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lippsruher Schloßgarten ausgeführt, bei welcher Gelegenheit auch die inneren Räume des Philippsruher Schlosses in Augenschein genommen wurden. Nach einem kurzen Aufenthalte auf dem Rückweg im Gasthause zum Schwanen in Kesselstadt ging es zum Hauptquartier, woselbst sich schon eine große Anzahl Hanauer eingefunden hatte, so daß, als unsere lieben Gäste vollständig eingetroffen, der Raum über und über sich anfüllte; es waren über 600 Personen anwesend. Bekanntlich sind bei Sängern und Sangesfreunden nicht viel Zierereien nöthig um in frohe Stim­mung zu gerathen, die naturgemäß auch hier sehr bald Platz griff. — Obgleich kein eigentliches Programm für den Abend auf­gestellt war, so reihte sich doch Vortrag an Vortrag. Der „phil­harmonische Verein", dessen unermüdlicher Eifer dankend aner­kannt werden muß, eröffnete den Reigen und verdient hauptsäch­lich die recht gut gelungene Ouvertüre aus „Dichter und Bauer" erwähnt zu werden, die reichen Beifall fand; auch mußte der von denselben gegen den Schluß hin gespielte „Kutschke" auf stür­misches Verlangen da capo vorgetragen werden. Von hie­sigen Gesangvereinen wurden von den „Sumsern" sowie von der „Eintracht" Einzelnchöre und von den vereinigten Gesang­vereinen zwei Gesammtchöre gesungen, und war an dem steten Beifall und dem da eaxo-Verlangen einzelner Pi^en die Zufrie­denheit der Zuhörer zu erkennen.' Der Glanzpunkt des Abends waren sowohl der Vortrag des Vereins „Melomania": „Sturm- beschwörung" von Dürrner, als verschiedene Quartette von Mit­gliedern besagten Vereins: „Vöglein, wohin so schnell", von Heuchemer, „Stille Nacht" und „Schlaf in Ruh", und gab es bei den letzteren nicht eher Ruhe, obgleich es für die lieben Sän­ger eine große Strapatze war, bis dieselben wiederholt vorgetra­gen wurden; den Betreffenden sei deshalb an dieser Stelle noch­mals der beste Dank für den uns bereiteten Genuß gesagt.

Besonderer Erwähnung verdient die herzliche Begrüßungs­rede, welche Herr E. ... im Namen der Hanauer Gesangver­eine in warmen beredten Worten an unsere lieben Gäste richtete und in welcher hauptsächlich die glücklich zu Stande gebrachte nationale Zusammengehörigkeit hervorgehoben und betont wurde, daß unsere Aufgabe jetzt die fein müsse, auch unsere inneren Feinde, die nur zu oft Zwietracht ausstreuten, uns vom Halse zu schaffen und daß die Macht des Gesanges auch hier ihr gut Theil beitragen könne. Die Worte des Redners zündeten ge­waltig und welchen Wiederhall sie in den Herzen unserer lieben

Gäste fanden, das zeigten die herrlichen Worte des Herrn Staats-« anwalts Nöthig von Aschaffenburg, die derselbe im Namen der Aschaffenburger sprach. Verschiedene Toaste und Hoch's wurden noch im Laufe des Abends ansgebracht, unter welchen das Hoch auf das gemeinsame deutsche Vaterland lang anhaltenden stür­mischen Beifall hervorrief. — Leider entschwanden die herrlichen Stunden zu schnell und noch einige herzliche Abschiedsworte be§' Herrn Staatsanwalts Nöthig mahnten unsere lieben Gäste zum Aufbruch. Eine große Anzahl Freunde begleiteten die Schei­denden zur Bahn; hier noch ein Hoch und ein warmer Hände­druck und fort führte sie das Dampfroß ihrer gastlichen Heimath zu. Wir werden den paar schönen Stunden eine freundliches Andenken bewahren und sind solches von den lieben Nachbarn auch überzeugt. Möge das sich gegenseitig gegebene Versprechen, recht bald wieder einander zu besuchen, in nicht zu lange Ferne gerückt sein.

— Wafferstand des Main-Pegels heute früh 7 Uhr 0,40 Meter;

— Der bisherige clericale Abgeordnete für den Reichstags­und den Landtagswahlkreis Fulda, Gutsbesitzer Herrlein, wird nur sein Landtagsmandat wieder annehmen, für den Reichstag soll statt seiner der Dompräbendat und Vorstand der Männer- sodalität, Hr. Engel, ausgestellt werden, nach seinem Rufe ein Fanatiker, neben dem die Herren Moufang und Mallinckrodt für versöhnlich gelten könnten. Da Herr Herrlein der gemäßig­teren clericalen Richtung angehört, dürfte sein Rücktritt von der Reichstags-Candidatur wohl kaum ganz freiwillig gewesen sein.

