommenden Fällen vertrauensvoll angegangen wer-
Augsb. Abendztg.
— Bern, 15. Oktober. Die 69 Geistlichen des Berner Jura, deren Absetzung vor Kurzem durch den Appellations- und Kassations-Hof ausgesprochen worden ist, haben der Vorladung, auf dem Statthalteramte zu erscheinen, damit ihnen das betreffende Erkenntniß notifizirt werde, keine Folge geleistet.
— Bern, 16. Oct. Gegen Domvicar Hauser in St. Gallen ist in Folge einer aufreizenden Predigt die Untersuchung