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^236.

Samstag den 11. Oktober.

1873.

Tagesschau.

DerReichs- u. Staats-Anz." enthält: Verordnung, betreffend die Auflösung des Hauses der Abgeordneten. Vom 5. Oktober 1873. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen re. verordnen auf Grund des Artikels 51 der Verfassungs-Urkunde vom 31. Januar 1850, nach dem Anträge des Staats-Ministeriums, was folgt: §. 1. Das Haus der Abgeordneten wird hierdurch aufgelöst. §. 2. Unser Staats- Ministerium wird mit der Ausführung der gegenwärtigen Ver­ordnung beauftragt. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhän­digen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Jnsiegel. Ge­geben Baden-Baden, den 5. Oktober 1873. (L. S.) Wil Helm. Graf zu Eulenburg. Dr. Leonhardt. Camphausen. Falk. Dr. Achenbach.

Weiter gibt der Minister des Innern unterm 9. Oktober bekannt: Mit Bezug auf die Allerhöchste Verordnung vom 5. d. Mts., betreffend die Auflösung des Hauses der Abgeordne­ten, setze ich auf Grund der §§. 17 und 28 der Wahlverordnung vom 30. Mai 1849 den Tag der Wahl der Wahlmänner auf den 28. Oktober d. I., und den Tag der Wahl der Abgeord­neten auf den 4. November d. J. hierdurch fest.

Dem Jos. Lossen und Schäffer zu Darmstadt ist unter dem 7. Oktober d. J. ein Patent auf eine Dampfschieber- steuerung in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewie­senen Zusammensetzung, ohne Jemanden in der Benutzung ihrer bekannten Theile zu beschränken, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

Das dem Nähmaschinen-Fabrikanten Herrn Georg Herbst zu Bielefeld unter dem 1. März d. I. ertheilte Patent auf eine Schuhzwickzange in der durch Beschreibung und Modell nachgewiesenen Zusammensetzung ist aufgehoben.

Trotz unseres schon sehr erheblichen Militärbudgets nimmt Deutschland unter den europäischen Großstaaten bezüg­lich der Höhe der Ausgaben für Militairzwecke, nach derN. Frkstr. Pr.", doch erst die vierte Stelle ein und steht sogar in dieser Beziehung dem uns so feindlich gesinnten Nachbarstaate Frankreich nicht unerheblich nach, denn während Deutschland für die genannten Zwecke die allerdings erhebliche toumme von 90,565,494 Thlr. verausgabt, verwendet Frankreich für seine Armee den Betrag von rund 117,000,000 Thlr., Großbritan­nien-Irland 105,733,000 Thlr. und Rußland die immense Summe von 144,220,000 Thlr. jährlich, wogegen das Mili- tairbudget der Oesterreichisch-Ungarischen Monarchie nur die Summe von 60,000,000 Thlr. erfordert. Was die übrigen europäischen Staaten anbelangt, so schließen deren Militairbud- get ab: in Italien mit 44,000,000 Thlr., Spanien (1872) mit 25,636,000 Thlr., in der Türkei mit 20,670,000 Thlr., in Belgien mit 9,832,000 Thlr., Holland mit Luxemburg 8,233,000 Thlr., Schweden mit Norwegen 5,731,000 Thlr., Portugal 5,193,000 Thlr., Rumänien 3,907,000 Thlr., Däne­mark 3,269,000 Thlr., die Schweiz mit 2,714,000 Thlr., Grie­chenland 1,792,000 Thlr. und endlich Serbien mit 1,100,000 Thlr., so daß sich also die jährliche Summe, welche Europa für militärische Zwecke verausgabt, auf ca. 694,595,000 Thlr. be­ziffert. Da bekanntlich Graf Roon wiederholt erklärt hat, daß

