Einzelbild herunterladen
 

Bbunnemeuts- Preis

(inet. Stemvel)

Jährlich 3 Kbit. , Halbj. Iblr.l. 15.

Lierleljährlich 22 Sgr. 6 Ps.

Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postausschlag. Lieeinzelne Num­mer 1 6gr.

NaMEÄitwr

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinziai-Correspondenz.

M 239.

Mittwoch den 15. Oktober.

Jliscrtio»«.

Preis -2

Die ispaltige Karmondzeile ob deren Raum

1 Sgr.

Die 21palt. Seilt 2 Sgr.

DicIipaltigeZeil!

3 Sgr.

1873.

Bekanntmachung,

die Ackerbauschule zu Friedberg betreffend.

Der Unterricht in unserer Anstalt beginnt in zwei Abthei­lungen am 3. November d. I. und umfaßt folgende Gegen­stände :

Untere Abtheilung. Wöchentliche Stunden: Deutsch 4, Schönschreiben 2, Geographie 2, Geschichte 2, Rechnen 4, Geo­metrie 2, Zeichnen 2, Gesteinslehre 1, Botanik 2, Physik 2, Chemie 4, Bau der Hausthiere 2, Ackerbau 4, Obst- und Gar­tenbau 1, Thicrzucht 2.

Obere Abtheilung. Wöchentliche Stunden: Deutsch 2, Land- wirthschaftliches Rechnen 2, Feldmessen, Nivelliren, Planzeichnen 3, Geometrie 2, Physik 2, Chemie 4, Zoologie 2, Botanik 2, Thierheilkunde 2, Allgemeiner und specieller Pflanzenbau 3, Obst- und Gartenbau 1, Betriebslehre 3, landw. Buchführung 1, Wie­senbau 1, landw. Maschinenkunde 1, Thierzucht 3, Volkswirth­schaftslehre 1, Landwirthschaftsrecht 1.

Der Unterricht wird ertheilt von den Herren: Ur. Heuser (seither Vorstand der Ackerbauschule zu Eppingen, Baden), Rückert, Landwirthschaftslehrer und Abtheilungsvorständen, Lehrer an der Musterschule Bitsch, Kreisveterinärarzt Dr. Born, Wiesenbau­meister Greb, Seminarlehrer Dr. Heidt, Reallehrer Dr. Klein, Reallehrer Lang, Seminarlehrer Süst, Seminarlehrer Wahl, Leh­rer an der Musterschule Weinel.

Der Unterricht wird durch Exkursionen, Demonstrationen und mehrere Sammlungen unterstützt. Jeden Abend finden von 79 Uhr Wiederholungs-Arbeitsstunden unter Aufsicht eines Lehrers statt. Aufnahmefähig sind junge Leute vom 14. Le­bensjahre an, welche die in einer Volksschule erreichbaren Vor­kenntnisse besitzen und mit den praktischen Verrichtungen der Landwirthschaft nicht ganz unbekannt sind. Neueintretende wer­den in die untere Abtheilung ausgenommen. Die Schüler des Wintercursus 1872/73 rücken in die obere Abtheilung vor, ebenso diejenigen Neueintretenden, welche durch ein Zeugniß oder eine abzulegende Prüfung als hierzu befähigt erscheinen. Das Ver­halten der Schüler in- und außer der Schule wird streng über­wacht.

Das Schulgeld beträgt im oberen Cursus 20 fl., im unte­ren 25 fl. Anmeldungen können bei dem unterzeichneten Cura- torium erfolgen und werden wegen der räumlichen Einrichtungen möglichst frühzeitig erbeten. Ausführliche, den Lehrplan enthal­tende, Prospekte, sind von den Herren Directoren der landw. Bezirksvereint, sowie von uns erhältlich und sind wir zu jeder weiteren Auskunft, gleichwie zur Vermittelung von Wohnungen gerne erbötig.

Friedberg, im Septbr. 1873.

Das Curatorium der Ackerbauschule zu Friedberg.

