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^209.
Mittwoch den 10. September.
1873.
Tagesschau.
— Der Kaiser kommt direkt von den Manövern, welche in Hannover und zwar bei Buxtehude stattfinden, zum Empfange des Königs von Italien nach Berlin. Am 29. d. begibt sich der Kaiser nach Baden, wo, wie alljährlich, der Geburtstag Ihrer Maj. der Kaiserin gefeiert wird. Gegen den 15. Oktober geht der Kaiser nach Wien und es verlautet mit größerer Bestimmtheit als bisher, daß der Reichskanzler, Fürst Bismarck, ihn begleiten wird. Der letztere, wie das gejammte diplomatische Corps, werden sich für die Dauer des Aufenthaltes des Königs von Italien in Berlin einfinden.
— Die Generat-Direktion der Telegraphen-Verwaltung hat kürzlich die sehr anerkennenswerthe Einrichtung getroffen, daß Depeschen den Adressaten oder deren Bevollmächtigten auf Wunsch der Aufgeber in unverschlossenem Couvert übergeben werden können, weil in vielen Fällen durch die versiegelte Abgabe der Depeschen der Zweck derselben verloren geht. Es wird in der betreffenden Verfügung sehr richtig ausgeführt, wie mißlich es sei, wenn beispielsweise bei Reisen der Depeschenaufgeber seine Ankunft einem Hotel anzeigt, die Depesche aber infolge zeitweiser Abwesenheit des Hotelbesitzers oder feiner Angehörigen uneröffnet liegen bleibt, während in Zukunft die Dienerschaft im Stande sein wird, das Erforderliche zu veranlassen. In vorkommenden Fällen hat also der Absender den bezüglichen, übrigens taxpflichtigeu Vermerk, etwa in der Form „offen abzugeben" unmittelbar hinter der Adresse niederzuschreiben.
— Berlin, 8. Sept. Die Ankunft des Königs von Italien ist, wie der „Spen. Ztg." von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, auf 22. September festgesetzt. Das genannte Blatt fügt hinzu, der Besuch des Königs Victor Emanuel sei aus völlig eigener Bewegung desselben hervorgegangen und dem Kaiser angekündigt worden und er werde als ein erfreuliches Anzeichen begrüßt. Der König dürfe eines herzlichen Empfanges am kaiserlichen Hofe versichert sein.
— Berlin, 9. Sept. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bespricht heute nochmals den Fall des Capitain Werner und entgegnet insbesondere der „Kölnischen Zeitung": daß der entscheidende Gesichtspunkt für das Verhalten der Regierung übersetzen werde, nämlich der der militärischen Disciplin. Werners Segelordre und diplomatische Instructionen verpflichteten ihn, „den in Spanien lebenden Deutschen" soweit nöthig und möglich Schutz zu bieten, sich über diesen Zweck hinaus aber jeder De- inonstration, welche Leidenschaften anregen könnte, sowie jeder Parteinahme in den inneren Kämpfen Spaniens zu enthalten. Diefen Instructionen hat er zuwider gehandelt, indem er die Vi- gilantè aufbrachte. „Wegen dieser Unfolgsamkeit ist er abbe- rüfen." ' (Neue Franks. Pr.)
— Pach Nachrichten von Augenzeugen sind zu Bensheim 38 Wohnhäuser und 13 Scheunen, in welch letzteren die Ernte eingeheimst, abgebrannt; die Entstehung des Feuers, welches in einer Scheune ausbrach, ist bis jetzt unbekannt.
— Schw etzingen, 8. Sept. Der allenthalben günstige Ausfall der Hopfenernte fängt bereits an, die Preise bedeutend herabzudrücken. Wurden vor Kurzem noch 60 fl. bezahlt, so werden ge^eütvärtig nur 45 fl. für den Zentner durchschnittlich
geboten. Indessen ist das Geschäft noch nicht recht im Schwünge, da man Seitens der Käufer eine gewisse Zurückhaltung bemerkt.
— Bruchsal, 5. Sept. Das Großherzogliche Bezirksamt hat die auf 8. d. M. üblichen Wallfahrten nach Waghäusel wegen der in der Nachbarschaft vorgekommenen choleraartigen Erkrankungen untersagt.^
— Nach einer Bekanntmachung, welche die verschiedenen Kreis-Amtsblätter enthalten, wird das Oktoberfest in München in diesem Jahre Allerhöchster Entschließung zufolge nicht abgehalten werden.
— München, 9. Sept. Die von Adele Spitzeder gegen das Urtheil des Schwurgerichts erhobene Nichtigkeitsbeschwerde ist von dem hiesigen Ober-Appellationsgerichte verworfen worden, und hat das Schwurgerichtserkenntniß nunmehr die Rechtskraft erlangt.
— Ansbach, 9. Sept. Der deutsche Kronprinz ist gestern Abend 11 Uhr hier angekommen und wurde am Bahnhöfe von einer unübersehbaren Menschenmenge mit Hoch- und Hurrahrufen empfangen. Die Stadt ist festlich dekorirt und illuminirt. Großer Jubel in den Straßen. Das Absteigquartier ist von dichten Massen umgeben.
— Stuttgart, 8 Septbr. Zur Verhütung der Cholera- Einschleppung ist das sogenannte Canstatter Volksfest dieses Jahr abbestellt. Der „Staatsanzeiger" enthält den bezüglichen Mini- sterialerlaß.
— Wien, 5. Sept. Die „Deutsche Ztg." schreibt: Bisher haben wir nur von Maßregelungen der heimathslos gewordenen österreichischen Silbergulden im deutschen Reiche zu berichten gehabt; nunmehr fängt die Razzia wider dieselben auch bei uns an. So erklärt die Direktion der Kaiser Ferdinands- Nordbahn, von nun an bei Einhebung der in Thaler-Währuyg verrechneten Frachtporti, Spesen, Nachnahmen und sonstigen Gebühren unter keiner Bedingung österreichische Silbergulden, sop- dern nur effektive Thaler oder Thalerscheine, oder endlich österreichische Bankvaluta nach dem jeweiligen Thalercours anzunehmen. Natürlich kehrt diese Maßnahme der Nordbahn-Direktion ihre Spitze gegen die mit ihr in gegenseitiger Verrechnung stehenden deutschen Bahnen, welche das vier bis fünf Procent betragende Disagio der österreichischen Silbergulden benützen wolley, um bei den Zahlungen an die Nordbahn billiger wegzukommeu. Interessant in dieser Richtung ist auch ein von der „Elberf. Z," mitgetheiltes Schreiben eines Trautenauer Geschäftsmannes an seinen Geschäftsfreund in Elberfeld, welcher Jenem ein schuldige Zahlung in österreichischen Silbergulden-Stücken geleistet hatte. Der Trautenauer Geschäftsmann retournirte das empfangene Geld mit einem kläglichen Briefe, in welchem er Thaler verlangte,,.da österreichische Silbergulden auch in Oesterreich schlechter stünden als preußisches, beziehungsweise deutsches Silber. Ein Glück für die armen Silbergulden, daß sie wenigstens bei den k. k. Zollämtern angenommen werden.
— Bern, 8. Sept. Die Kommission des Nationalraths für Revision der Bundesverfassung ist heute, wie die „Baseler Nachrichten" melden, in Bern zusammengetreten. Von den 16 anwesenden Mitgliedern der Kommission wurde Oberst Phrlrppi aus Neuenburg zum Präsidenten gewählt. — 9. Sept. Die Kommission des Nationalraths für Revision der Bundesverfassung