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Frau sehr schwer verwundet und hoffnungslos darniederliegend, der Mann ebenfalls schwer verwundet, wird aber wahrscheinlich Zeit bekommen, sein Verbrechen bereuen zu können.
— Kais erswerth, 16. September. Die hiesige Dia- konissenanstalt feierte gestern unter zahlreicher Betheiligung ihr 25jähriges Stiftungsfest.
— Wien, 17. Sept. Der Gast des'Kaisers von Oesterreich, der heute zum Aufenthalt in der Hofburg hier eintrifft, König Viktor Emanuel von Italien, findet in den heute erschix- nenen Morgenblättern die allerfreundlichste Begrüßung. Die Journale verweisen auf die Interessengemeinschaft Oesterreichs und Italiens und auf die sympathische Aufnahme, welche die Reise Viktor Emanuel's bei der Bevölkerung Italiens, sowie bei allen liberalen Parteien Oesterreichs und Deutschlands findet. Daß die feindseligen Gesinnungen der Ultramontanen gegen den Beherrscher des einigen Italiens nicht nur diesem, sondern in vollem Maße auch der einer freien Entwicklung zustrebenden österreichisch-ungarischen Monarchie gelten, darüber herrscht überall nur Eine Stimme. — Die „Deutsche Zeitung" sagt: Der Jubel, welcher den Gast unseres Kaisers auf seiner Reise durch Ober-Italien begleitete, und dem das Gefühl zu Grunde lag, daß die Revanche-Pläne der Ultramontanen, welche auf Oesterreich als Mitverschwornen rechneten, durch den sichtbaren Versöhnungsakt der lange entzweiten Dynastien durchkreuzt worden, er findet in den Herzen aller verfassungstreuen Bürger dieses Reiches sein volltöniges Echo. Denn diese wissen, daß sie, sowie die Liberalen aller Länder, gegenwärtig nur einen innern und äußern Feind zu bekämpfen haben, das auf alle staats- und fortschrittsschädlichen Elemente gestützte Jesuitenthum, welches im Vatikan sein Hauptquartier aufgeschlagen. — Das Wiener „Vaterland", welches heute, am Tage der Ankunft des Königs Viktor Emanuel, mit einem Tauerrande erschien und auf der ersten Seite seinen von Schmähungen strotzenden Bericht aus dem Jahre 1870 über die Einnahme Roms durch die italienische Armee zum Abdruck brachte, wurde confiscirt. An der Spitze des Blattes brachte dasselbe die Nachricht, daß die Abhaltung des Seelenamtes in der Dominikanerkirche für die bei der Einnahme Roms gefallenen päpstlichen Soldaten behördlich untersagt wurde.
Augsb. Abdztg.
— Paris, 18. Sept., Abends. In Legitimistenkreisen versichert man ein nahes Einverständniß mit dem Grafen Chambord. Derselbe würde seine Anhänger zur Erklärung ermächtigen, er weise die Rechte der Nation nicht zurück und willige ein, mit den Vertretern der Nation über die künftige Staatsverfassung zu unterhandeln. Die konservativ-liberalen Kreise bleiben bedenklich und befürchten, Chambord wolle zwei Hauptbedingungen für seine Restaurirung nicht treu erfüllen, nämlich daß die Regelung der Fahnenfrage der Nationalversammlung überlassen bleibe und daß die öffentliche Meinung über die Intentionen Chambord's gegen das Ausland, namentlich wegen Italiens, beruhigt werde. —■ Dem „Journal de France" zufolge beglückwünschte Graf Chambord den Erzbischof von Paris wegen seines kürzlichen feindseligen Hirtenbriefes gegen Italien.
— Florenz, 19. Sept. In einer stattgehabten Generalversammlung der Aktionäre der römischen Eisenbahnen wurde beschlossen, eine Kommisson mit der endgültigen Annahme des von der Regierung gestellten Rückkaufsantrags zu beauftragen und dieselbe zu dem definitiven Abschluß der bezüglichen Konvention unter Mitwirkung der legalen Vertretung der Eisenbahnen zu ermächtigen. (R. u. gt. A.)
— Teheran, 16. Sept. In Persien stehen totale Reorganisationen bevor. Der Schah beabsichtigt, die Regierung nach europäischem Muster mit Provinzialverfassung einzurichten.