Trapp, Lindeck, Haas, Regierungsrath. Rentamtmann. Kreisassessor.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.

Margaretha Belz aus Hüttengesäß hat um Paß nach Amerika gebeten.

Hanau am 12. Oktober 1873.

Tagesschau.

DerR. u. St. A." enthält ein wortgetreues Schrei­ben, welches Papst Pius IX. am 7.fAugust d. J. an denDeutschen Kaiser gerichtet hat und die unterm 3. September darauf er­folgte Antwort an den Papst. Wir werden beides in unserer morgigen Nummer nach der citirten Quelle bringen.

Wir haben neulich, so schreibt dieTrib." in ihrer Tagesschau, bereits den Wunsch ausgesprochen, daß die übrigen deutschen Staaten dem Beispiele Preußens in der Anerkennung des Bischofs Reinkens baldigst folgen möchten, denn wir sind der Ueberzeugung, daß die altkatholische Bewegung im eng­sten Zusammenhänge mit der deutsch-nationalen Politik der Gegenwart steht und daß eine verschiedene Haltung der Regie­rungen ihr gegenüber dem Ultramontanismus in demselben Grade Vorschub leisten würde, in welchem sie sich von der Bahn der nationalen Entwickelung entfernte. Weit mehr also vom poli­tischen als vom religiösen Standpunkte aus wünschen wir das einheitliche Auftreten der deutschen Staatsgewalt gegen die römische Vergewaltigung in der Form der Anerkennung des altkatholischen Primats. Selbstverständlich stehen die Dinge in dieser Beziehung bei den einzelnen Regierungen sehr verschieden. Erwägungen mannigfacher Art, die nicht immer aus der Sache selbst genommen sind, können zu entscheidenden Motiven werden; daneben freilich darf man auch nicht vergessen, daß die Stellung der Bevölkerungen im Punkte lies Dogma's nicht ohne Ein­wirkung auf die Regierungen bleiben kann. Am einfachsten liegt die Sache in Baden, an dessen Regierung das Ersuchen um Anerkennung des Bischofs von der altkatholifchen Synodalreprä­sentanz demnächst auch gerichtet werden wird. Hier ist die Ent­scheidung zu Gunsten des Gesuchs ziemlich sicher und auch auf ultramontaner Seite überläßt man sich darüber keiner Täuschung mehr. Anders schon steht es in Bayern. Allerdings ist die ganze altkatholische Bewegung, wie bekannt, aus einer Richtung hervorgegangen, die dem Münchener Hofe nahe steht, und über­dies ist das jetzige Regierungssystem Bayerns Gegenstand fort­währender Anfeindung von Seiten der Ultramontanen. Allein die Sache hat für bayerische Anschauungen das Schwierige, daß sie von Preußen inaugurirt worden ist. Wir werden das Ergebniß abwarten, das überdies nach den Gewohnheiten baye­rischer Behörden wohl kaum übereilt werden wird, und wollen nur vorweg bemerken, daß, falls die Entscheidung im ungünstigen Sinne ausfallen sollte, auch der staatsrechtlichen Logik damit ein Stoß versetzt würde, denn der oberste bayerische Gerichtshof hat in einer Injurienklage gegen ein ultramontanes Blatt ausdrück­lich die Zugehörigkeit der Altkatholiken zur römisch-katholischen Kirche constatirt. Es bleiben noch Württemherg und Sachsen übrig, an welche indeß kaum der Antrag auf Aner­kennung des Bischofs ergehen wird, da die wenigen katholischen Angehörigen beider Staaten fast sämmtlich den ultramontanen Standpunkt einnehmen. Für Hessen-Darmstadt endlich wird die Angelegenheit zu einem Prüfstein dafür werden, mwre- weit trotz des liberalen Ministerwechsels die Einflüsse des streit­baren Bischofs Ketteler auf den Darmstädter Hof sich zu erhalten gewußt haben, eine Frage, die bisher noch niemals in einem dem nationalen Interesse günstigen Sinne beantwortet werden konnte. Wie man sieht, hängt den Altkatholiken der