bei den heutigen Zeitverhältnissen der Betrag von 225 Thlr. zur Erhaltung eines Soldaten durchaus unzulänglich sei, so dürfte es von Interesse sein, diejenigen Ausgaben kennen zu ler­nen, welche die übrigen europäischen Staaten im Durchschnitt pro Mann der Friedensstärke in Ansatz bringen. Es kostet nämlich der Mann: in Großbritannien-Irland 52Q Thlr., in Frankreich 270 Thlr., in Belgien und Holland je 250 Thlr., in Italien und Rumänien je 240 Thlr., in Oesterreich-Ungarn 230 Thlr., in Griechenland 220 Thlr., in Spanien 213 Thlr., in Rußland 200 Thlr., in Dänemark 192 Thlr., in der Tür­kei 185 Thlr., in Serbien 180 Thlr., in Portugal 150 Thlr., in Norwegen 135 Thlr. und in Schweden nur 105 Thlr.

Mainz, 9. Oktbr. 200 Bedienstete der Ludwigsbahn haben sich vereinigt zur Beschaffung billigeren Brodes und zu diesem Ende mit einem auswärtigen Bäcker contrahirt, der den Laib um 3 kr. billiger liefert. Das Brod ist von guter Quali­tät und wird in einem hiesigen Laden gegen die nöthige Legiti­mation verabfolgt.

Ogersheim, 8. Oktbr. Heute hat hier ein Hausknecht aus Fahrlässigkeit den Pater Schulte erschossen. Der Thäter ist verhaftet. Mannh. Tagbl.

München, 9. Oktbr. Die Vorstellung, welche wie neulich erwähnt der bayer. Episkopat in Betreff der Errich­tung konfessionell-gemischter Schulen an Se. Maj. den König gerichtet hat, wird heute im hiesigen Pastoralblatte publicirt; dieselbe schließt mit dem folgenden Satze:Königliche Majestät! Die treugehormst Unterzeichneten haben im Vorstehenden Zeug­niß abgelegt für die unwandelbaren Prinzipien, Rechte und Pflichten, welche in der vorwürfigen Angelegenheit für sie maß­gebend find. Sie haben wieder Zeugniß abgelegt für die For­derungen, welche in dieser Richtung aus der Freiheit der kathol. Gewissen entspringen. Sie fühlen sich dabei nur durch die ver­trauensvolle Zuversicht gehoben, daß es der hohen Weisheit Ew. Kgl. Majestät gelingen werde, eine Durchführung dieser folgen­schweren Angelegenheit in einer Weise zu leiten, daß dieselbe mit den Prinzipien der Kirche, dem verfassungsmäßigen Rechte der Gewissensfreiheit, der Erhaltung des gemeindlichen Friedens und der Förderung des gemeinsamen Staatswohles im Einklang sich befinde."

Die legitimistischen Blätter Frankreichs greifen zu den blödsinnigsten Erfindungen, um die Nothwendigkeit der schleuni­gen Ankunft desRetters" darzuthun. So citirt das Haupt­organ des Grafen Chambord, dieUnion", eine von dem kleri­kalenMonde" veröffentlichteEnthüllung von der größten Wichtigkeit", die an frecher Dummheit alles bisher Dagewesene übertrifft.Wir erhalten, schreibt das Blatt, aus Deutschland Mittheilungen von der höchsten Wichtigkeit. Derjenige, welcher uns dieselbe übersendet, ist durchaus unterrichtet. Er hat seine Entrüstung nicht .zurückhalten können, Angesichts der perfiden Intriguen des deutschen Kanzlers und er fleht uns an, Frank­reich die ihm drohende Gefahren kundzugeben." Nach dieser Ecn- leitung kommen die Mittheilungen :Deutschland macht eiiorme Kriegsrüstungen und verfolgt dieselben mit unglaublichem Eifer. In den politischen Kreisen wird versichert, daß, tote cm ^ahre 1866, Italien beauftragt ist, â tout prix einen casus belli zu finden, aber diesesmal nicht gegen Oesterreich, sondern gegen