— Die „Neue Frftr. Pr." schreibt unterm 20. Septbr. aus Frankfurt a. M.: Die Senckenbergische naturforschende Gesellschaft, die zoologische Gesellschaft und die Palmengartengesellschaft haben die Mitglieder und Theilnehmer der 46. Naturforscher- Versammlung in Wiesbaden zum Besuche eingeladen, und ist derselbe für den 25. September in Aussicht genommen und sämmtliche Congreßmitglieder haben auf Grund ihrer Legitima
tionskarten freien Eintritt. — Zwei Directoren des. Thüringer Bankvereins sind von Erfurt wegen Unterschlagung flüchtig und werden steckbrieflich verfolgt. — Gestern Vormittag verbreitete sich in der Stadt das Gerücht, daß der Strompfeiler rechts der neuen im Bau begriffenen Brücke an der neuen Mainzer Straße sich gesenkt habe. Es ergab sich indeß, daß nur das zwischen dem ersten Strompfeiler und dem rechten Ufer stehende Gerüst gebrochen und dadurch eine Verschiebung der zu dem eisernen Oberbau gehörigen Bogentheile erfolgt war. Glücklicherweise hatten die gebrochenen Balken an den Gerüststreben einen Stützpunkt gefunden, so daß ein Zusammensturz des ganzen Gerüstes und der Bogentheile in den Strom verhindert wurde, und den auf dem Gerüste beschäftigten zahlreichen Arbeitern Gelegenheit ward sich in Sicherheit zu bringen. Polizeilich wurde die nöthige Absperrung angeordnet und von der Bauleitung sogleich damit begonnen, den im Ganzen bedeutungslosen Schaden zu beseitigen. Die Ursache desselben ist nicht sestzustellen gewesen. Nach dem Urtheile der anwesenden staatlichen und städtischen Techniker ist die Construction des betreffenden Gerüstes gut gewesen. — Kommenden Sonntag und Montag wird dahier der deutsche Spenglerfachverein tagen. Die Gewerke in den meisten größeren Städten Deutschlands haben ihre Zusage zur Beschickung des Congresses gegeben.
Lokales und Provinzielles.
Hanau, 20. September.
—d. Seit einigen Tagen hat auch das Hotel zum Riesen einen elegant gebauten Wagen (der 4. in Hanau) im Gange und wollen wir wünschen, daß ihm derselbe jederzeit recht viele Gäste zubringen möchte. Auch steht seit gestern der langjährige Schildträger des Hauses, welcher vor einiger Zeit behufs Umcostümi- rung heruntergenommen wurde, wieder auf seinem alten Platze Und präsentirt sich nun weit vortheilhafter. Man kann sich nun einmal nicht leicht einen Riesen in einem einsarbigen Gewand denken und die Einbildungskraft verlangt für denselben immer ein möglichst grelles Costüm und insbesondere einen grimmgen Blick.
:y: Dem Einsender der gestrigen Anfrage in dem „Hanauer Anzeiger, betr. die Ausschußwahlen, zur Nachricht, daß ganz sicherem Vernehmen nach sich 3 Comito's gebildet haben, die in aller Kürze mit ihren Candidaten an die Oeffentlichkeit treten werden, und zwar eines von national-liberaler, ein zweites von demokratischer und ein drittes von socialer Seite.
% Gestern Abend gegen ffslO UHr zeigte sich am nordwestl. Himmel eine prachtvolle von leuchtendem Schein begleitete Sternschnuppe.
—d. Die Rathhausuhr, über deren Launen so manchmal geklagt wurde, ist seit gestern Morgen hinweggenommen und muß einer Nachfolgerin Platz machen, die, soviel bekannt geworden, zuverlässiger sein wird.
*f* Im festlich dekorirten Saale des Hotels zum Adler fand gestern Abend zu Ehren der 25jährigen Jubiläumsfeier des Herrn Landraths Freiherrn von Schrötter ein Festessen, während welchem die Civilkapelle recht gute Picen vortrug, statt, an dem 70 Personen Theil nahmen. Herr Obergerichtsrath Wolf hielt die Festrede und sprach in sehr warmen Worten zu dem Jubilar, worauf derselbe dankte und insbesondere seiner großen Freude über die herzliche Aufnahme, welche er in Hanau gefunden, Ausdruck verlieh. In heiterer Stimmung blieben die Herren Theilnehmer nebst dem Jubilar bis zu später Stunde zusammen.
—d. Morgen Abend concertirt im Saale zur „großen Krone" die wegen ihrer Leistungen vortheilhaft bekannte Kapelle des 81. Jnfant.-Reg. unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn C. Waßmann. Das uns vorliegende Programm in 3 Abtheilungen, welches größtentheils Werke berühmter Componisten enthält, verspricht einen genußreichen Abend.
—d. Der heutige sehr stark befahrene Markt hatte früh Morgens allen Anschein uns recht theure Preise zu bringen, jedoch war die Kauflust glücklicher Weise keine allzugroße und konnten sich die Preise nicht halten: Für Butter wurde gegen 7 Uhr 47 und 48 kr. gefordert, gegen 9 Uhr galt sie 42, ge-