Hess. Mgztg.

Fremden-Liste vom 28 und 29. September 1873.

HAtel Adler.

1) Die Herren: Erb, Kaufmann aus Fulda. 2) Wunke, Kaufmann aus Elberfeld. 3) Thomas, Kaufmann aus Rüdesheim. 4) Hertz, Kauf­mann aus Aachen. 5) Bädecker, Kaufmann aus Dessau. 6) Hewel, Holz­händler aus Cöln. 7) Lewy, Kaufmann aus Berlin. 8) Göpfert, Kaufmann aus Osnabrück. 9) Reis, Brauereibesitzer aus Nürnberg. 10) Humibser, Privatier aus Fürth. 11) Weigmann und Streng, Kaufleute aus Nürnberg. 12) Jacobsohn, Kaufmann aps Berlin. 13) Wülfing, Kaufmann aus Bar­men. 14) Bauer, Kaufmann aus München. 15) Hohne, Kaufmann aus Augsburg. 16) Schroder, Pfarrer aus Endesbach. 1?) Sury nebst Sohn, Bauführer aus Limburg. 18) v. Treutzscher-Falkenstein aus Berlin. 19) Schmidt, Kaufmann aus Deidesheim 20) Joseph, Kaufmann aus Berlin. 21) Frank, Mechaniker aus Pforzheim. 22) Grüner, Kaufmann aus Düs­seldorf. 23) Berg, Kaufmann aus Heilbronn.

Die Personenposten Hanau-Marköbel und Hanau-Heldenbergen werden vom 1. Oktober cr. ab folgenden veränderten Gang erhalten:

I. Personenpost Hachau-Marköbel.

Aus Hanau um 4 Uhr Nachm. in Marköbel um 546 Uhr Nachm.

Ms Marköbel am 680 Uhr Vorm, in Hanau um 815 Uhr Vorm.

II. Personenpost Hanau-Heldenbergen. Aus Hanau um 4 Uhr Nachm. in Heldenbergen um 54^ Uhr Nachm. aus Heldenbergen um 630 Uhr Vorm, in Hanau um 815 Uhr Vorm.

Hanau den 27. September 1873.

Kaiserliches General-Postamt.

.______________Lin s. _______________

Eckardroth. Johannes Flach von Eckardroth, geboren am 30. Oktober 1773, Sohn des Udalricus Flach und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Trost, ist seit dem Jahre 1813 abwesend, ohne daß sein Aufenthalt bekannt geworden wäre.

Da Kunde über dessen Leben auch der­malen fehlt, so wird derselbe auf den An­trag seiner nächsten Angehörigen aufgefor­dert, binnen 3 Monaten von heute an über sein Leben und seinen Aufenthaltsort anher Nachricht zu geben, widrigenfalls er-

für todt erklärt, und weitere Verfügung über sein Vermögen veranlaßt werden wird.

Hanqu, 22. Septbr. 1873.

Königliches Kreisgericht.

(3552)

vt. Nikolaus.

Versteigerung.

Die zur Concursmasse des Kaufmanns Hermann Gimbaldt dahier gehörigen Mobilien, als: gutgehaltene Möbel, Bettung und Leinengeräth sollen

Donnerstag den 2. Oktober d. I.,

Nachmittags präcis 2 Uhr, in dem Hause des Graveurs Anton Chri­stian Lautenschläger, hinterm Neu­städter Rathhause dahjer, an den Meist­bietenden gegen Baarzahlung verkauft wer­den, was Kaufliebhabern zur Nachricht dient.

Hanau, 20. September 1873.

Das Secretariat Königlichen Amtsgericht,

Abth. III.

(3539)

Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf die Bekanntma-^

chung des Stadtvorstandes vom 16. Juli 1870, die Verpachtung des Einkommens der Verbrauchsabgaben von Bier und Obst­wein an die hiesigen Bierbrauermeister be­treffend, und auf Nachsuchen der Letzteren wird folgende Bestimmung aus den Anord­nungen der Verbrauchsabgaben von Obst­wein:

„die Producenten des Obstweiys in der Stgdt H a N a u und deren Ge­markung haben, ehe sie keltern, davon schriftliche Anzeige zu machen, mit An­gabe des Tages, an welchem das Kel­tern beginnen soll und der muthmaß- lichen Dauer desselben" dem Bemerken in Erinnerung gebracht,

mit dem Bemerken in Erinnerung gebracht, daß die gedachte Anzeige bei dem von den

Bierbrauermeistern erwählten Rechnungs­führer Herrn I. Fr. Fischbach zu ma­

chen ist.

Hanau am 2d, Septbr. 1873. Der Oberbürgermeister

Cassian.

(3554)

Frisch ansgekochte Butter, Hofbutter, täglich frisch, Siebkäse, desgl. in der Milchniederlage Herrngasse Nr.

12, Eck der Langgasse. (3556)